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Im Rahmen eines vierwöchigen Aufenthaltes können Sie in unserer Klinik einen Alkoholentzug machen. Als Deutschlands einzige Privatklinik, die sich ausschließlich auf Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert hat, sind wir darin sehr erfahren. Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier. Im Folgenden möchten wir Sie darüber aufklären, was ein Alkoholentzug ist:

Was ist ein Alkoholentzug?

Definition

 

Was ist ein Alkoholentzug?

Für Betroffene ist ein Alkoholentzug ein sehr schwieriger, aber auch ein sehr wichtiger Schritt in eine neue Zukunft. Um überhaupt an diesen Punkt zu kommen, ist es notwendig, zu erkennen, dass man einen problematischen Umgang mit Alkohol hat. In einem weiteren Schritt ist die Entscheidung zu treffen, dass man sich helfen lassen möchte. In der Regel ist es ein steiniger, langer und teilweise von Rückschlägen geprägter Weg bis zu einer Entscheidung, einen Alkoholentzug machen zu wollen, der immer wieder Ermutigung, Unterstützung, Halt und Orientierung erfordert.

Oft versucht das Umfeld den Betroffenen auf dem Weg dahin zu unterstützen. In der Regel versuchen Familienangehörige, Freunde oder Kollegen den Betroffenen von einem abstinenten Leben zu überzeugen. Wichtig ist dabei, dass der Betroffene dies als Unterstützung erkennt und annimmt, aber trotzdem den Entschluss zum Alkoholentzug möglichst als eigene Entscheidung trifft. Dies erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Therapie zwar deutlich, ist aber nicht obligat. Oft hilft auch ärztlicherseits ein Ratschlag, eine Kurzintervention oder eine Suchtberatungsstelle.

Ist der Entschluss zum Alkoholentzug gefasst, steht in der Regel die Angst vor den weiteren Schritten im Vordergrund. Insbesondere welche körperlichen, aber auch psychischen Folgen ein Entzug hat bzw. wie ich zukünftig ohne mein Suchtmittel zurechtkomme. Hier können wir Ihnen mit unseren erfahrenen Fachärzten und Psychotherapeuten, aber auch durch das kompetente und menschliche Pflegeteam die Angst nehmen, indem wir im Rahmen unserer Therapie die Entgiftung medikamentös unterstützen und gleichzeitig eine psychologische und pflegerische Begleitung anbieten. Durch die medikamentöse Unterstützung und das gesamte Setting können die Entzugserscheinungen deutlich gelindert werden. Wir richten uns bei der Durchführung sehr stark nach Ihren Wünschen.

 

Wie entsteht eine Abhängigkeit?

Die Entstehung einer Abhängigkeit ist sehr individuell und es können viele Faktoren eine Rolle spielen. Gründe können beispielsweise Langeweile, Einsamkeit, Schmerzen, Depressionen, Ängste und Unsicherheit sein. Betroffene trinken Alkohol, um diese Probleme zu vergessen und um sich besser zu fühlen. Diese Probleme können innerhalb der Familie, den Beziehungen zu anderen nahestehenden Personen oder am Arbeitsplatz ihren Ursprung haben, aber auch psychische Aspekte spielen eine Rolle. Häufig sind auch Eltern oder der Freundeskreis Vorbilder oder ermuntern sogar, Alkohol zu trinken, um geselliger und lockerer zu sein.

Der Umgang mit den eigenen Gefühlen ist häufig ein zentral zugrundeliegender Punkt. Mit Alkohol erträgt man Probleme scheinbar besser und unangenehme Gefühle werden gelindert. Letztendlich sind jedoch die Gründe, warum einige Menschen alkoholabhängig werden und viele andere wiederum nicht, aber noch immer nicht vollständig geklärt. Auch auf die Frage, ob auch erblich bedingte Gründe eine Rolle für eine Abhängigkeit spielen können, konnte ebenfalls noch keine eindeutige Antwort gefunden werden.

 

Diagnose

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist harmlos und schleichend. Von der ersten Flasche Bier, dem ersten Exzess, dem gesellschaftlichen Trinken hin zum riskanten und dem täglichen Konsum und der Erkenntnis: „Es geht nicht mehr ohne“. Dieser schleichende Verlauf ist aber sehr tückisch, denn die meisten Betroffenen bemerken die Grenze zwischen dem scheinbar harmlosen Konsum und der daraus resultierenden Sucht nicht.

Ein riskanter Konsum kann bereits dann vorliegen, wenn das tägliche Bier Alkohol beim Essen oder vor dem Fernseher einfach unverzichtbar wird. Aber auch die bloße Vorstellung, für eine gewisse Zeit oder auch dauerhaft ohne Alkohol zu leben ein starkes Unbehagen bereitet, kann auf einen schädlichen Gebrauch von Alkohol hindeuten. Ebenfalls kann es bedenklich sein, wenn der Betroffene regelmäßig einige Gläser Alkohol braucht, um sich entspannt und ausgeglichen zu fühlen. In all diesen Fällen muss keine Abhängigkeit vorliegen, jedoch sollte das Trinkverhalten grundsätzlich überdacht werden.

 

Diagnose nach ICD 10

Eine Abhängigkeit liegt vor, wenn irgendwann während des letzten Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien vorhanden waren:

  1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, eine Substanz zu konsumieren, sogenanntes „Craving“.
  2. Eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums vorliegt.
  3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums gegeben ist.
  4. Eine Toleranzentwicklung nachgewiesen werden kann. D.h. um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich. Eindeutige Beispiele sind Tagesdosen, die bei Konsumenten ohne Toleranzentwicklung zu einer schweren Beeinträchtigung oder sogar zum Tode führen würden.
  5. Andere Interessen werden zugunsten des Substanzkonsums fortschreitend vernachlässigt oder es entsteht ein erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  6. Ein anhaltender Konsum vorliegt, trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen, wie z. B. körperliche oder psychische Beeinträchtigungen.

 

Selbstdiagnose

Alkohol ist das am stärksten verbreitete Suchtmittel. Laut Jahrbuch der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) konsumieren 9,5 Millionen Menschen Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. 1,3 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig, nur wenige Betroffene entscheiden sich allerdings für eine Therapie. Oft sind Scham und falscher Stolz die Gründe, teilweise sehen die Betroffenen aber auch gar nicht ein, dass sie abhängig sind.

Es gibt zahlreiche Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die auf eine Abhängigkeit hinweisen. Die Diagnose richtet sich grundsätzlich nach den Kriterien, die im ICD 10 F1X.2 (F10.-F18.) festgeschrieben sind. Zur Unterstützung der Diagnostik sind im Handel auch verschiedene Frage- und Testbögen erhältlich und es gibt die Leitlinien der Fachgesellschaften.

Ist die Abhängigkeit diagnostiziert, sollte der Betroffene nach Möglichkeit umgehend handeln. Schließlich kann eine Abhängigkeit vom Alkohol schwere körperliche, psychische und psychosoziale Schäden zur Folge haben, die im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohend sein können.

 

Folgen der ALKOHOLABHÄNGIGKEIT

 

Körperliche Folgen

Hauptprobleme eines langfristigen Alkoholkonsums können körperliche sowie psychische Probleme sein. So kann eine Leberschädigung bis hin zur Leberzirrhose auftreten, aber auch Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes, z. B. der Speiseröhre, des Magen und der Bauchspeicheldrüse sind häufig Folgen einer Alkoholabhängigkeit. Ebenso können auch langfristige Schädigungen des Herz-Kreislaufsystems eine Folge der Erkrankung sein.

Psychische Folgen

Psychisch können z. B. depressive Verstimmungen infolge starken Substanzkonsums oder eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen Folge eines anhaltend exzessiven Alkoholkonsums sein. Des Weiteren hat die Abhängigkeit von Alkohol aber immer auch psychosoziale Folgen. Diese können die Familie (Partner und Kinder), den Beruf und die finanzielle Situation, die Verkehrstüchtigkeit, soziale Kontakte (Isolierung) sowie ggf. eine Kriminalität betreffen.

 

Behandlung

 

Stationärer Entzug

Es ist zu empfehlen, sich bei einem Alkoholentzug professionell im Rahmen eines stationären Aufenthaltes helfen zu lassen. Die dabei vorgenommene Entgiftung vom Alkohol kann prinzipiell in jedem Krankenhaus stationär durchgeführt werden. Der Vorteil ist, dass Ihnen bei Komplikationen kompetentes Personal helfen kann und die Entzugssymptome gelindert werden. Jedoch ist zu beachten, dass eine psychologische Begleitung in einen Halt, Sicherheit und Schutz gewährendem Umfeld dabei in der Regel nicht oder nicht ausreichend möglich ist. Ein Aufrechterhalten der Abstinenz ist bei einer Rückkehr in die häusliche und die gewohnte soziale Umgebung daher bei einer „bloßen“ Entgiftung schwierig. Deshalb ist ein „Qualifizierter Entzug“, wie er in unserer Klinik erfolgt, vorzuziehen. Dieser umfasst folgende Standardelemente:

  1. strukturiertes Wochenprogramm mit
  • Gruppenpsychotherapie und Einzelgesprächen
  • psychoedukativen Gruppen zu Krankheitsverständnis und -akzeptanz
  • Informationsgruppen zu medizinischen Themen und zum Suchthilfesystem
  • Körperbezogene Therapien wie Physiotherapie, Entspannungsübungen und Achtsamkeitsmeditation
  • Kreativtherapie wie Beschäftigungs-, Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanz- und Bewegungstherapie
  • Rückfallvermeidungstraining
  • Sozialberatung
  • Enge Anbindung an das Suchthilfesystem wie Beratungsstellen, Fachkliniken und Selbsthilfegruppen
  • Angehörigeninformation
  • Nachsorgegruppe
  1. Interprofessionelle Patientenbetreuung mit Bezugstherapeutensystem (Arzt, Suchttherapeuten, Psychologen, Pflegepersonal)
  2. Suchtspezifische Fortbildung des Mitarbeiterstabes
  3. externe Teamsupervision
  4. Regelbehandlungsdauer nach neuesten Erkenntnissen (Leitlinien) ca. drei Wochen

Wir führen den Entzug bevorzugt mit Distraneurin Kapseln durch, die ambulant nicht gegeben werden können und verabreichen Antiepileptika (z. B. Carbamazepin) zur Anfallsprophylaxe. Gleichzeitig kontrollieren wir engmaschig Kreislauf- und sonstige Funktionsparameter.

Idealerweise sollte man sich schon während der Entgiftung über den Grund der Abhängigkeit und die persönliche Funktion des Alkohols klar werden und im Rahmen einer psychologischen Begleitung aufarbeiten, gleichzeitig aber die eigene Selbstwirksamkeit stärken und Bewältigungskompetenzen entwickeln. Gruppen- und Einzeltherapiesitzungen spielen dabei eine sehr große Rolle.

Sollten bei der Alkoholabhängigkeit andere Erkrankungen eine Rolle spielen, wie zum Beispiel Depressionen, Angstzustände, etc. sind diese im Rahmen der Einzeltherapie mit zu behandeln. Dies bietet Ihnen unsere Suchtklinik neben der Entgiftung im Rahmen einer qualifizierten Entgiftungs- und Entwöhnungstherapie an. Sehr früh setzt bei uns kreative Ergotherapie ein; diese soll helfen, wieder einen regelmäßigen Tagesrhythmus zu erlernen und Befriedigung durch Tätigkeit zu erfahren“. Ergänzt wird sie durch angeschlossene entspannungs- und bewegungstherapeutische Angebote.

 

Phasen des Entzugs

Der Weg aus der Alkoholabhängigkeit ist ein schwieriger Weg der in mehreren Schritten verläuft. Der Patient durchläuft in der Überwindung seiner Ambivalenz in seiner Veränderung verschiedene Phasen, dies jedoch keineswegs geradlinig: Vorahnung, Einsicht, Absicht, Handlung, Beibehaltung, eventuell durch Rückfälle unterbrochen.

 

Motivationsphase

Die Einsicht der Abhängigkeit vom Alkohol und der Entschluss sich Unterstützung zu suchen oder Unterstützung anzunehmen ist der erste schwierige Schritt. Wenn man selber bereits Anzeichen bemerkt, kann dies zum Beispiel durch einen Besuch beim Hausarzt erfolgen. Dort ist in der Regel durch Fragen zum Trinkverhalten, einer körperlichen- und Labordiagnostik (z. B. Gamma-GT, MCV, CDT), oder einer kurzen  Psychodiagnostik (Audit, Audit- C) eine Diagnosestellung möglich. Sodann wird der Hausarzt oder Arzt des Vertrauens den Betroffenen mit den Ergebnissen der Untersuchung konfrontieren und den ärztlichen Ratschlag erteilen, das Trinken zu reduzieren oder zu stoppen oder er wird diesbezüglich eine Kurzintervention durchführen. Der weitere Umgang mit der Erkrankung, zum Beispiel die Wahl einer Therapie oder gar die Einweisung in eine Entzugsklinik, kann ebenfalls dort besprochen werden und schließlich eingeleitet werden. Auch der Besuch einer Suchtberatungsstelle wäre eine Möglichkeit, um weitere Hilfe zu finden.

Aus der Erfahrung heraus entscheiden sich viele Betroffene jedoch erst nach einem langen Prozess zu einer Behandlung, d.h. erst dann, wenn Körper und Psyche schon stark angegriffen sind oder das komplette soziale und gesellschaftliche Leben praktisch nicht mehr existiert. Erst wenn die Nachteile weiteren Trinkens evident sind und Konsequenzen unumgänglich scheinen, kommt eine Abstinenz für die Betroffenen überhaupt in Frage. Auslöser für einen Alkoholentzug können im Sinne erlebter oder drohender Konsequenzen neben körperlichen und psychischen Erkrankungen zum Beispiel Führerscheinverlust, Jobverlust, Therapieauflagen, Trennung des Partners oder drohender Kindesentzug sein.

 

Entgiftungsphase

Der körperliche Entzug (die Entgiftung) sollte in jedem Fall unter ärztlicher Aufsicht, am besten aber stationär in einer Suchtklinik als „qualifizierter Entzug“ erfolgen. Die Dauer der körperlichen Entgiftung in einer stationären Einrichtung richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen des Betroffenen. Dies wird im Rahmen einer Aufnahmeuntersuchung mit umfangreichen Diagnostikmöglichkeiten ermittelt. Die Diagnostik umfasst u.a. den Bereich der Inneren Medizin, Funktionstests einschließlich Labordiagnostik, Ultraschall- und EKG- Untersuchungen.

Bei einer direkt anschließenden Entwöhnungsbehandlung wie in unserer Klinik wird bereits bei der Aufnahmeuntersuchung gemeinsam mit dem Patienten ein auf ihn zugeschnittener Therapieplan mit den entsprechenden Therapiezielen erarbeitet. Gleichermaßen wird gemeinsam festgelegt, wann Therapieziele, außer der Abstinenz, erreicht sind. Ansonsten geht es zuallererst um den Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung, die sich nach den Prinzipien des klientenzentrierten Ansatzes durch Akzeptanz, Kongruenz und Empathie auszeichnet und symmetrisch gestaltet ist. Unabhängig davon spiegelt sie das humanistische Menschenbild unserer Klinik wieder, das gleichermaßen auf Gemeinsinn und Selbstverantwortung beruht.

Im Rahmen der körperlichen Entgiftung stehen die Betroffen unter ärztlicher Aufsicht, so dass bei eventuellen Komplikationen oder starken Entzugserscheinungen sofort eingegriffen werden kann. Wir greifen dabei für die Beurteilung der Schwere des Entzugs und resultierendem Behandlungsbedarf auf die Alkohol-Entzugs-Skala (AES) zurück. In der Regel wird die Entgiftung im Rahmen eines haltgebenden und schützenden Behandlungssettings medikamentös unterstützt, um die Entzugserscheinungen zu lindern. Im Rahmen der qualifizierten Entgiftung in unserer Suchtklinik wird darüber hinaus die Entgiftung im Rahmen einer sehr intensiven Therapie mit 5 Einzel- und 5 Gruppentherapien pro Woche psychologisch unterstützt.

Im Rahmen dieser Therapie werden in der Regel die körperliche Entgiftung und die damit zusammenhängenden Begleitumstände mit dem Patienten besprochen und der Wunsch nach Abstinenz gefestigt. Dabei werden insbesondere die Gründe analysiert, wie es zu der Abhängigkeit kommen konnte, warum der Betroffene das Suchtmittel für sein bisheriges Leben benötigt hat und wie er die Sucht durch eigenes Dazutun aufrechterhält. Die Therapieziele werden dabei konkretisiert.

Es findet anschließend an diese erste Entgiftungs- und Analysephase eine körperliche sowie psychische Stabilisierungsphase statt. Dabei werden letzte Entzugserscheinungen überwacht und in Rahmen der Einzeltherapie grundsätzlich tiefergreifend die auslösenden psychischen und psychosozialen Gründe (Biographie, Alltag, Familie, Arbeit, etc.) erörtert. Der bisherige Lebensstil wird unter Beachtung ungelöster Konflikte und blockierter Ich-. Autonomie und Selbstentwicklung reflektiert. Erste Lösungsmöglichkeiten werden mit dem Patienten besprochen. An seinen Ressourcen und an seiner Selbstwirksamkeit wird bereits gearbeitet. An diese Entgiftungsphase sollte sich dann eine weiterführende ambulante oder stationäre (Entwöhnungs-)Therapie anschließen.

 

Entwöhnungsphase

Der letzte Schritt des Alkoholentzugs befasst sich mit der Entwöhnung. In dieser Phase ist die körperliche Abhängigkeit überwunden, eine psychische Abhängigkeit vom Suchtmittel besteht jedoch weiterhin. In der Regel beginnt nun im Rahmen einer längerfristigen Reha-Maßnahme die sogenannte Entwöhnungsphase, welche in der Regel drei bis vier Monate dauert und der häufig eine mehrwöchige Wartezeit vorgelagert ist. Der Betroffene lernt im Rahmen der Entwöhnungsphase gemeinsam mit Psychologen, wie er in sein Leben, das er vor der Sucht führte, zurückkehren und dauerhaft abstinent bleiben kann.

Unsere Suchtklinik bietet alternativ zu der gerade beschriebenen Methode eine Entwöhnungsphase an, die sich direkt an die Entgiftungsphase anschließt, sodass eine durchgängige multiprofessionelle Behandlung gewährlistet ist. Dabei kann die Tatsache, dass nun noch ein oftmals hoher Leidensdruck die Öffnung des Patienten bewirkt, genutzt werden. Dies schließt Rückfälle in der Wartezeit, in der sich sonst der Therapiewiderstand des Patienten möglicherweise wieder erhöht, zumal es der Patient bewusst-unbewusst enttäuschend erlebt, dass ihm unmittelbare Hilfe versagt bleibt. Nahtlosigkeit und die Möglichkeit, beim selben Therapeuten in derselben Einrichtung unter denselben Bedingungen weiterarbeiten zu können, lässt die Patienten im Rahmen der intensiven Einzeltherapie sich viel stärker mit der eigentlichen Problematik auseinandersetzen. Hier beginnt dann auch nach der definitiven Problemanalyse die Erarbeitung von detaillierten Lösungsansätzen- und möglichkeiten bei gleichzeitiger weiterer Ressourcenaktivierung.

Ansätze der Konfliktverarbeitung und der Bewältigung werden individuell mit dem einzelnen Patienten erarbeitet. Gleichzeitig wird dieser im Rahmen von Einzel- und Gruppentherapien auch auf mögliche Rückschläge im Sinne eines psychoedukativ gestalteten Rückfallpräventionstrainings vorbereitet. Parallel dazu können und sollten auf Wunsch des Patienten dann auch Familien- und/oder Paargespräche stattfinden. Es soll in Partnerschaft und Familie wieder ein förderliches Klima der Begegnung und des Miteinanders, aber auch des konfliktklärenden und konstruktiven Dialogs entstehen. Damit kann auch das soziale Umfeld des Patienten ein abstinentes Leben optimal unterstützen und bei Krisen (Rückfällen) eine Hilfe sein. Häufig ist jedoch auch eine Ursache eben in diesen Beziehungen zu suchen, was ein solches Gespräch notwendig macht.

Sollten bei der Abhängigkeit andere Erkrankungen eine Rolle spielen, wie zum Beispiel Depressionen, Angstzustände, Verhaltensstörungen, etc. (Doppeldiagnose) werden diese im Rahmen des gesamten Therapieansatzes mitbehandelt. Sollte es notwendig sein, kann der Aufenthalt auch verlängert werden, um auch entsprechende zugrundeliegende Problematiken abschließend therapieren zu können und nach Entlassung Abstinenz und Bewältigungskompetenz zu gewährleisten.

 

Nachsorgephase

Damit die im Rahmen des Alkoholentzugs erreichte Abstinenz aufrechterhalten werden kann, schließt sich nun eine umfangreiche und möglichst dauerhafte Nachsorgephase an. Hier ist die ambulante Therapie mit einem Nachsorgetherapeuten sowie der Besuch einer Selbsthilfegruppe wichtig, um die Abstinenz langfristig aufrechterhalten zu können. Selbstverständlich geht es auch um die weitere umfassende Mitbehandlung psychischer und somatischer Komorbiditäten und um die Fortsetzung von Sport, Bewegung und Entspannung, sowie physikalischen Therapiemaßnahmen. Die bei uns eingeleitete „Freizeittherapie“ zur Etablierung einer besseren work-life-balance sollte fortgesetzt werden mit einem hohen Stellenwert von Genuss und Freude zur Verstärkung positiven Erlebens und Handelns.

Ob eine dauerhafte Abstinenz nach einem solchen Alkoholentzug erreicht werden kann, hängt von den individuellen Umständen (Barrieren und Förderfaktoren) ab. Wenn Patienten jedoch die empfohlenen Nachsorgemaßnahmen einhalten und das soziale Umfeld des Patienten ein abstinentes Leben unterstützt, bestehen hierzu durchaus gute Chancen.

 

Kalter Entzug

Häufig hören wir auch, dass Betroffene versuchen einfach mit dem Trinken aufzuhören und einen sogenannten „kalten Entzug“ machen. Dies ist nicht nur extrem schwierig, sondern kann schmerzhaft und auch lebensgefährlich sein. Entzugssymptome sind u.a. starkes Schwitzen, Zittern (vor allem der Hände), Übelkeit, Schlafstörungen, Nervosität, der starke Drang, Alkohol trinken zu müssen, Gereiztheit und Depressionen. In äußerst schlimmen Fällen können auch Krampfanfälle mit Zungenbiss und Halluzinationen bis zum gefürchteten Delirium sowie weitere Komplikationen auftreten. Es ist daher immer zu empfehlen, sich für einen Entzug professionelle Hilfe zu suchen.

 

Nachsorge

Nach einem erfolgreichen Alkoholentzug ist zur Aufrechterhaltung der Abstinenz eine umfangreiche und konsequente Nachsorgebehandlung sehr wichtig. Das bezieht auch die umfassende Behandlung psychischer, psychosomatischer und somatischer Komorbidität mit ein. Dabei ist eine ambulante Gesprächstherapie bei einem Nachsorgetherapeuten aus unserem Netzwerk oder einem sonstigen Nachsorgetherapeuten von zentraler Bedeutung. Hier können z. B. aufkommendes Suchtverlangen, das Zurechtkommen in der sozialen Umgebung und weitere der Abstinenz dienliche Themen besprochen und Grunderkrankungen weiter behandelt werden. Ohne dies ist die Gefahr groß, wieder in alte Verhaltensmuster zurückzukehren und einen Rückfall zu erleiden. Dabei wird idealerweise an die Ergebnisse der stationären Therapie angeschlossen.

Sichergestellt werden muss jedoch auch die ärztliche Behandlung der oft multimorbiden Patienten, nicht nur psychiatrisch-neurologisch, sondern unter alle nötigen Disziplinen einbeziehend. Zudem geht es aber auch um die weitere Durchführung physikalischer Therapie, nötigenfalls kombinierter Schmerztherapie, Sport, Bewegung und Entspannung.

Zudem ist es wichtig, Selbsthilfegruppen, z. B. die der My Way Betty Ford Klinik oder andere, zu besuchen. Dabei können die Betroffenen Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig Mut zusprechen und Verständnis erfahren, das sie in ihrem Umfeld teilweise nicht finden. In Selbsthilfegruppen sprechen die Teilnehmer völlig offen über das Thema Alkohol und die damit verbundenen Probleme, was innerhalb der Familie oder im Freundeskreis nur selten möglich ist. Letztendlich entstehen daraus auch intensive soziale Kontakte, die die erste schwierige Zeit nach dem Alkoholentzug deutlich erleichtern können, und eine wichtige Ressource darstellen.

Es werden mit der ambulanten Nachsorgetherapie, sowie der Teilnahme an Selbsthilfegruppen, Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, um die Abstinenz aufrechterhalten zu können. Zusätzlich ist es aber auch wichtig, dass Betroffene sich mit Unterstützung weitere gesellschaftliche Möglichkeiten schaffen, um in das familiäre und soziale Leben zurückzukehren oder dies wieder abstinent genießen zu können. Zu beachten sind auch Aspekte beruflicher Wiedereingliederung und nötiger Anpassung.