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Kokainsucht: Wenn Gehirn & Psyche nach Stoff gieren

Bekannt unter den klangvollen Bezeichnungen Schnee, Weißes Gold oder Nose Candy, können die körperlichen und sozialen Folgen der Kokainsucht fatal ausfallen und sind weitaus weniger schön, als es der Name vermuten lässt. So erzeugt Kokain aufgrund der extrem hohen Euphorie die größte psychologische Abhängigkeit. Einmal angefangen, steigt das Verlangen nach der Droge ins Unermessliche; eine Beendigung der Kokainsucht ist ohne ärztliche Unterstützung kaum möglich. Um die Kokainabhängigkeit dennoch beendigen zu können, ist es wichtig, sich der Gefahren und Risiken der Droge bewusst zu werden und die zugrunde liegenden Ursachen und Mechanismen zu verstehen.

Allgemeine Informationen zur Kokainsucht

Was ist Kokain und wie wirkt es?

Kokain ist eine Substanz, die aus den Blättern des südamerikanischen Coca-Strauches gewonnen und zu einem kristallinen Pulver verarbeitet wird. Stark stimulierend und euphorisierend, wird das weiße Pulver weltweit als Rauschdroge angewendet. Die Wirkungsdauer hängt in erster Linie von der Einnahmeart ab und erfolgt bei gelegentlichem Gebrauch zur Leistungssteigerung, in der Regel nasal oder auch oral. Bei regelhaft fortgesetzter Einnahme mit Entwicklung einer Abhängigkeit kann die intravenöse Gabe hinzukommen. Hier wird die Substanz über einer Flamme verflüssigt und direkt in die Vene injiziert. Während beim Schnupfen von Kokain die Wirkung nach 2 bis 3 Minuten eintritt und bis zu 45 Minuten andauern kann, erzeugt das Rauchen von sogenanntem Crack nach nur 8 bis 10 Sekunden eine deutlich schnellere körperliche Reaktion, die jedoch nur 5-10 Minuten anhält. Bei der Zufuhr über die Vene wird die gewünschte Euphorie nach 30 bis 45 Sekunden erreicht und dauert rund 10 bis 20 Minuten an. Im Vergleich zu den Spätfolgen hält die euphorisierende Wirkung also nur eine kurze Zeit an. Aufgrund des hohen Suchtpotenzials wird Kokain von zahlreichen Drogenexperten als extrem gefährliche Droge bewertet, der Konsum und Verkauf sind illegal.

Was passiert nach dem Kokainkonsum?

Der Kokainrausch verläuft üblicherweise in mehreren Phasen und reicht vom euphorischen Stadium über das Rauschstadium bis hin zum depressiven Stadium. So zeichnet sich das euphorische Stadium durch ein erhöhtes Selbstwertgefühl, gesteigerten Antrieb und eine stärkere Sinneswahrnehmung aus. Ebenso verringert sich das Schlafbedürfnis und das sexuelle Verlangen steigt an. Nach kurzer Dauer klingt die euphorische Phase ab und der Konsument tritt in das Rauschstadium ein, das sich in erster Linie durch paranoide Stimmungen und akustische Halluzinationen bemerkbar macht. Im Endstadium verkehrt sich die stimulierende Wirkung komplett ins Gegenteil. Der Süchtige leidet an massiven depressiven Verstimmungen, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit und Schuldgefühlen. Im schlimmsten Falle treten Suizidgedanken auf.

Wie schnell macht Kokain abhängig?

Kokain besitzt ein sehr hohes Abhängigkeitspotential mit rascher Wirkung einer Toleranz. Dies liegt in erster Linie an der direkten Beeinflussung des Neurotransmitterstoffwechsels und der pulsartigen, rasanten Freisetzung des Belohnungs-Botenstoffes Dopamin. Diese ist bedeutend höher als bei allen anderen Belohnungseffekten ohne Kokain-Einfluss. Dadurch treten euphorische Effekte auf, die zum maximalen Wohlfühlen mit vermehrter Wachsamkeit führen und Hunger und Müdigkeit unterdrücken. Darüber hinaus wird eine erhöhte Leistungsfähigkeit und Antriebssteigerung verspürt, gepaart mit einer Verstärkung des sexuellen Erlebens. So ist leicht nachvollziehbar, dass der Konsument bei nachlassender Wirkung in eine schwere Depression verfällt und den Hochzustand so schnell wie möglich wieder erleben möchte. Nicht selten wird dabei auch die Dosis erhöht, so dass es bereits nach sehr geringen Konsummomenten zu einer Kokainabhängigkeit kommen kann.

Wie entsteht eine Kokainsucht und welche Menschen sind besonders gefährdet?

Der Wunsch dazuzugehören, hip zu sein und die Suche nach dem besonderen Kick: In vielen Fällen spielt das soziale Umfeld eine große Rolle beim Kokain-Konsum. Nach dem Motto „Einmal ist keinmal“ wird der Rausch auf Partys ausgekostet und eine Line geschnupft. Das böse Erwachen kommt oft hinterher. Auch Menschen mit Selbstwertproblemen oder starkem Stress sind eher gefährdet, als Menschen mit einem abwechslungsreichen Leben und stabilen Beziehungen. Schließlich gilt die Droge als Leistungsdroge und erzeugt zumindest kurzfristig die Illusion stärker und selbstbewusster zu sein. Familiäre und genetische Einflüsse nehmen ebenfalls Einfluss auf das Konsumverhalten und die Entstehung einer möglichen Kokainsucht. Dennoch spielen immer mehrere Faktoren und die aktuelle Lebenssituation zusammen, damit ein Mensch zur Droge greift. Einen bestimmten Suchtcharakter gibt es nicht.

Diagnose der Kokainabhängigkeit

Wie lässt sich der Konsum der Droge Kokain nachweisen?

Hier gilt es zu unterscheiden zwischen dem Nachweis eines Kokainkonsums und einer möglichen Kokainsucht. Der Konsum von Kokain lässt sich in der Regel durch Laboruntersuchungen belegen. Grundsätzlich ist die Nachweisbarkeit in Blut und Urin jedoch nur äußerst kurz und von der Stoffwechselgeschwindigkeit, der Konsumhäufigkeit, der Urinkonzentration und dem Testverfahren abhängig. So lässt sich die stattgefundene Einnahme im Blut nur innerhalb von 6 bis 24 Stunden (Serum) bzw. innerhalb von 2 bis 3 Tagen (Abbauprodukte) bestätigen. Im Urin kann das Abbauprodukt Benzoylecgonin bis zu 4 Tagen nachgewiesen werden. Beim täglichen Konsum mehrerer Gramm Kokain liegt die Nachweisdauer zwischen 15 und 22 Tagen. Weitere Untersuchungsparameter sind Schweiß- und Haaranalysen, die jedoch in der Auswertung unsicherer sind.

Welche Indizien deuten auf eine Kokainabhängigkeit?

Um eine Kokain-Sucht zu diagnostizieren, wird auf das internationale Klassifizierungssystem ICD-10 zurückgegriffen, das die Erkrankung in verschiedene Unterformen unterteilt. Diese reichen von der akuten Intoxikation, über den schädlichen Gebrauch und das Abhängigkeitssyndrom bis hin zu psychischen Störungen.

Das Abhängigkeitssyndrom selbst zeichnet sich durch bestimmte Kriterien aus, von denen im Falle einer Kokainsucht im letzten Jahr 3 gleichzeitig aufgetreten sein müssen:

  • Starkes Verlangen nach einer bestimmten Substanz (Craving)
  • Kontrollverlust über Einnahme & Menge des Suchtmittels
  • Gesteigerter Konsum durch Toleranzentwicklung
  • Physische & psychische Entzugserscheinungen bei Beendigung der Einnahme
  • Bestimmung des Lebens durch die Droge
  • Weitere Einnahme trotz schädlicher Nebenwirkungen

Folgen der Kokainsucht

Welche Nebenwirkungen treten bei einer akuten Kokain-Intoxikation auf?

Im Rahmen der Intoxikation treten sehr häufig Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Dystonien, Dyskinesien und selten gar epileptische Krampfanfälle bis hin zum Koma auf. Ebenso treten nicht selten Psychosen und Halluzinationen auf.

Welche langfristigen Risiken sind mit der Kokain-Abhängigkeit verbunden?

Neben der psychischen Abhängigkeit führt der dauerhafte Konsum von Kokain zu chronischen Störungen des Nervensystems. Durch den erhöhten Blutdruck besteht ein fünffach höheres Risiko für Schlaganfälle als bei abstinenten Personen. Unerwünschte psychische Wirkungen bestehen in sexuellen Funktionsstörungen, anhaltenden paranoiden Wahnvorstellungen, Depressionen, innerer Unruhe und Schlafstörungen. Auch die Persönlichkeit verändert sich stark und weist antisoziale und narzisstische Tendenzen auf. Der Kontakt mit Familie, Freunden und anderen Menschen wird immer unwichtiger, alles dreht sich um den vermeintlichen Genuss von Koks oder Crack. In vielen Fällen kommt es zum völligen sozialen Rückzug. Darüber hinaus verändern sich bei regelmäßigem Gebrauch nicht nur Gehirn, Psyche und Sozialverhalten, sondern auch andere Organe werden massiv geschädigt. Zu den hauptsächlichen körperlichen Folgen der Kokain-Sucht zählen Beeinträchtigungen von Herz, Leber und Niere. Der Körper besitzt insgesamt weniger Widerstandskraft und Leistungsfähigkeit.

Welche Risiken können durch die Einnahme entstehen?

Auch die Art des Konsums birgt gewisse Gefahren und ist umso risikoreicher, je schneller das Kokain vom Körper aufgenommen wird. Die größte Gefahr besteht daher bei der Injektion und der oralen Anwendung. Darüber hinaus kann es beim Rauchen von Crack zur sogenannten Crack-Lunge – verbunden mit Sauerstoffmangel im Blut und Blutspucken – kommen. Wird die Inhalation durch Pressen verstärkt, können sich im schlimmsten Falle Luftansammlungen in Brustfell oder Herzbeutel bilden. Durch eine nasale Applikation (Sniefen) drohen Verletzungen der Nasenschleimhaut, häufiges Nasenbluten und eine Beeinträchtigung oder gar ein Verlust des Geruchssinnes. Eine Injektion kann durch Verunreinigungen der Substanz lokale Infektionen verursachen. Bei von mehreren Personen genutzten Spritzen besteht die Möglichkeit, sich mit Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis anzustecken; um zumindest jene mit der Einnahme verbundenen Risiken zu vermeiden, ist ein Safer Use unabdingbar.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen gibt es?

Grundsätzlich sind die gesundheitlichen Risiken beim Konsum mehrerer Wirkstoffe höher als bei alleiniger Anwendung von Kokain, da Körper und Psyche stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. So wird die Wirkung von Alkohol während des Kokain-Rausches kaum bemerkt, so dass es durch erhöhten Gebrauch leicht zu einer Alkoholvergiftung kommen kann. Die Einnahme von Kokain und Nikotin verengt die Gefäße und birgt ein noch höheres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Ebenso abzuraten ist von einer Kombination mehrerer Drogen, da dadurch das Herz-Kreislauf-System extrem belastet wird und zum Teil lebensgefährliche Nebenwirkungen auftreten können.

Behandlung der Kokain-Abhängigkeit

Wie wird die Kokainsucht behandelt?

Aufgrund der hohen psychischen Abhängigkeit ist eine Beendigung der Kokainabhängigkeit in der Regel nur durch einen qualifizierten Kokain-Entzug und professionelle Hilfe möglich. Schließlich müssen nach der Einsicht der Kokain-Abhängigkeit viele Hürden überwunden werden, um endgültig vom Kokain loszukommen. So ist der körperliche Entzug häufig verbunden mit Schmerzen und dem Dermatozoenwahn, bei dem der Konsument das Gefühl hat, dass sich Insekten unter seiner Haut befinden. Diese Entzugssymptome werden in einer qualifizierten Klinik für Drogenentzug wie der My Way Betty Ford Klinik leitliniengerecht mit Medikamenten gelindert. Durch die Entgiftung wird die spezifische Wirkung der Droge auf das Belohnungssystem aufgehoben, so dass sich der Stoffwechsel des Gehirns nach und nach wieder normalisiert. Ein kalter Entzug zu Hause sollte aufgrund der starken Nebenwirkungen und der hohen Rückfallgefahr vermieden werden.

Aus welchen Phasen besteht die Kokain-Therapie?

Grundsätzlich besteht der Kokain-Entzug aus 4 aufeinander aufbauenden Phasen, die von jedem Konsumenten durchlaufen werden und sich individuell in ihrer Länge unterscheiden:

  • Einsicht der Kokainsucht mit anschließendem Entschluss, sich Hilfe zu suchen (Motivation)
  • Stationäre Entgiftung unter der Aufsicht auf Sucht spezialisierter Ärzte (Entgiftung)
  • Auflösung der psychischen Abhängigkeit (Entwöhnung)
  • Ambulante Stabilisierung durch Psychotherapie und den Besuch von Selbsthilfegruppen (Nachsorge)

Sie haben weitere Fragen zur Kokainsucht?

Zur Kokainabhängigkeit gibt es einerseits zahlreiche Informationen im Internet, andererseits können viele Fragen nicht ausreichend beantwortet werden, da sich die Entstehungsgeschichte und der Suchtverlauf von Fall zu Fall unterscheiden. Unsere Spezialisten helfen Ihnen gerne persönlich weiter und gehen empathisch und kompetent auf individuelle Anliegen ein. Melden Sie sich bei uns!

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"[...] Die Betreuung war außerordentlich gut. Besonders super fand ich die therapeutische Behandlung. Generell die ganze Klinik ist gut ausgestattet und es fehlt an rein garnichts. Das Personal ist ausgesprochen höflich genauso wie die Patienten untereinander. [...]"
"[...] Damals brachte mich mein Mann in die Klinik, die ich mir aufgrund dieser Erfahrungsberichte selber rausgesucht hatte. Dank der hochprofessionellen Therapie, die ich knapp vier Wochen lang genießen (!!) durfte, bin ich zurück im Leben. [...]"
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Wir wenden in unserer Sucht- und Entzugsklinik eine Therapieform an, die sich bereits unzählige Male auf der ganzen Welt bewähren konnte und ihre Anfänge in US-amerikanischen Einrichtungen wie z.B. dem Betty Ford Center hatte. Dabei handelt es sich um ein Therapiekonzept, das durch eine sehr hohe Anzahl an Einzeltherapien in erster Linie ganzheitlich und individuell orientiert ist und durch viele interessante Zusatzangebote ergänzt wird.




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