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Alkoholsucht / Alkoholabhängigkeit: Wenn es ohne Alkohol nicht mehr geht

Obwohl die Alkoholsucht seit 1968 als Krankheit gilt, werden die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen im Gegensatz zur Nikotin- oder Drogensucht häufig verharmlost. Die gesundheitliche Aufklärung über die Gefahren des Alkohols fehlt in weiten Kreisen der Bevölkerung, Millionen Menschen trinken täglich Alkohol; die Grenzen zum Genusstrinken verlaufen fließend. So befindet sich nur ein geringer Teil aller Alkoholkranken in ärztlicher Behandlung, macht einen Alkoholentzug oder besucht Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker oder das Blaue Kreuz. Was aber macht den Alkoholismus so gefährlich?

Allgemeine Informationen zur Alkoholabhängigkeit

Was ist eine Alkoholsucht?

Die Alkoholsucht, auch Alkoholabhängigkeit, Alkoholismus oder Alkoholkrankheit genannt, ist eine Abhängigkeit vom Suchtmittel Ethanol/Äthanol, das durch die Vergärung von Zucker entsteht. Sie ist weltweit die am weitesten verbreitete, aber auch am meisten verkannte Dependenz. Laut Jahrbuch Sucht 2017 beläuft sich die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland auf rund 3,3 Millionen; die Dunkelziffer wird allerdings deutlich höher geschätzt. Begünstigt wird die Alkoholkrankheit durch den legalen Gebrauch des Suchtmittels und den für Erwachsene nahezu unbeschränkten Zugang zu alkoholischen Getränken. So gehört es in geselliger Runde häufig zum guten Ton, gemeinsam ein Gläschen Wein zu trinken, mit Sekt anzustoßen oder sich einen Schnaps zur Verdauung zu genehmigen. Dennoch leidet nicht jeder Alkoholkonsument gleich an Alkoholsucht. Ausschlaggebend für die Sucht sind sowohl die körperliche Abhängigkeit als auch die psychische Abhängigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Alkoholsucht und Alkoholmissbrauch?

Von Alkoholmissbrauch spricht man, wenn bisher kein Abhängigkeitssyndrom vorliegt, jedoch dem Betroffenen körperliche oder psychische Schäden durch seinen Alkoholkonsum entstanden sind. Hierunter fallen beispielsweise organische Störungen wie eine Fettleber oder seelische Störungen wie eine Depression.

Wie entsteht Alkoholsucht?

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist harmlos und schleichend. Von der ersten Flasche Bier, dem ersten Exzess, dem gesellschaftlichen Trinken bis hin zum riskanten und täglichen Konsum und der Erkenntnis: „Es geht nicht mehr ohne“. Dieser schleichende Verlauf ist besonders tückisch, denn die meisten Alkoholkranken bemerken die Grenze zwischen dem scheinbar harmlosen Konsum und der daraus resultierenden Sucht nicht.

So können erste Anzeichen bereits dann vorliegen, wenn das tägliche Bier beim Essen und Fernsehen einfach unverzichtbar wird oder der Betroffene regelmäßig einige Gläser Alkohol braucht, um sich entspannt und ausgeglichen zu fühlen. Auch ein starkes Unbehagen bei längerem Alkoholverzicht kann auf Alkoholprobleme hindeuten. In all diesen Fällen muss keine Alkoholabhängigkeit vorliegen, jedoch sollte das Trinkverhalten grundsätzlich überdacht werden.

Welche Menschen sind besonders alkoholgefährdet?

Die Gründe, weshalb einige Menschen alkoholabhängig werden, andere dagegen nicht, sind noch immer nicht vollständig geklärt. Die Gründe unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und werden von den unterschiedlichsten Faktoren begünstigt. Bei rund einem Drittel aller Suchtkranken liegt eine genetische Disposition vor. So haben Alkoholiker-Kinder meist ein deutlich höheres Risiko, selbst abhängig zu werden, da eine gesundheitliche Aufklärung über die schädliche Wirkung von Alkohol fehlt. Die Eltern werden zum falschen Vorbild und ermuntern durch ihr Verhalten direkt oder indirekt zum Trinken.

Auch der Umgang mit den eigenen Gefühlen ist oft ein zentraler Punkt für die Entstehung von Alkoholismus. Mit Alkohol ertragen Patienten Probleme scheinbar besser und fühlen sich insgesamt stärker. Langeweile, Einsamkeit, Schmerzen, Depressionen, Ängste, Unsicherheit oder traumatische Erfahrungen werden durch das Suchtmittel nur noch halb so schwer empfunden. Auch soziale Faktoren wie Familienzwistigkeiten oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz werden häufig im Alkohol ertränkt. Daher spielt die Aufarbeitung seelischer Ursachen auch beim Alkoholentzug eine große Rolle.

Weshalb ist Alkoholsucht eine Krankheit?

Seit 1968 wird die Alkoholabhängigkeit als Krankheit anerkannt; man spricht daher auch von der Alkoholkrankheit. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass etwa die Hälfte aller Suchterkrankungen in Ko-Existenz mit anderen psychischen Störungen auftreten. Meist handelt es sich dabei um Persönlichkeits- oder Angststörungen oder affektive Beeinträchtigungen sowie Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis. Die Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung ist multikausal, also auf verschiedenen Ursachen basierend, wozu auch eine genetische Veranlagung zählt. Die Alkoholkrankheit ist also keine Willensschwäche, sondern wird in den meisten Fällen durch multifaktorielle Prozesse hervorgerufen, auf die der Betroffene ohne eine Entzugstherapie keinen oder nur einen geringen Einfluss hat.

Wie entsteht eine Alkoholsucht im Alter?

Obwohl die Zahl der Alkoholkranken mit steigendem Alter eher sinkt, tritt die Alkoholsucht in einigen Fällen erst im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Ein wesentlicher Grund ist häufig die veränderte Reaktion des Körpers auf Alkohol. Schließlich nimmt die Alkoholverträglichkeit bei älteren Menschen rapide ab. Die gleiche Alkoholmenge, die in jüngeren Jahren vergleichlweise problemlos konsumiert werden konnte, verteilt sich nun auf einen geringeren Wasseranteil und führt zu einem höheren Alkoholpegel im Blut. Ebenso benötigt die Leber länger für den Alkoholabbau und das Gehirn reagiert sensibler auf Alkohol. Eine weitere Ursache liegt häufig in der Bewältigung kritischer, mit dem Alter verbundener, Lebensereignisse, wie der Eintritt in den Ruhestand, der Verlust von Partner/Partnerin oder Vereinsamung.

Was ist eine Co-Abhängigkeit?

In vielen Fällen greift der pathologische Gebrauch von Alkohol auf die gesamte Familie über. Angehörige übernehmen die Verantwortung für den Alkoholsüchtigen und vertuschen bzw. entschuldigen seine Trunksucht nach außen. Diesen sogenannten Co-Abhängigen ist es auf jeden Fall zu empfehlen, sich umfassend über den Alkoholismus zu informieren und ihn nicht als Charakterfehler zu entschuldigen, sondern ihn als Krankheit wahrzunehmen und die Verantwortung beim Konsumenten zu belassen. Unterstützung erhalten die betroffenen Angehörigen bei ambulanten Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen wie Al-Anon oder A-Connect. Unsere umfangreiche Liste mit Leitsätzen zur Co-Abhängigkeit gibt Angehörigen von Suchtkranken weitere Hilfestellung.

Diagnose der Alkoholsucht

Wie lässt sich eine Alkoholsucht nachweisen?

Es gibt zahlreiche Symptome, die auf eine Abhängigkeit hinweisen. Zur Unterstützung der Diagnostik sind im Handel verschiedene Frage- und Testbögen erhältlich und es gibt die Leitlinien der Fachgesellschaften. Ebenso stellt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. zahlreiche Informationen zum Thema Alkoholismus bereit. Wichtig für den Alkoholkranken und dessen Angehörige ist es auf jeden Fall, den Umgang mit Alkohol nicht zu verharmlosen und sich einzugestehen, dass man abhängig sein könnte.

Die medizinische Diagnose richtet sich grundsätzlich nach den Kriterien, die in der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD 10) festgeschrieben sind. Demzufolge liegt eine Abhängigkeit immer dann vor, wenn irgendwann während des letzten Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien vorhanden waren:

  • Starkes oder zwanghaftes Verlangen, Alkohol zu konsumieren (Fachterminus: Craving)
  • Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich der Menge, des Beginns oder Endes des Konsums (d. h. es wird regelmäßig mehr Alkohol oder über einen längeren Zeitraum konsumiert als geplant oder es besteht der anhaltende Wunsch/Versuch, den Alkoholkonsum zu verringern oder zu kontrollieren, ohne dass dies nachhaltig gelingt)
  • Körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder Konsumreduktion
  • Nachweis einer Toleranz (um die gewünschte Wirkung hervorzurufen, sind zunehmend größere Mengen an Alkohol erforderlich)
  • Einengung des Denkens auf Alkohol (d. h. Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Alkoholkonsums)
  • Anhaltender Substanzkonsum trotz gesundheitlicher und sozialer Folgeschäden für den Konsumenten, obwohl der Betroffene sich über die Art und das Ausmaß des Schadens bewusst ist oder bewusst sein könnte (z. B. Leberkrankheiten wie Leberzirrhose, eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen, Verlust des Führerscheins oder Arbeitsplatzes, Trennung des Lebenspartners, Rückzug des Bekannten- und Freundeskreises etc.)

Welche klinisch-psychologischen Screening-Verfahren gibt es konkret?

Befindet sich der Alkoholkranke bereits in ärztlicher Behandlung, werden die Laborwerte unter Beachtung alkoholassoziierter Marker ausgewertet. So ist das CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) ein hochsensitiver Marker, der nur in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum ausgeschüttet wird.
Häufig kommt auch der CAGE-Test zum Einsatz, um mittels weniger Fragen die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung eingrenzen zu können.

CAGE-Interview

Das CAGE-Interview besteht aus vier Fragen. Wird mindestens eine davon bejaht, sollte die Diagnostik vertieft werden.
C – Cut down: Ist der Patient häufig niedergeschlagen, auch nach dem Alkoholkonsum?
A – Annoyed: Reagiert er genervt oder leicht reizbar auf Fragen zu seinem Trinkverhalten?
G – Guilty: Hat er Schuldgefühle wegen des Alkoholkonsums?
E – Eye Opener: Benötigt er die Substanz, um morgens „in die Gänge“ zu kommen?
Weitere Tests zur Ermittlung der Alkoholsucht sind u. a. der im Auftrag der WHO entwickelte Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) und der Münchner-Alkoholismus-Test (MALT).

Behandlung der Alkoholabhängigkeit

Wer hilft bei Alkoholsucht?

Seit 1968 gilt Alkoholsucht als Krankheit und erfordert auf jeden Fall professionelle Hilfe. Erste Anlaufstelle bei Alkoholproblemen ist in vielen Fällen der Hausarzt, der je nach Schwere der Symptome eine Kurzintervention oder die Einweisung in eine Suchtklinik empfehlen kann. Ebenso kann eine Suchtberatungsstelle erste Hilfe und Orientierung bieten. Auf keinen Fall sollten Patienten den Alkohol eigenmächtig absetzen und einen kalten Entzug machen; zu gravierend und gefährlich sind die Symptome des Entzugs.

Welche Entzugsklinik ist die richtige?

Eine reine Alkoholentgiftung in einem Akut-Krankenhaus reicht in der Regel nicht aus, um auch langfristig trocken zu bleiben. Zu empfehlen ist ein qualifizierter Alkoholentzug in einer Suchtklinik, beispielsweise in der My Way Betty Ford Klinik. Hier werden Betroffene von erfahrenen Medizinern und Therapeuten auf dem Weg in ein suchtfreies Leben begleitet und die Entzugserscheinungen medikamentös gelindert. Ebenso wird die nachhaltige Abstinenz durch umfassende Präventionsmaßnahmen gefestigt, die Ursachen des Alkoholkonsums psychologisch aufgearbeitet und alternative Problemlöse-Strategien erlernt. Sollten Patienten mit Alkoholkrankheit zusätzlich an begleitenden psychischen Erkrankungen (Komorbiditäten) leiden, werden diese gemeinsam mit der Sucht behandelt.

Wie verläuft eine Alkoholtherapie?

Eine qualifizierte Alkoholtherapie umfasst immer die physische Entgiftung, die psychische Entwöhnung und eine umfangreiche Nachsorge. In der My Way Betty Ford Klinik dauert die gesamte Therapie 28 Tage und legt durch den direkten Anschluss der Entwöhnungsphase an die Entgiftungsphase sowie das umfassende Nachsorgeangebot eine stabile Grundlage für ein suchtfreies Leben.

Welche Phasen des Entzugs gibt es?

Egal, welches Suchtmittel: Jeder Entzug ist ein Prozess und verläuft in vier, chronologisch nachfolgenden Schritten.

  1. Motivation
    Eingeständnis der Krankheit und die Entscheidung, sich professionelle Unterstützung zu suchen
  1. Entgiftung
    Physischer Entzug unter ärztlicher und psychologischer Aufsicht
  1. Entwöhnung
    Aufarbeitung psychischer Ursachen und Probleme, Therapie möglicher Begleiterkrankungen
  1. Nachsorge
    Ambulante Stabilisation und Prävention

Gerne stehen wir Ihnen und Ihrer Familie in allen 4 Phasen unterstützend zur Seite. Wir informieren Sie vorab, betreuen Sie während der Entgiftung und Entwöhnung und erstellen gemeinsam mit Ihnen ein tragfähigen Nachsorgeplan. Erfahren Sie mehr über unsere Entzugsklinik und die einzelnen Phasen des Entzugs!

Was ist das Phasenmodell nach Jellinek?

Wegweisend für die Therapie der Alkoholsucht war der US-Wissenschaftlicher Dr. Elvin Morton Jellinek, der im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Lebensgeschichten mehrerer Tausend Alkoholabhängiger analysierte und in seinem medizinisch noch heute gültigem Buch „The Disease Concept of Alcoholism“ veröffentlichte. Seinen Studien zufolge teilte er die Alkoholkrankheit in 4 unterschiedliche Phasen mit insgesamt 45 Stufen ein, die der Alkoholkranke jedoch nicht zwingend alle durchleben muss:

  • Alpha-Phase
    Hier handelt es sich um eine voralkoholische Phase, in welcher der spätere Suchtkranke seinen Alkoholkonsum noch unter Kontrolle hat. Der Alpha-Trinker trinkt, um innere Spannungen und Stress abzubauen, Enttäuschungen und Verzweiflung zu ertragen und Sorgen und Konflikten aus dem Weg zu gehen. Eine physische Abhängigkeit besteht noch nicht. Aufgrund des fehlenden Problemlöseverhaltens ist die Gefahr einer späteren Alkoholsucht jedoch groß. Häufig liegt in der Alpha-Phase bereits eine seelische Dependenz vor. Der Alpha-Trinker wird auch als Problemtrinker, Erleichterungstrinker oder Konflikttrinker bezeichnet.
  • Beta-Phase
    Die Beta-Phase gilt als Anfangsstadium der Alkoholkrankheit. Der Beta-Trinker hat ein starkes Verlangen nach Alkohol, trinkt jedoch heimlich und vermeidet bewusst Anspielungen auf das Suchtmittel. Er bleibt meist unauffällig und nutzt gesellschaftliche Gelegenheiten, um sein Trinken zu legitimieren. So ist es auch kein Wunder, dass er auch als Gelegenheitstrinker tituliert wird. Er ist weder physisch noch mental abhängig, jedoch besteht das Risiko von gesundheitlichen Schäden und Erinnerungslücken.
  • Gamma-Phase
    Ab der Gamma-Phase oder auch kritischer Phase entwickelt sich der Kontrollverlust (Stufe 8/45). Der Gammatrinker trinkt unkontrolliert und unregelmäßig, kann über einen längeren Zeitraum abstinent sein und besitzt eine erhöhte Alkoholtoleranz. Das Thema Alkohol ist für ihn allgegenwärtig, die Aggressionen und Konflikte mit seiner Umwelt steigen an. Häufig wird der Gamma-Trinker auch Suchttrinker oder Rauschtrinker genannt.
  • Delta-Phase
    Befindet sich ein Alkoholiker in der sogenannten Delta-Phase, ist die Sucht bereits chronisch geworden. Der Delta-Trinker wird gleichgültig gegenüber seiner Umwelt, leidet an psychischen Störungen wie Depressionen, Zittern und Angstzuständen. Beim Alkoholentzug kann es zum lebensgefährlichen Delirium tremens kommen. Da der Delta-Trinker sich erst dann gut fühlt, wenn der Alkoholspiegel eine bestimmte Höhe erreicht, spricht man auch von einem Spiegeltrinker, Pegeltrinker oder Gewohnheitstrinker.
  • Epsilon-Phase
    Trinker der Epsilon-Phase trinken nur in unregelmäßigen Abständen, dann aber bis zum Alkoholexzess, der in tagelange Sauftouren münden kann. Trotz langer abstinenter Phasen liegt auch hier ein Kontrollverlust vor. Passend zu den langen zeitlichen Abständen, wird diese Art des Alkoholikers auch als Quartalstrinker bezeichnet.

Folgen der Alkoholsucht

Was passiert in Körper und Gehirn nach Alkoholkonsum?

Nach dem Alkoholkonsum wird das Suchtmittel über die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes absorbiert und erreicht nach rund 30 bis 60 Minuten die höchste Konzentration im Blut. Das Blut verteilt den Alkohol im gesamten Körper und im Gehirn, wo er den Informationstransfer der Nervenzellen verändert. Während er in geringen Mengen stimulierend wirkt, verkehrt sich seine Wirkweise bei höherer Dosierung ins Gegenteil und hemmt die Informationsübertragung. In Abhängigkeit von der Dosierung wird der Neurotransmitter Dopamin freigesetzt und wirkt stimmungshebend auf die Psyche. Bei längerfristigem Alkoholkonsum verändern sich Anzahl und Wirkung bestimmter Rezeptoren, so dass bei einem plötzlichen Absetzen der Substanz gravierende Fehlregulationen auftreten und zu den gefürchteten Entzugserscheinungen führen können.

Welche Auswirkungen hat der Alkoholkonsum auf die Nährstoffversorgung des Körpers?

Regelmäßiger Alkoholkonsum verursacht Reizungen und Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute und hemmt dadurch die Aufnahme von Nährstoffen. Ebenso werden vermehrt wasserlösliche Vitamine und Mineralien über den Urin ausgeschieden. So ist es bekannt, dass Alkohol den Verlust vieler Mineralien begünstigt, beispielsweise von Zink, Calcium und Magnesium. Daher sollten alkoholkranke Menschen verstärkt auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn achten und ggf. in Absprache mit dem behandelnden Arzt Mikro-Nährstoffe einnehmen.

Wie erfolgt der Alkoholabbau?

Der hauptsächliche Abbau erfolgt über die Leber; lediglich rund 2 bis 5 % des reinen Alkohols werden über den Atem, Schweiß und Urin ausgeschieden. Die durchschnittliche Abbauzeit liegt stündlich bei rund 0,1 bis 0,2 Promille.

Welche akuten Risiken bestehen nach einem Alkoholexzess?

Kurzfristig macht sich exzessiver Alkoholgenuss durch Konzentrations- und Reaktionsstörungen bemerkbar, die eine erhöhte Unfallgefahr verursachen können. Bei Menschen, die nur eine geringe Alkoholtoleranz besitzen, können aber auch bereits kleine Mengen einen Rausch hervorrufen. Bei vielen Konsumenten führt ein erhöhter Alkoholspiegel außerdem zu Aggressionen und Gewalttätigkeit.

Welche körperlichen Auswirkungen entstehen langfristig?

Es existiert kein Grenzwert, unterhalb dessen der Alkoholkonsum unschädlich wäre. Die zu erwartende Schädigung ist allerdings abhängig von einer Reihe von protektiven oder aber sich gegenseitig verstärkenden Faktoren (wie z. B. gleichzeitiger Konsum weiterer toxischer Substanzen oder Mangelernährung). Grundsätzlich kann ein massiver und regelmäßiger Alkoholkonsum über eine längere Zeit sowohl körperliche als auch seelische Probleme hervorrufen. Bedingt durch die Verteilung im gesamten Körper, kann es bei nahezu allen Organen zu krankhaften Zellveränderungen kommen. Allgemeine Komplikationen im Zusammenhang mit der Alkoholabhängigkeit sind meistens Intoxikationen und Entzugssyndrome.

Organschäden betreffen in erster Linie die Leber und können sich in einer Fettleber, Leberentzündung oder auch Leberzirrhose äußern. Aber auch Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes, z. B. der Speiseröhre, des Magens und der Bauchspeicheldrüse und Schädigungen des Herz-Kreislaufsystems entstehen häufig aus einer Alkoholabhängigkeit. Hirnatrophien wie das Wernicke-Korsakow-Syndrom und Muskelatrophien sind in vielen Fällen ebenfalls auf einen längeren Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Studien zufolge besteht ebenfalls eine erhöhte Gefahr für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs; bei Alkoholikerinnen erhöht sich das Brustkrebsrisiko.

Welche Begleiterkrankungen sind möglich?

Auch die Psyche verändert sich durch die Alkoholsucht, so dass häufig auch psychische Begleiterkrankungen auftreten können. Hier spricht man auch von Komorbiditäten. So kann es zu

  • Kognitiven Abbauprozesssen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Depressionen
  • Angstzuständen und einer
  • erhöhter Suizidgefahr

kommen. Eine unterstützende Psychotherapie schafft Vertrauen in die eigene Stärke und mindert die Angst, ohne das Suchtmittel nicht auszukommen. Die Wahrnehmung der eigenen Gefühle wird verbessert und adäquate Problemlösungen gefunden.

Wie schnell regeneriert sich der Körper nach beendeter Alkoholabhängigkeit?

Eine Alkoholtherapie lohnt sich immer, auch bei fortgeschrittener Alkoholsucht. Schließlich können sich die meisten Organe nach einem Alkoholentzug wieder regenerieren oder zumindest deutlich stabiler werden. Obwohl die Regenerationsfähigkeit vom Einzelfall abhängt, gibt es einige grobe Richtwerte für die Dauer der Regeneration. So erstarkt das Immunsystem in der Regel wieder nach zwei bis vier Wochen, ebenso steigt die Schlafqualität. Nach vier Wochen verbessert sich das Hautbild und der Blutdruck sinkt. Der Magen erholt sich meist nach ein bis zwei Monaten Abstinenz, ebenso das Gehirn. Hier übernehmen nach und nach gesunde Gehirnteile die Funktionen geschädigter Gehirnzellen. Die Leber und die Blutwerte stabilisieren sich nach sechs Wochen.

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Eine Alkoholsucht ist kein unentrinnbares Schicksal, sondern kann durch eine qualifizierte Alkoholtherapie beendet werden. Dabei unterstützen wir Sie gerne. Auch wenn Sie weitere Fragen haben oder unsere Klinik kennenlernen möchten, stehen wir Ihnen zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

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"[...] Die Betreuung war außerordentlich gut. Besonders super fand ich die therapeutische Behandlung. Generell die ganze Klinik ist gut ausgestattet und es fehlt an rein garnichts. Das Personal ist ausgesprochen höflich genauso wie die Patienten untereinander. [...]"
"[...] Damals brachte mich mein Mann in die Klinik, die ich mir aufgrund dieser Erfahrungsberichte selber rausgesucht hatte. Dank der hochprofessionellen Therapie, die ich knapp vier Wochen lang genießen (!!) durfte, bin ich zurück im Leben. [...]"
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Die Therapieformen unserer Entzugsklinik haben sich weltweit bewährt

Wir wenden in unserer Sucht- und Entzugsklinik eine Therapieform an, die sich bereits unzählige Male auf der ganzen Welt bewähren konnte und ihre Anfänge in US-amerikanischen Einrichtungen wie z.B. dem Betty Ford Center hatte. Dabei handelt es sich um ein Therapiekonzept, das durch eine sehr hohe Anzahl an Einzeltherapien in erster Linie ganzheitlich und individuell orientiert ist und durch viele interessante Zusatzangebote ergänzt wird.




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