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Alkoholentzug – Medikamente: Erfolgreiche & dauerhafte Abstinenz mittels medikamentöser Unterstützung

Millionen Menschen weltweit sind dem Alkohol verfallen. Der schädliche Gebrauch von Alkohol und der pathologische Rausch wirken sinnstiftend und lebenserhellend für sie. Zahlreichen Betroffenen ist die eigene Alkoholkrankheit zwar bewusst, dennoch meiden sie aufgrund der gefürchteten psychischen und körperlichen Entzugserscheinungen den dringend erforderlichen Alkoholentzug. Ein Teil der Patienten entschließen sich ein oder auch mehrmals im Leben, zukünftig frei von ihrer Alkoholabhängigkeit sein zu wollen, verzichten allerdings aus Scham auf die qualifizierte Hilfe von Sucht- und Fachärzten. Stattdessen wird versucht, aus eigener Kraft vom Alkohol und vom Trinken loszukommen. Nach Ansicht der Betroffenen und vielfach auch der Angehörigen sollte es mit „ein bisschen Disziplin“ doch zu schaffen sein, den Alkoholkonsum zu beenden oder zumindest maßgeblich zu verringern.

Dabei handelt es sich allerdings um einen Trugschluss, denn in den allermeisten Fällen verschlimmert ein abrupter Alkoholverzicht ohne begleitende medikamentöse Therapie das Alkoholproblem. Schließlich ist dieser sogenannte kalte Entzug geprägt von körperlichen Symptomen, seelischen Missempfindungen und psychischen Störungen wie depressiven Verstimmungen und Halluzinationen bis hin zu epileptischen Krampfanfällen. Aufgrund dieses Alkoholentzugssyndroms wird der Entzug meist vorzeitig abgebrochen. Zurückbleibt in der Regel das Gefühl von Willensschwäche, Versagen und Disziplinmangel, das mit jedem gescheiterten Entzug schlimmer wird und eine alleinige Beendigung des Trinkens nahezu unmöglich machen.

Eine bessere Alternative zum kalten Alkoholentzug ist ein qualifizierter oder auch warmer Entzug. Dieser mildert durch die Anwendung spezieller Medikamente zum Alkoholentzug die quälenden und erfolgshemmenden Entzugserscheinungen, erfordert jedoch aufgrund möglicher Neben- und Wechselwirkungen einen vorübergehend stationären Aufenthalt in einer Suchtklinik. Nur so ist eine engmaschige Überwachung der Vitalfunktionen, sowie eine individuelle Einstellung der Medikamentendosis während des körperlichen Entzugs gewährleistet.

Welche gesundheitlichen Probleme treten beim Alkoholentzugssyndrom auf?

Das Alkoholentzugssyndrom wird von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) weltweit ebenso als Krankheit eingestuft wie die Alkoholsucht selbst. Dabei dient die Bezeichnung Alkoholentzugssyndrom als Sammelbegriff für alle körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen, die bei bestehender Alkoholsucht nach Unterbrechung des regelmäßigen Alkoholkonsums auftreten. Die Bandbreite der körperlichen Symptome reicht von vermeintlichen „Bagatellbeschwerden“ wie Gesichtsrötung, Diarrhoe (Durchfall), Übelkeit, Hyperhidrose (starkes Schwitzen) und Schlafstörungen über Symptome wie Fieber bis zu unbehandelt akut lebensbedrohlichen Gesundheitsstörungen – darunter Tachykardie (Herzrasen), Hypertonie (Bluthochdruck), Hypoglykämie (Unterzuckerung) und das Alkoholentzugsdelir / Delirium tremens.

Welche weiteren Entzugssymptome sind im Rahmen des Alkoholentzugssyndroms möglich?

  • im somatischen Bereich: Tremor (Muskelzittern), epileptische Anfälle (Krampfanfälle), Artikulationsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen
  • im Bereich der äußeren Wahrnehmung: zeitliche, örtliche und personenbezogene Desorientiertheit, beispielsweise taktile, akustische und optische Halluzinationen. (bekannt als Sichtung „weißer Mäuse“)
  • im psychischen Bereich: Angst, Depressionen und innere Unruhe

Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Alkohol-Entzugserscheinungen bereits ca. 10 Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum zeigen und in schweren Fällen wie dem gefürchteten Delirium tremens bis zu 14 Tagen anhalten können.

Weshalb sind die passenden Medikamente bei einer Alkoholentgiftung so wichtig?

Bitte bleiben Sie trotz der entmutigend klingenden Aussichten stark und entschlossen im Hinblick auf ihre geplante Alkoholtherapie. Zum einen entwickelt nicht jeder betroffene Mensch alle Symptome oder einzelne Symptome in extremer Härte. Zum anderen erhalten Sie während eines stationären Aufenthalts in einer Entzugsklinik jedwede Hilfe, um die Entzugserscheinungen und das Verlangen nach der Substanz so gering wie möglich zu halten. So werden beim körperlichen Entzug bereits seit Jahrzehnten erfolgreich Medikamente zur Linderung des Alkoholentzugssyndroms eingesetzt. Permanent kommen neue Medikamente mit verbesserter Wirkung und reduzierten Nebenwirkungen auf den Markt, so dass heute Alkoholentzugs-Medikamente aus der modernen Suchttherapie kaum mehr wegzudenken sind.

Wie erfolgt die medikamentöse Unterstützung bei einem stationären Entzug?

In einer auf Suchtkrankheiten spezialisierten Klinik geht dem Alkoholentzug immer eine umfassende Diagnostik mit ausführlichen Befragungen, körperlichen Untersuchungen, sowie der Auswertung von Laborbefunden voraus. Eventuell notwendige Arzneimittel werden individuell verordnet und abhängig vom Zustand des Patienten herauf- oder herunterdosiert und kontrolliert abgesetzt. Zwar beruht die Dosierung auf Erfahrungswerten, eine Standard-Dosierung insbesondere für Medikamente gegen Entzugserscheinungen müssen Sie jedoch nicht befürchten. Berücksichtigt bei der Wahl und Dosierung der Medikamente gegen Entzugserscheinungen werden vorhandene Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Herzleiden, COPD oder Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Unabhängig davon, ob sich erst während der Alkoholtherapie beispielsweise Panikattacken oder andere Angststörungen bemerkbar machen oder ob sie bereits im Vorfeld als Begleiterkrankungen des Alkoholismus aufgetreten sind: Sie dürfen darauf vertrauen, dass Ihr Medikamentenplan unter Einbeziehung aller medizinisch relevanten Fakten so effektiv und nebenwirkungsfrei wie möglich aufgestellt wird.

Clomethiazol – bewährter Wirkstoff bei der Entgiftung und Entwöhnung von Alkohol

Soforthilfe bei Entzugserscheinungen – einige Mittel zeigen Mehrfachwirkung. Der beruhigende und sedierende Wirkstoff Clomethiazol, auch unter dem Handelsnamen Distraneurin im Einsatz, reduziert in geringem Maße das Krampfrisiko, lindert Erregungs- und Unruhezustände sowie Delirien. Er wirkt bei schweren Schlafstörungen. Der gegen viele Symptome des Alkoholentzugs hochwirksame Wirkstoff birgt allerdings ein relativ hohes Abhängigkeitsrisiko und wird deshalb spätestens nach 10 bis 14 Tagen kontrolliert ausgeschlichen. Die Einnahme bedarf zudem der ständigen Überwachung der Vitalfunktionen – insbesondere der Atmungs- und Kreislauffunktion.

Entzugserscheinungen & Medikamente – Clomethiazol-Alternativen beim Alkohol-Entzug

In manchen Fällen – beispielsweise bei kardiopulmonalen Vorerkrankungen – darf der Wirkstoff Clomethiazol nicht verabreicht werden. Stattdessen werden meist Pharmaka aus der Gruppe der Benzodiazepine (Diazepam) gegeben. Bei Bluthochdruck ist alternativ zu Clomethiazol der Einsatz des Medikamentes Clonidin mit eingeschränkt sedierender Wirkung abzuwägen. Der gezielte Einsatz von Betablockern sorgt dafür, dass sich ein schneller Herzschlag normalisiert.

Alkoholentzug – Medikamente bzw. Nahrungsergänzungsmittel ohne Nebenwirkungen

Einige ergänzende Medikamente beim Alkoholentzug gelten als unbedenklich, beispielsweise die Gabe von Elektrolytlösungen und Magnesium, welche den Mineralstoffhaushalt in Balance bringen. Vitamine der B-Gruppe können abhängig von der Dosierung zur Verbesserung des Allgemeinbefindens eingesetzt werden, sind aber auch bei einigen ernsthaften Krankheitszeichen indiziert.

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