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Ab wann ist man Alkoholiker?

„Alkoholismus – Alkoholmissbrauch – Alkoholabhängigkeit – AlkoholikerIn“: Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, was genau damit gemeint ist. Wann ist man nun Alkoholiker? Deutschland zählt heute mit einem stetig steigenden Pro-Kopf-Konsum zu den „Hochkonsumländern“. Die Zahl der gefährdeten und bereits vom Alkohol abhängigen Menschen wird statistisch mit mindestens 10 Prozent innerhalb der Gesamtbevölkerung angesetzt. Die My Way Betty Ford Klinik möchte Betroffene, Angehörige und Freunde über die Abhängigkeit vom Alkohol und Wege aus der Sucht aufklären.

Alkoholismus: Was ist das?

Alkoholismus wird seit ca. 60 Jahren von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) global als Krankheit anerkannt. Das Krankheitsbild ist in der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD) erfasst, heute gut erforscht und erfolgreich therapierbar. Die Einstufung der Alkoholsucht als Krankheit geschah aufgrund nachweisbar durch Alkohol hervorgerufener Früh- und Spätschäden, beispielsweise auf den Magen-Darm-Trakt und das Herz-Kreislauf-System, sowie einer Reihe psychischer Begleiterscheinungen wie Panikattacken und andere Angstzustände. Jedoch weist nicht jeder Betroffene alle Symptome auf. 1968 zog das Bundessozialgericht nach. Seither können Patienten sich für ihre Alkoholsucht in Therapie begeben.

Der Begriff Alkoholmissbrauch beschreibt den Alkoholkonsum in unangemessenen Situationen, beispielsweise im Alltag auf der Straße oder in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln. Der Begriff Alkoholabhängigkeit oder Alkoholismus geht darüber hinaus: Er bezeichnet den Konsum von Alkohol mit dem Auftreten körperlicher und psychischer, oder sozialer Beeinträchtigungen. Dazu zählen unter anderem Dosissteigerungen und Entzugserscheinungen, sowie der Kontrollverlust über den Alkoholkonsum nach dem ersten Glas.

Alkohol Selbsttest: Bin ich Alkoholiker?

Eine Alkoholabhängigkeit wird von seelischen und körperlichen Symptomen begleitet und zeigt sich lange vor den körperlichen Beschwerden zunächst mit psychischen Anzeichen. Als kleiner Alkohol-Selbsttest können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Merken Sie beispielsweise, dass Sie konsequent darauf achten, stets eine als „ausreichend“ empfundene Menge Alkohol im Zugriff zu haben?
  • Steht der Einkauf von Alkohol vor dem Einkauf von Lebensmitteln?
  • Suchen Sie ungeachtet der Mehrkosten kostenintensive Beschaffungsorte wie Tankstellen oder Kioske auf, weil Sie ein unwiderstehliches Verlangen nach Alkohol verspüren?
  • Planen Sie Alkoholkonsum fest in Ihren Tagesablauf ein?

Die nächsten Anzeichen sind ein steigender Alkoholkonsum, welcher sich schnell in den Alltag integrieren lässt, ohne dass man es manchmal bewusst mitbekommt. Auch hier können Sie sich wieder folgende Fragen stellen:

  • Sehen Sie selbst, dass Sie Ihren Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum gesteigert haben?
  • Können Sie die Anzahl der zuletzt konsumierten Alkoholmenge konkret in Gläsern oder Flaschen angeben?

Als Folge des erhöhten Konsums ist eine nachlassende Leistungsfähigkeit festzustellen. Vielen alkoholabhängigen Menschen gelingt es über lange Zeit, ihrer Arbeit nachzugehen, ohne die Alkoholsucht für sich selbst oder andere Menschen sichtbar werden zu lassen. Fragen, die auf eine Abhängigkeit hinweisen und von Alkoholikern vermehrt mit „Ja“ beantwortet werden können:

  • Passiert es Ihnen, dass Sie den Tag spontan „alkoholisch beginnen“ z.B. mit einem Glas Bier und ausgedachte Gründe für einen weiteren Schluck Schnaps finden?
  • Gab es Situationen, in denen Ihnen entfallen ist, zur Arbeit zu gehen, einen wichtigen Termin wahrzunehmen oder eine private Verabredung einzuhalten?

Ein deutliches, weiteres Indiz für eine Alkoholsucht sind fehlgeschlagene Abstinenz-Versuche:

  • Haben Sie sich entschlossen, sich selbst zu beweisen, dass Sie auf der Stelle ohne Alkohol leben könnten und deshalb eine beliebig lange Abstinenz (Tag, Woche, Monat) beschlossen?
  • Haben Sie Ihr persönliches Ziel erreicht?

Im nächsten typischen Schritt von festgestelltem Alkoholismus entstehen plagende Schuldgefühle. Mit gelegentlich leichtem Unbehagen bis zu anhaltend depressiven Verstimmungen antworten der Verstand und die Seele auf das aktuelle Trinkverhalten. Jeder Alkoholiker spürt, dass der eigene Alkoholkonsum gerade nicht aus eigener Kraft unter Kontrolle zu bringen ist. Dieses Schuldgefühl wird oft fehlinterpretiert als mangelnde Willenskraft oder als Charakterschwäche. Auch wenn die Symptome nicht jedem bewusst sind oder publik gemacht werden, so werden sie einem aufmerksamen sozialen Umfeld (Familie, Freunde und Bekannte sowie Arbeitskollegen) nicht entgehen. Angesprochen auf die eigene Abhängigkeit, reagieren Trinker vermutlich abweisend bis aggressiv und leugnen zu diesem Zeitpunkt jegliche körperliche und psychische Abhängigkeit. Andere Personen erkennen an dieser Reaktion, dass ein massives Alkoholproblem vorliegt und machen sich daher meist große Sorgen.

Konsum: Ab wann ist man Alkoholiker?

Unabhängig davon, ob Sie täglich oder gelegentlich Alkohol trinken: Die Menge des Alkoholkonsums für sich genommen macht keine Aussage darüber, ob Sie bereits alkoholkrank sind oder sich auf dem Weg in die Alkoholabhängigkeit befinden. Jeder Mensch „verträgt“ eine unterschiedliche Menge an Alkohol, ohne schädliche Folgen davon zu tragen. Eine Rolle spielen hierbei unter anderem das Geschlecht, die seelische Verfassung, die Geschwindigkeit der Verstoffwechselung, der allgemeine Ernährungs- und Gesundheitszustand sowie das Lebensalter. So können die täglich konsumierten „Feierabendbierchen“, welche auf den ersten Blick harmlos erscheinen, ebenso krank machen wie ein offensichtlich riskanter Konsum von harten alkoholischen Getränken, der „nur“ sporadisch erfolgt.

Vergessen Sie deshalb bitte in diesem Moment die Frage nach einem für Sie persönlich zuverlässig geltenden Grenz- oder Richtwert, derart: „Wieviel Alkohol am Tag ist noch harmlos für mich?“ Es macht erst Sinn, im Zusammenhang mit anderen körperlichen Auswirkungen und psychischen Symptomen – also als persönliche Diagnose im Rahmen einer medizinischen Untersuchung – mit der Unterstützung qualifizierter Ärzte und Therapeuten  eine geeignete Therapie zu beginnen. Aktuelle Studien benennen zwar einen „Harmlosigkeitsgrenzwert“ von 16 Gramm Alkohol für Frauen täglich – dies entspricht einem Glas(!) Bier – und täglichen 24 Gramm Alkohol für Männer. Der „Gefährdungsgrenzwert“ liegt bei 40 Gramm für Frauen und 60 Gramm für Männer – jeweils gemessen in Gramm reinem Alkohol bei gesunden Erwachsenen um das 40. Lebensjahr herum.

 Messbare Auswirkungen: Was sagen die Leberwerte aus?

Mittels einer Laboruntersuchung der Leberwerte wird der medizinische Nachweis des Krankheitsbildes ‚Alkoholismus‘ erbracht. Schließlich zeigen die Leberwerte als unkompliziert ermittelbarer und zuverlässiger Alkohol-Marker den Ist-Zustand der Leber mit allen entstandenen Schäden. Mehrere Einzelwerte werden ermittelt – die höchste Aussagekraft bündelt der CDT-Wert (nicht in den Standard-Blutbildern enthalten): Ein alkoholkranker Mensch hat erhöhte CDT-Werte. Diese zeigen sich nach mindestens einwöchigem Konsum von täglich mehr als 60 Gramm reinem Alkohol. Das entspricht beispielsweise dem Konsum von 1,5 Liter Bier pro Tag. Ein einmaliger Konsum von Alkohol erhöht den CDT-Wert nicht. Ein Arztbesuch kann die Frage „Bin ich alkoholabhängig?“ zeitnah beantworten.

Diagnose: Bin ich Alkoholiker?

Neben der Frage nach den Leberwerten werden Betroffene mit weiteren körperlichen Untersuchungen auf den gesundheitlichen Allgemeinzustand untersucht. Im Fokus steht die Frage, ob und welche alkoholbedingten körperlichen Folgeschäden sich der Patient bereits zugezogen hat. In Gesprächen mit Psychologen werden Trinkmenge und Trinkfrequenz ermittelt. Hier geht es darum, seelische Schäden und soziale Folgen einzuschätzen. In Abhängigkeit des individuellen Trinkverhaltens wurden Alkoholabhängige früher in eine von fünf Gruppen eingeordnet. Man sprach von einem Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- oder Epsilon-Trinker (nach Jellinek). Die beiden Erstgenannten werden als nicht-süchtige Alkoholiker bezeichnet. Die Einteilung nach Jellinek ist aber weitgehend überholt. Heutezutage beurteilt man die Abhängigkeit anhand der ICD 10 Kriterien für Alkoholsucht.

Alkoholtherapie: Welche Behandlung ist die richtige?

Sie haben es mit viel Mut und Kraftanstrengung geschafft, weitestgehend allein eine erste Antwort auf die Frage „Bin ich Alkoholiker?“ zu finden. Den Weg in ein alkoholfreies Leben allein zu beschreiten, ist indes eine unsichere Methode. Sie haben die Wahl zwischen einer ambulanten oder stationären Therapie – wahlweise mit begleitender medikamentöser Therapie. Eine Selbsthilfegruppe, eine Motivations- oder Verhaltenstherapie oder eine langfristig angelegte tiefenpsychologische Therapie können zum Erfolg führen. Die besten Aussichten auf einen andauernden Behandlungserfolg bietet ein Alkoholentzug in einer qualifizierten Entzugsklinik wie die My Way Betty Ford Klinik. Schließlich stehen im Rahmen unserer seit 40 Jahren bewährten Therapie  die individuelle Behandlung und intensive psychologische Begleitung im Vordergrund.

Angehörige & Freunde: Wie kann man Alkoholkranken helfen?

Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten stellt sich für Angehörige und/oder Freunde die Frage, wie sie einem offensichtlich alkoholkranken Menschen dazu überreden können, therapeutische Hilfe anzunehmen. Bemühen Sie sich um einen sachlichen, ruhigen, aber bestimmten Ton im Umgang mit dem Betroffenen: „Sanfte Gewalt“ ist das Mittel der Wahl, dennoch gilt es, das Trinkverhalten niemals zu beschönigen oder zu verharmlosen. Es muss mit viel Fingerspitzengefühl und Sensibilität gezeigt werden, dass ein Problem besteht und es Möglichkeiten der Behandlung gibt. Als wichtiger Aspekt in der Kommunikation ist zusätzlich zu beachten: „Niemals das Trinkverhalten vor der betroffenen Person bewerten oder verurteilen!“ Stattdessen können die eigenen Beobachtungen beschrieben werden. Bieten Sie Hilfe und/oder begleiten Sie die betroffene Person bei der ersten Kontaktaufnahme mit der gewählten Therapiestelle. Zusätzlich unterstützt die My Way Betty Ford Klinik mit Trainings im Umgang mit Alkoholismus und bindet ggf. nahestehende Personen in den Therapieprozess mit ein. Allerdings nur auf Wunsch der Patienten.

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