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Drogensucht

Es gelten die gleichen diagnostischen Kriterien und Symptome wie bei der Alkoholsucht. Zahlenmäßig ist die Drogensucht weitaus seltener. Die Lebenszeitprävalenz für irgendeine illegale Droge beträgt 26,7%, die 12-Monatsprävalenz 5,1%. Die Lebenszeitprävalenz des Konsums liegt bei 18- 64 – Jährigen bei Cannabis („weiche Droge“) bei 25,6 %, für Amphetamine bei 3,7%, Kokain bei 3,3%, Ecstasy bei 2,4%, LSD bei 2,4% und Heroin bei 0,5%.

Wir bieten einen qualifizierten Entzug bei der Abhängigkeit von folgenden Drogen:

  • Heroin
  • u.w. wie Crack, LSD, Crystal Meth

 

Diese psychotropen Substanzen werden in der Regel illegal beschafft und konsumiert. Es ist eine sehr heterogene Gruppe mit äußerst unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen und Wirkungen, die aber alle ebenfalls ein hohes bis sehr hohes Suchtpotential haben und oftmals bereits schnell zu schweren, teils irreversiblen oder gar tödlich verlaufenden Schädigungen führen.

Ein wachsendes Problem stellen zudem Entwicklung und Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen (z. B. Spice und synthetische Cannabinoide) dar. Der Begriff „legal highs“ ist irreführend, weil diese Designerdrogen unter das Arzneimittelgesetz fallen; sie unerlaubt in den Verkehr zu bringen ist strafbar.

Die Drogenwirkung unterliegt zahlreichen modulierender Einflüsse; so kann dieselbe Substanz je nach Dosis, Applikationsart, bestehender Toleranz, genetisch mitbedingten Verstoffwechslung, Alter, Geschlecht, klinischem Status, Begleiterkrankungen usw. unterschiedlich wirken. Außerdem ist oft mit (teils toxischen) Zusatz- und Ersatzstoffen zu rechnen. Es spielen also sowohl Droge, als auch Konsument und situative Einflüsse eine Rolle (Set und Setting).

Polyvalenter Missbrauch, Mehrfachabhängigkeit und Polytoxikomanie bewirken oft diagnostische Unsicherheit und erfordern erhöhte Vorsicht. Immer ist differenzialdiagnostisch auch an das Vorliegen überlappender nicht substanzbedingter Störungen und Erkrankungen zu denken.

Behandlung von Cannabisabhängigkeit

Bei den illegalen Drogen ist Cannabis führend. Dabei handelt es sich um die Gesamtheit bioaktiver Substanzen der weiblichen Form der aus Asien stammenden Hanfpflanze Cannabis sativa. Die wichtigste dieser Substanzen ist das ∆-9-Tetrahydrocannabinol (THC), das in Marihuana mit ca. 1- 5%  und in Haschisch in bis zu 10% enthalten ist. Bevorzugte Anwendungen sind Rauchen, Essen und Schnupfen. Neben der euphorisierenden Wirkung können vegetative Symptome, Ängste, Beeinträchtigungen der Urteilsfähigkeit, sozialer Rückzug und z. T. auch Wahrnehmungsstörungen mit Illusionen, Halluzinationen und unterschiedlich lange Psychosen auftreten. 

Teilweise bildet sich eine psychische Abhängigkeit, seltener eine körperliche, heraus. Wir führen stationäre Behandlungen durch bei schwerem Entzugssyndrom, Rückfallgefährdung bzw. ambulanter Therapieresistenz, schwerer komorbider Störung (Persönlichkeitsstörungen, einschl. Erwachsenen-ADHS, Schizophrenie, affektiven Störungen und Angsterkrankungen und Konsum anderer Substanzen) und ausgeprägten Folgeschäden (unterschiedliche Psychosen, Neigung zu Flashbacks, „amotivationales Syndrom“ und kognitive Störungen).

Bei schwerer Intoxikation oder ausgeprägtem Entzugssyndrom greifen wir vor dem Hintergrund unseres haltenden und schützenden Behandlungssettings in der Regel auf Benzodiazepine (Rivotril) oder (niederpotente) Neuroleptika zurück, ansonsten auf Substanzen aus Naturheilkunde und Homöopathie. (Induzierte) Psychosen werden nach entsprechenden AWMF-Leitlinien z. B. mit (atypischen) Neuroleptika behandelt. Unser psychotherapeutisches Vorgehen ist geprägt von motivationsfördernden Interventionen, kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapiemaßnahmen und individueller Fallbetreuung (case management).

Behandlung von Opiatabhängigkeit

Wichtigste Opiate sind Morphin und dessen Derivate, Heroin und Dihydrocodein. Diese entfalten ihre Wirkung an µ-Opiat-Rezeptoren mit Hemmung der Spontanaktivität von Neuronen im Locus coeruleus, dem Ursprung des noradrenergen Systems (Sympathicus). Dadurch lässt sich eine Vielzahl der Symptome der Opiatintoxikation, z. B. Bradykardie und Atemdepression und des Opiatentzugssyndroms erklären. Sie führen zu einer starken psychischen und körperlichen Abhängigkeit, die sich besonders beim Heroin, mit dem größten Suchtpotential, schon nach 2- 3 Injektionen entwickeln kann. Bei Opiatabhängigen ist besonders zu beachten, dass diese in ca. 70% unter komorbiden Störungen leiden und insgesamt meist gravierende intrapsychische und interpersonelle Schwierigkeiten haben. Es kommt auch zu ungünstigen Interaktionen mit ihrer Umgebung mit Aufschaukeleffekten, bis hin zu diversen gesetzlichen Schwierigkeiten.

In unserer Klinik bevorzugen wir bei Opioidabhängigen im Rahmen unserer qualifizierten Entzugsbehandlung einen opiod gestützten Entzug. Wir greifen dabei auf Methadon, Polamidon, Subutex oder Suboxone zurück. Den Entzug unterstützen wir durch intensive und vielschichtige psychotherapeutische Begleitung, sowie durch Maßnahmen physikalischer Therapie, Balneotherapie und Entspannungsverfahren. Bezüglich Medikamenten setzen wir sedierende Antidepressiva, atypische Neuroleptika, Clonidin, aber auch naturheilkundlich-homöopathische Medikamente ein. Ein Opioidentzug ist zwar deutlich weniger gefährlich als ein Alkoholentzug, aber mit starkem Leiden verknüpft. In der Regel dauert die vollständige Entzugsbehandlung von Opioiden länger als bei anderen Suchtmitteln. Es ist aber möglich, auch vorerst nur einen Teilentzug durchzuführen und nach einer Stabilisierungsphase mit dem Entzug fortzufahren. Es ist als erster Therapieerfolg zu werten, wenn der Patient den Entzug durchhält.

Behandlung von Kokainabhängigkeit

Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt unserer Klinik ist die Behandlung von Störungen durch Kokain und anderen Stimulanzien. Kokain stammt aus den Blättern des Kokastrauchs. Es wird meistens geschnupft, z. B. in Peru auch gekaut. Crack, ein Derivat wird, geraucht; es wirkt schneller und intensiver und ist auch hinsichtlich Komplikationen und Suchtentwicklung gefährlicher. Nicht selten wird Kokain mit Heroin gemischt und injiziert (Speedball).

Kokain und Stimulanzien haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial mit relativ rascher Toleranzentwicklung. Sie aktivieren mesolimbische und mesokortikale dopaminerge Neurone. Kokain hemmt den Rücktransport von synaptisch freigesetztem Dopamin (und von Serotonin und Noradrenalin) in die Nervenzelle.

Behandlung von Amphetaminabhängigkeit

Zu den Amphetaminen gehören Amphetamin, Methamphetamin (Speed; Ice, Crystal) und 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA; Ecstasy, E, X, XTC, Adam, Love-drug). Amphetamine sind ebenfalls Wiederaufnahmehemmer der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, setzen diese aber auch zusätzlich in den synaptischen Spalt frei.

Durch die Kombination von Kokain und Amphetaminen mit Antidepressiva kann es zu einer potenzierenden Interaktion kommen. Zu den gefährlichsten Komplikationen gehören vaskuläre Komplikationen wie Herzinfarkte und ischämische oder hämorrhagische Schlaganfälle.

Wir behandeln Intoxikationen mit Kokain bzw. Amphetaminen in der Regel mit Benzodiazepinen (Lorazepam) und geben bei psychotischen Symptomen atypische Neuroleptika.

Beim Entzug können bei diesen Substanzen folgende Symptome auftreten: Dysphorie, Müdigkeit, lebhafte unangenehme Träume, Schlaflosigkeit oder Hypersomnie, Appetitsteigerung, psychomotorische Verlangsamung oder Unruhe.

Die Entzugssymptome setzen bei Kokain wegen seiner relativ kurzen Halbwertszeit von 45- 60 min deutlich schneller ein als bei Methamphetamin mit einer Halbwertszeit von 10- 30 Std.

Behandlung von Begleiterkrankungen Drogenabhängiger

Drogenbedingte Erkrankungen treten oftmals zusammen mit anderen psychischen Störungen auf. Mehr als die Hälfte der Betroffenen leidet in ihrem Leben unter mindestens einer anderen psychischen Störung, am häufigsten unter affektiven- und Angststörungen, Schizophrenien und anderen Psychosen, Verhaltensstörungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (einschließlich ADHS) sowie Persönlichkeitsstörungen. Dabei besteht die komorbide psychische Störung meist vorher.