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Schmerzmittelabhängigkeit: Süchtig nach Analgetika

Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin und Diclofenac – sie gehören zu den frei verkäuflichen Schmerzmitteln, die deutschlandweit in jeder Apotheke für wenig Geld zu haben sind. Ihre Einsatzgebiete sind vielseitig. Bei Zahnweh, Rückenbeschwerden oder Kopfschmerzen genügt es, ein bis zwei Tabletten einzunehmen und schon haben Betroffene für ein paar Stunden Ruhe. Dieser Effekt kann sich jedoch abnutzen und bei einigen Beschwerden sind die frei verkäuflichen Wirkstoffe von vornherein nicht effektiv genug. In solchen Fällen müssen sich Schmerzpatienten von ihrem Arzt stärkere Medikamente verschreiben lassen. Mitunter bringen diese jedoch schwere Nebenwirkungen mit sich oder können in eine Medikamentensucht führen. Umso wichtiger ist es, dass die Risiken von Schmerzmitteln nicht unterschätzt werden.

Welche Arten von Schmerzmitteln gibt es?

Medikamente gegen Schmerzen, die in der Fachsprache als Analgetika bezeichnet werden, gibt es beinahe so viele wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Unterschieden wird meist zwischen drei Gruppen:

  • Opioide Analgetika
  • Nicht-opioide Analgetika
  • Cannabinoide

Für Patienten aus Deutschland stehen vor allem opioide und nicht-opioide Analgetika im Fokus. Ibuprofen, Diclofenac, ASS oder Naproxen können als nicht-opioide Analgetika in niedrigen und mittleren Dosierungen rezeptfrei in jeder Apotheke gekauft werden. Dagegen sind Morphin, Fentanyl und Tramadol als opioide Schmerzmittel ausschließlich auf Rezept erhältlich und unterliegen teilweise sogar dem Betäubungsmittelgesetz. Neuesten Umfragen zufolge greifen mehr als 16 Millionen Deutsche mehr oder weniger regelmäßig zu rezeptfreien Schmerzmitteln. Bei den Opioiden ist die Zahl der Verordnungen in den letzten Jahren ebenfalls deutlich angestiegen. So ist davon auszugehen, dass die verordnete Menge zwischen 2006 und 2015 um rund ein Drittel zugenommen hat. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen mit Fentanyl, Tilidin, Tramadol oder anderen Medikamenten dieser Gruppe behandelt werden.

Die unterschiedlichen Gruppen von Schmerzmitteln verfügen jeweils über spezifische Wirkmechanismen. Während die Wirkung von Ibuprofen vorrangig auf der Blockade von Enzymtätigkeiten basiert, binden Opioid-Schmerzmittel an spezifische Rezeptoren im zentralen Nervensystem und verändern das chemische Gleichgewicht im Gehirn des Menschen. Deshalb werden diese Medikamente auch als psychoaktiv bezeichnet. Darüber hinaus zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie parallel zur schmerzstillenden Wirkung euphorisierende Effekte hervorrufen können. Gerade dies erhöht die Gefahr eines Missbrauchs bei Opiaten enorm. Obwohl das hohe Suchtpotenzial bekannt ist, zeigen Statistiken, dass Ärzte hierzulande immer häufiger verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente verordnen. So kommt es beispielsweise vor, dass der behandelnde Arzt eine Packung Tramal® schon nach einer Zahnbehandlung oder bei stressbedingtem Kopfschmerz verschreibt – und das nicht selten in viel zu großen Packungen. Somit wird die eigentlich vorgesehene Behandlungsdauer von wenigen Tagen vielfach nicht eingehalten, weil die Patienten noch Tabletten vorrätig haben. Überzählige Pillen oder Tropfen werden an Freunde oder Verwandte weitergegeben, so dass diese sich bei Schmerzen den Besuch beim Arzt ersparen. Die Folge dieses unvorsichtigen Umgangs zeigt sich aktuell in den USA, wo Millionen Amerikaner von Opioiden und Opiaten abhängig sind und eine regelrechte Opioid-Epidemie dafür gesorgt hat, dass Präsident Donald Trump den Notstand ausrief.

Wie wird man schmerzmittelabhängig?

Schmerzmittelabhängigkeit: Wie wird man schmerzmittelabhängig?

Wer hin und wieder zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen greift, um Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden zu lindern, wird für gewöhnlich nicht sofort nach diesen Medikamenten süchtig. Während eine rein körperliche Abhängigkeit bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen normalerweise nicht zu befürchten ist, sieht das bei verschreibungspflichtigen Mitteln wie Oxycodon oder Fentanyl ganz anders aus, da diese bei anhaltendem Gebrauch sogar in niedrigen Dosen abhängig machen können. Deshalb dürfen diese Arzneimittel nur für einen kurzen Zeitraum und in so niedriger Dosis wie möglich eingenommen werden. Andernfalls beeinflussen die Präparate den Neurotransmitter-Stoffwechsel und verändern die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn. Das bedeutet, dass die Wahrnehmung und Reizweiterleitung des Patienten aktiv beeinflusst wird. Die schmerzstillende Wirkung und der euphorisierende Effekt, den die Analgetika auslösen, wird vom Gehirn als Belohnung eingestuft, was wiederum zur Ausbildung eines Suchtgedächtnisses führt. Das Gehirn verlangt automatisch immer wieder nach der “Belohnung”. Bleibt diese aus, reagieren Körper und Psyche mit Entzugserscheinungen. Nutzt sich der Belohnungseffekt ab, muss die Einnahme schließlich in höheren Dosen erfolgen, um die positive Wirkung weiterhin wahrnehmen zu können.

Ganz ähnlich sieht es bei Arzneimitteln wie Paracetamol, Ibuprofen oder dem Wirkstoff ASS aus. Hier kann sich mit der Zeit ebenfalls ein Gewöhnungseffekt einstellen. Das bedeutet, dass die Schmerzmittel nicht mehr dieselbe Wirkung auslösen. Hat zu Beginn der Einnahme noch eine Tablette genügt, um den Kopfschmerz verschwinden zu lassen, müssen es nun vielleicht zwei oder drei Pillen sein. Darüber hinaus kann es passieren, dass sich die Schmerzen durch die Einnahme der Medikamente verschlimmern und sich ein sogenannter medikamenteninduzierter Kopfschmerz ausbildet. Zudem nehmen die Nebenwirkungen der Wirkstoffe zu. Dies führt zu einem gesundheitlichen Dilemma. Ohne die Schmerzmittel zu leben scheint unmöglich, doch mit der regelmäßigen Einnahme in immer höheren Dosen schaden sich die Patienten selbst.

Schmerzmittelsucht-Symptome: Wie äußert sich Schmerzmittelabhängigkeit?

Patienten können sowohl von verschreibungspflichtigen als auch von nicht-verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln abhängig werden. Allerdings sollten in diesem Zusammenhang zwei Qualitäten der Schmerzmittelsucht unterschieden werden. Menschen, die ein starkes Opioid einnehmen, um sich von chronischen Schmerzen zu befreien, werden meist bereits nach wenigen Wochen – oftmals sogar Tagen – sowohl körperlich als auch psychisch abhängig. Das äußert sich anhand verschiedener Symptome. So leiden die Patienten zum Beispiel unter körperlichen Entzugserscheinungen, wenn sie die Dosis reduzieren. Dazu gehören etwa Krämpfe, Kopfschmerzen, Zittern, depressive Verstimmungen, Schweißausbrüche, Magen-Darm-Beschwerden und sogar Halluzinationen oder Angst- und Panikattacken. Deshalb sollten sich Menschen mit einer Opioid-Sucht stets in ärztliche Obhut begeben, wenn sie die Schmerzmittel absetzen möchten bzw. sich zu einem Entzug entschließen. Ebenso kann auf eine Medikamentenabhängigkeit hindeuten, dass sich die Patienten immer stärker auf die regelmäßige Einnahme fokussieren – allein der Gedanke auf eine Tablette zu verzichten, führt zu Angst- und Panikgefühlen. Stellt sich eine Toleranzentwicklung ein, so dass eine Dosissteigerung notwendig wird, erhöhen sie die tägliche Dosis der Tabletten oft eigenmächtig oder suchen sich einen Arzt, der ihnen eine höhere Dosierung verschreibt. Auch wenn körperliche oder psychische Nebenwirkungen der Mittel auftreten, werden diese in Kauf genommen oder kleingeredet, um mit der Tabletteneinnahme nicht aufhören zu müssen. Bis Schmerzpatienten merken, dass mit ihrem Medikamentenkonsum etwas nicht stimmt, ist es häufig bereits zu spät. Die Sucht hat sich schon so weit verfestigt, dass ihnen nur noch ein Entzug helfen kann.

Bei einer Abhängigkeit von Schmerzmitteln wie Ibuprofen treten normalerweise keine gravierenden körperlichen Entzugserscheinungen auf. Die Sucht spielt sich eher auf psychischer Ebene ab. Betroffene meinen, dass ihre Schmerzen ohne die Tabletten sofort zurückkehren oder dass sie diese ohne das Medikament nicht ertragen können. Deshalb nehmen sie die Arzneimittel fortlaufend ein, ohne dass hierfür eine medizinische Indikation besteht. Oder sie bleiben bei der Einnahme, weil sie nicht wissen, dass die Schmerzen, die sie empfinden, möglicherweise medikamenteninduziert sind.

Warum ist eine Abhängigkeit von Schmerzmitteln gefährlich?

Der dauerhafte Missbrauch von Schmerzmitteln kann für Körper und Psyche langfristige negative Konsequenzen haben. Das betrifft Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac genauso wie opioidhaltige Präparate. Letztere sind schließlich nicht nur wegen ihres Suchtpotenzials gefährlich. Die dauerhafte Einnahme kann Konzentrationsstörungen, psychische Erkrankungen sowie Gangunsicherheit, Verlust der Libido, Schlafstörungen und vieles mehr auslösen. Besonders bedenklich ist, dass Betroffene der Medikamenteneinnahme allmählich alles andere unterordnen. Sie verlieren das Interesse an sozialen Kontakten und vereinsamen zunehmend, weil sich tagaus, tagein alles nur noch um die Schmerzmittel dreht.

 

Obwohl der Suchtcharakter bei Medikamenten wie Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin ein anderer ist als bei rezeptpflichtigen Schmerzmitteln wie Morphin oder Fentanyl, bringt der dauerhafte Missbrauch auch hier ein hohes Risiko für die Gesundheit des Betroffenen mit sich. Die meisten Wirkstoffe nicht rezeptpflichtiger Schmerzmittel können bei langfristiger Anwendung und höheren Dosierungen große organische Schäden hervorrufen und sogar lebensgefährliche Konsequenzen haben. Zu den häufigsten Begleiterscheinungen bzw. den gefährlichen Nebenwirkungen zählen je nach Präparat unter anderem:

  • Schwere Leberschäden
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nierenschäden bis hin zur Dialysepflichtigkeit

Die Risiken sind umso größer, je länger das Medikament eingenommen wird und je höher die Dosis ausfällt. Wie lang der Zeitraum ist, in dem eine Behandlung unbedenklich erfolgen kann, ist aus ärztlicher Sicht umstritten. Teilweise wird davon ausgegangen, dass ernstzunehmende Folgen der Wirkstoffe ab 15 Einnahmetagen pro Monat einkalkuliert werden müssen. Andere Ärzte hingegen empfehlen die Behandlung mit den rezeptfreien Medikamenten nur an maximal fünf Tagen pro Monat. Noch strenger sind die Vorgaben und Richtlinien bei opioidhaltigen Schmerzmitteln. Hier sollte die Dosis stets so gering wie möglich ausfallen und über den kürzest möglichen Zeitraum eingenommen werden. In den Packungsbeilagen vieler Präparate steht beispielsweise der Hinweis, dass eine maximale Einnahmedauer von einer oder zwei Wochen nicht überschritten werden sollte.

Was tun bei Schmerzmittelabhängigkeit?

Patienten, die über Jahre hinweg Medikamente bewusst oder unbewusst missbrauchen, schaffen es oftmals nicht allein und ohne fremde Hilfe aus der Suchtspirale auszusteigen. Dies kann verschiedene Gründe haben. So gibt es viele Betroffene, denen gar nicht bewusst ist, dass sie abhängig sind. Für sie ist die Einnahme von Arzneimitteln gegen ihre Schmerzen Alltagsroutine. Das Gefahrenpotenzial wird dabei oft um ein Vielfaches unterschätzt. Daneben gibt es viele Patienten, die ihre Sucht erkannt haben, sich aber vor einem Entzug fürchten. Sie glauben, ohne die Tabletten sofort wieder unter den ursprünglichen Symptomen zu leiden und scheuen sich daher davor, auf die Medikamenteneinnahme zu verzichten. Hinzu kommen häufig Scham und die Angst vor einer Stigmatisierung. Schließlich werden Suchtkrankheiten heute immer noch regelmäßig als Willens- oder Charakterschwäche missinterpretiert.

Das Überwinden der Schmerzmittelabhängigkeit gelingt am besten über einen Entzug, wobei der Weg hin zur Abstinenz immer an die individuelle Suchthistorie angepasst werden sollte. So empfiehlt es sich bei Patienten, die von Opioid-Schmerzmitteln abhängig sind, nicht auf eigene Faust und ohne die Betreuung durch einen Arzt zu entziehen. Weil die möglichen Entzugserscheinungen sehr belastend sind und gegebenenfalls sogar lebensbedrohlich werden können, sollten Suchtkranke mit einer Langzeitabhängigkeit immer in einer Suchtklinik entziehen.

Der körperliche Entzug erfolgt über ein schrittweises Ausschleichen der Medikamente. Das bedeutet, dass die Dosis langsam reduziert wird. Dadurch bleiben die Entzugserscheinungen begrenzt, während sich Körper und Psyche des Suchtkranken an den Verzicht gewöhnen können. In der My Way Betty Ford Klinik behandeln wir Patienten stets nach einem individuellen Therapieplan. Sowohl die Detoxikation (Entgiftung) wie auch die anschließende psychotherapeutische Behandlung werden auf die Bedürfnisse des Suchtkranken ausgerichtet. Dadurch verläuft der Medikamentenentzug so wenig belastend wie möglich. Zudem werden die Ursachen der Suchtentwicklung betrachtet und neue Strategien für den Umgang mit Arzneimitteln sowie belastenden Situationen entwickelt. Ziel ist die ganzheitliche Behandlung des Suchtkranken, damit dieser langfristig wieder zu mehr Lebensqualität gelangt. Darunter fällt auch eine Fokussierung auf die Schmerzen, die mitverantwortlich für den Tablettenmissbrauch gewesen sind. Führende Schmerzmediziner sind sich sicher, dass viele Arten von chronischen Schmerzen nicht zwangsläufig eine körperliche Ursache haben, sondern vielmehr psychischer Natur sind. In der psychotherapeutischen Betreuung unserer Klinik wird dieser Aspekt ebenfalls genauer beleuchtet. Zudem können begleitende Therapieangebote in Anspruch genommen werden, die sich bei der Behandlung von Schmerzpatienten als durchaus hilfreich erwiesen haben. Hierzu gehören sport- und bewegungstherapeutische Angebote, Achtsamkeitstrainings und Entspannungsverfahren, ebenso wie Physiotherapie und Rückenschule. Gerne stehen wir Ihnen nach einer unverbindlichen Kontaktaufnahme für weitere Informationen zur Schmerzmittelabhängigkeit und zu unserer Klinik zur Verfügung.

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Was ehemalige Patienten über uns sagen

"[...] Der gesamte Aufenthalt hat mich sehr zufriedengestellt. Dem Alkoholproblem wurde offen entgegen gewirkt. Die sehr erfahrenen Therapeuten und Ärzte haben mir sehr geholfen. Der Aufenthalt in der Klinik war sehr positiv. [...]"
"[...] Die Betty Ford Klinik hat mir entscheidend geholfen meine Alkoholsucht hinter mir zu lassen. Vom Hausmeister bis hin zur Pflege und Verwaltung hat jeder dazu beigetragen, dass ich sehr positiv gestimmt die Klinik verlassen habe. [...]"

Die Therapieformen unserer Entzugsklinik
haben sich weltweit bewährt

Wir wenden in unserer Sucht- und Entzugsklinik eine Therapieform an, die sich bereits unzählige Male auf der ganzen Welt bewähren konnte. Dabei handelt es sich um ein Therapiekonzept, das durch eine sehr hohe Anzahl an Einzeltherapien in erster Linie ganzheitlich und individuell orientiert ist und durch viele interessante Zusatzangebote ergänzt wird.





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