Die Sucht beenden. Das Leben beginnen.

Wir sind auch über die Feiertage für Sie da

Sofortaufnahmen möglich

24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55 aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • 40 Jahre Erfahrung mit bewährter Betty Ford Therapie
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2018
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 8 klimatisierte Zimmer und Therapieräume
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung
Kontaktformular

Alkoholismus bei Frauen: Der kleine Unterschied zum starken Geschlecht

Alkoholismus ist heute längst nicht mehr nur eine Männerkrankheit. So greifen immer mehr Frauen zur Flasche; laut Statistik kommt auf zwei alkoholkranke Männer eine an Alkohol erkrankte Frau. Zum Teil zeigen bereits 16-jährige Mädchen ein problematisches Trinkverhalten. Im Vergleich zum gesellschaftlich anerkannten Trinken beim Mann, findet das Trinken der Frauen jedoch meist im Verborgenen statt. Schließlich wird eine offensichtlich betrunkene Frau in der Öffentlichkeit meist verachtet und stigmatisiert. Darüber hinaus besteht für eine alkoholkranke Frau ein deutlich höheres gesundheitliches Risiko. Im Gegensatz zu einem Mann mit einem Alkoholproblem hat eine trinkende Frau also gleich zweimal das Nachsehen.

Was sind die Ursachen für die steigende Alkoholabhängigkeit bei Frauen?

Häufig trinken Frauen, um zu funktionieren und um ihr Leben erträglicher zu gestalten. Sie fühlen sich durch den Genuss von Alkohol selbstsicherer und bestärkt, ganz besonders dann, wenn in der Kindheit Entfaltungsdefizite und Einengung herrschten. Häufig leiden die Betroffenen schon in der Pubertät unter höheren Selbstzweifeln als gleichaltrige Jungen, so dass der Alkoholismus bei Frauen vielfach schon in jungen Jahren beginnt.

Auch bei erwachsenen Frauen können Kontaktschwierigkeiten, Hemmungen, soziale Ängste und Depressionen eine Rolle spielen, um heimlich zur Flasche zu greifen. Viele berufstätige Mütter leiden unter einer Doppelbelastung, können nicht einschlafen und möchten durch alkoholische Getränke den Stress des Alltags vergessen. Häufig wird die Substanz auch konsumiert, um seelische Traumata zu bewältigen, beispielsweise einen Missbrauch in der Kindheit.

Welche Symptome zeigt der Alkoholismus bei Frauen?

Folgende Verhaltensweisen deuten auf eine Alkoholsucht bei Frauen hin:

  • Psychische Abhängigkeit
    Für die Frau ist das Trinken zur Notwendigkeit geworden und es ist ihr nicht mehr möglich, einige Wochen ohne Alkohol auszukommen.
  • Steigerung der Alkoholdosis
    Die Menge des konsumierten Alkohols nimmt stetig zu. Das geschieht nicht unbedingt von heute auf morgen, sondern über Jahre. Die Frau wird sozusagen trinkfest und benötigt immer mehr, um dieselbe Wirkung des Alkohols zu erhalten.
  • Kontrollverlust
    Obwohl sie eigentlich längst aufhören wollte, kann die Betroffene ihren Alkoholkonsum nicht mehr steuern. Das Verlangen ist stärker als die Vernunft.
  • Alkohol wird zur Gewohnheit
    Die vom Alkohol Abhängige trinkt ohne speziellen Anlass, meist alleine daheim. Trinken wird zur reinen Gewohnheit.
  • Entzugserscheinungen
    Bei fortgeschrittenem Alkoholismus der Frauen stellen sich bei einer längeren Trinkpause Entzugserscheinungen ein.
  • Auch wenn vielleicht sogar schon Folgeschäden vorhanden sind, wird das Trinkverhalten nicht verändert.

Worin bestehen die Risiken der Alkoholsucht von Frauen im Vergleich zum Mann?

Da der Alkoholabbau bei einer Frau langsamer als bei einem Mann verläuft, werden Frauen schneller betrunken als Männer, können aber dennoch durch Gewohnheit eine hohe Toleranz aufbauen. Entscheidend ist jedoch nicht die Alkoholmenge, sondern die vom Körpergewicht abhängige Blutalkoholkonzentration. Im Normalfall wiegen Frauen zwar weniger als Männer, besitzen prozentual zum Körpergewicht aber mehr Fettgewebe. Da diese Fettzellen nicht so gut durchblutet sind wie das restliche Gewebe, verteilt sich der Alkohol im weiblichen Körper auf weniger Flüssigkeit. Dadurch wird der Alkohol weniger verdünnt und die Blutalkoholkonzentration ist deutlich höher als beim Mann.
Darüber hinaus verläuft der Alkoholabbau im weiblichen Körper langsamer als bei einem männlichen Alkoholkranken. Schließlich setzt der Alkoholabbau bei Männern bereits im Magen ein, in dem sich für den Abbau wichtige Enzyme befinden. Im weiblichen Körper werden diese Enzyme erst im Darm aktiv, so dass der reine Alkohol länger im Körper verbleibt und die Alkoholschäden bei Frauen deutlich höher sind.

Was bewirkt der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft?

Alkoholmissbrauch in der Schwangerschaft schädigt nicht nur die werdende Mutter, sondern auch das ungeborene Kind. Der Alkohol gelangt über die Plazenta und die Nabelschnur in den Blutkreislauf des Kindes. Dort verbreitet sich die Substanz genauso schnell wie im Körper der Mutter, so dass beide innerhalb von nur wenigen Minuten denselben Alkoholspiegel im Blut aufweisen. Beim Ungeborenen hält die schädigende Wirkung des Alkohols allerdings viel länger an, da der Körper noch nicht vollständig entwickelt ist und den Alkohol nicht so schnell abbauen kann. Außerdem reagieren Kinder deutlich empfindlicher auf das Zellgift als erwachsene Menschen. Das Risiko für Schäden des Kindes steigt mit der Menge des konsumierten Alkohols.

Das fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist die schwerste Form der Schädigung. Dabei kommen die Kinder mit körperlichen Missbildungen zur Welt. Außerdem entwickeln sie oft nicht- heilbare Verhaltensstörungen. Es gibt aber auch Schäden aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter, die erst im Verlauf der Kindheit erkennbar sind, zum Beispiel Entwicklungsstörungen oder intellektuelle und motorische Fehlentwicklungen. Diese Defizite führen häufig zu lebenslangen Folgen und Beeinträchtigungen der Gesundheit. Zur Sicherheit sollte daher in der Schwangerschaft komplett auf den Konsum von Alkohol verzichtet werden.

Welche Arten der Trinkerin gibt es?

Laut einer Studie gibt es zwei typische Charakteristika für Alkoholismus bei Frauen:

TYP A

  • beginnt sehr früh damit, Alkohol in höheren Mengen zu trinken (im Alter zwischen 15 und 20 Jahren)
  • macht anderen Schuldzuweisungen
  • steht unter chronischer Anspannung
  • Alkoholkonsum ist unabhängig von Lebenskrisen oder negativen Ereignissen
  • eventuell in der Kindheit und Jugend missbraucht oder misshandelt
  • schwierige private Verhältnisse
  • Ihr Selbstbild ist von innerer Zerrissenheit gekennzeichnet, wobei Selbstbezichtigungen und Selbstentwertungen meist unmittelbar neben Größenwahn stehen
  • hat einen chaotischen, beruflichen Werdegang
  • hat meist ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Familie

Typ B

  • beginnt verhältnismäßig spät mit dem Trinken von Alkohol in höheren Dosen (erst mit 25 bis 40 Jahren)
  • gibt sich selbst die Schuld an allem, was um sie herum passiert
  • Alkoholkonsum steht im direkten Zusammenhang mit Lebenskrisen oder anderen Ereignissen, die sie stark belasten
  • leidet unter großen Minderwertigkeitskomplexen und schätzt ihre Leistungen zu gering ein
  • hat einen geradlinigen Lebenslauf und ist beruflich meist erfolgreich
  • bevor sie alkoholsüchtig wird, leidet sie an psychosomatischen Störungen wie Depressionen, Burnout oder Angststörungen
  • Sie ist häufig verheiratet, pflegt soziale Kontakte und lebt in gutbürgerlichen Verhältnissen

Welche Therapien für alkoholkranke Frauen gibt es?

Nur wenige betroffene Frauen schaffen es ohne fremde Hilfe, wieder ohne Alkohol leben zu können. Nehmen Sie deshalb lieber professionelle Hilfe in Anspruch! Während eines stationären Alkoholentzugs finden in der Regel eine körperliche Alkoholentgiftung und eine psychische Alkoholentwöhnung statt, in der die Suchtursachen analysiert und verarbeitet werden. Der Entzug wird medikamentös unterstützt, mögliche Entzugserscheinungen gelindert und die Rückkehr in den Alltag gezielt vorbereitet.

Meine Frau ist alkoholkrank: Was kann ich tun?

Ehemänner, welche die Alkoholsucht ihrer Frauen bemerken, stehen oft vor einem vermeintlich unlösbaren Problem. Dennoch ist es wichtig, dass der Partner rechtzeitig unterstützend und verständnisvoll eingreift. Völlig falsch wäre es, das Thema zu tabuisieren und stillzuschweigen. Um die Ursachen herauszufinden und der Ehefrau so gut wie möglich helfen zu können, ist es wichtig, über den Konsum und die Gründe zu reden.

Reden Sie im ruhigen Ton und verurteilen oder bewerten Sie nie das Trinkverhalten Ihrer Frau. Stärken Sie ihr mit größter Sensibilität und Fingerspitzengefühl den Rücken und unterstützen Sie sie darin, therapeutische Hilfe anzunehmen. Sobald Ihre Ehefrau sich für eine Therapie entschieden hat, können Sie sie auf Wunsch zum Ersttermin in die gewählte Klinik begleiten. In unserer Suchtklinik werden auf Patientenwunsch auch Angehörige in die Therapie eingebunden. Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unseren Fachbeiträgen:
Auch Angehörige brauchen Aufklärung und Unterstützung
Auswirkungen der Sucht auf Partnerschaft und Familie

Sie haben Interesse an unserem Angebot? Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern





Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.