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Antidepressiva und Alkohol: Gefährlicher Mischkonsum mit potenziell tödlicher Wirkung

Alkohol und Antidepressiva: Gefährliche MischungSoziale und berufliche Anforderungen, familiäre Probleme und zunehmende Vereinsamung: Fast jeder Fünfte leidet einmal im Leben an einer affektiven Störung. Häufig werden Arzneistoffe wie Citalopram, Sertralin oder Paroxetin verordnet, die zwar einerseits erfolgreich zur Behandlung von Depressionen, Burnout und Angststörungen eingesetzt werden, andererseits aber viele verschiedene Nebenwirkungen und Wechselwirkungen hervorrufen können. Dass bedeutet, wie alle zentral wirksamen Medikamente dürfen sie nicht beliebig mit anderen Substanzen kombiniert werden. Als besonders gefährlich gilt der gleichzeitige Konsum von Antidepressiva und Alkohol.

Wie wirken Antidepressiva auf die Psyche?

Die Wirkungsweise von Antidepressiva im Gehirn ist noch nicht abschließend geklärt. Experten gehen jedoch davon aus, dass bei Depressionen der Neurotransmitter-Stoffwechsel im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten ist und dadurch bestimmte Nervenverbindungen gehemmt sind. Durch Antidepressiva sollen die Neurotransmitter in Balance gebracht und die Signalübertragung zwischen den Nerven wiederhergestellt werden. Allen Antidepressiva gemein ist, dass sie zu einer Linderung bzw. Verringerung folgender Symptome führen sollen:

  • Erschöpfung
  • Niedergeschlagenheit
  • Innere Unruhe
  • Antriebslosigkeit
  • Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Suizidgedanken

Was passiert, wenn man Antidepressiva nimmt und gleichzeitig Alkohol trinkt?

Die Kombination von Antidepressiva und Ethanol ist äußerst risikoreich, da sie die Wirkung der Medikamente völlig unkontrolliert und unvorhersehbar verändern kann. So kann es durch Alkohol zu einer Verstärkung bzw. einer Verringerung der Wirkmechanismen und zu Vergiftungen durch toxische Stoffwechselprodukte kommen. Umgekehrt wird der Alkoholabbau durch einige Antidepressiva verzögert. Welche Wirkungen der gleichzeitige Alkoholkonsum haben kann, hängt dabei nicht nur von der Alkoholmenge ab, sondern auch von der Art und Wirkungsweise des Medikaments. Unabhängig vom jeweiligen Präparat, sollte es daher zur eigenen Sicherheit unbedingt vermieden werden, Antidepressiva und Alkohol gleichzeitig anzuwenden.

Welche Arten von Antidepressiva gibt es?

Grundsätzlich wird bei der Verordnung von Psychopharmaka zwischen neueren und älteren Antidepressiva unterschieden. Die in Deutschland am häufigsten verschriebenen Mittel mit antidepressiver Wirkung gehören zur neueren Generation und weisen geringere Nebenwirkungen auf als ältere Mittel. Auch wirken sie bei einer Überdosierung weniger toxisch, also schädlich. Ebenfalls verschrieben werden Benzodiazepine und Z-Substanzen, wobei diese aufgrund ihres hohen Suchtrisikos mittlerweile eher umstritten sind.

Neuere Antidepressiva

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer greifen gezielt in den Serotonin-Stoffwechsel ein und sorgen dafür, dass mehr Serotonin im synaptischen Spalt vorhanden ist. Grundsätzlich rufen SSRI weniger Nebenwirkungen hervor als andere Tranquilizer, stehen aber im Verdacht suizidale Neigungen auslösen zu können. Auch das Risiko von Wechselwirkungen in Kombination mit Alkohol ist bei diesen Antidepressiva geringer, aber dennoch vorhanden. Zu den bekanntesten SSRI-Wirkstoffen zählen Sertralin, Paroxetin, Citalopram und Escitalopram. Während bei der Kombination der Substanzen Escitalopram bzw. Sertralin und Alkohol aktuell keine oder nur geringe Wechselwirkungen bekannt sind, scheint sich bei gleichzeitiger Einnahme von Citalopram und Alkohol die Empfindlichkeit für Alkohol zu erhöhen. So kann es bereits bei geringen Alkoholmengen zu einem starken Unwohlsein und einem schweren Kater kommen. Auch durch Paroxetin und Alkohol können verschiedene Wirkungen hervorgerufen werden. Zum einen kann die Alkoholwirkung verstärkt werden und zum anderen kann es zu starker Übelkeit kommen.

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI)

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer beeinflussen den Serotonin- und Nordadrenalin-Stoffwechsel und ähneln in ihrer Wirkung den SSRI. Sie werden bei Depressionen, Angst- und Panikstörungen eingesetzt. Ein bekannter Wirkstoff dieser Gruppe ist Venlafaxin. Alkohol kann die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen, deshalb ist von Alkoholkonsum während der Behandlung abzusehen.

Weitere Antidepressiva der neueren Generation sind Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI, NARI, NERI), Dual-serotonerge Antidepressiva (SARI) und Selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (NDRI).

Ältere Antidepressiva

Trizyklische Antidepressiva

Aufgrund ihrer chemischen Struktur heißen manche Antidepressiva Trizyklika oder auch trizyklische Antidepressiva. Sie hemmen die Wiederaufnahme mehrerer Botenstoffe in die Nervenzellen des Gehirns. Das führt dazu, dass eine größere Menge an Dopamin, Serotonin und Noradrenalin verfügbar ist, was zu der stimmungsaufhellenden, beruhigenden, angst- und spannungslösenden Wirkung dieser Arzneimittel führt. Bekannte Wirkstoffe sind unter anderem Amitriptylin, Doxepin, Clomipramin, Desipramin, Imipramin und Opipramol.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Trizyklika und Alkohol verstärkt sich vor allem die beruhigend-sedierende Wirkung. Eine solche Verstärkung kann im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen. Da trizyklische Antidepressiva und Alkohol an den gleichen Rezeptoren im Gehirn andocken, können sich durch ihre Kombination noch weitere Nebenwirkungen zeigen oder verstärken. Hierzu gehören unter anderem:

  • Benommenheit, Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Angstzustände
  • Krämpfe
  • Zittern
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Herzrhythmusstörungen

Ebenfalls zu erwähnen sind Persönlichkeitsveränderungen, die sich zum Beispiel durch eine erhöhte Nervosität oder Hyperaktivität, eine allgemeine Verwirrtheit, Wahnvorstellungen oder Wahrnehmungsstörungen bemerkbar machen können.

Tetrazyklische Antidepressiva

Ebenfalls nach ihrer chemischen Struktur sind die sogenannten tetrazyklischen Antidepressiva (Tetrazyklika) benannt. Sie sind eng verwandt mit den Trizyklika, wirken jedoch stärker auf den Noradrenalin-Stoffwechsel und rufen weniger starke Nebenwirkungen hervor als diese. Unter anderem gehören die Wirkstoffe Mianserin und Mirtazapin zu der Gruppe der tetrazyklischen Antidepressiva.

Auch Tetrazyklika und Alkohol dürfen keinesfalls zusammen eingenommen werden, da sie starke Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-System hervorrufen. Es drohen lebensgefährliche Blutdruckveränderungen und Herzrhythmusstörungen, die unbehandelt zum Tod führen können.

Weitere Wechselwirkungen sind:

  • Mundtrockenheit
  • Kreislaufprobleme
  • Schwindel
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Verstopfte Nase
  • Verengung der Bronchien

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

MAO-Hemmer werden heute nur noch bei sehr schweren Fällen der Depression eingesetzt. Wirkstoffe wie Moclobemid und Tranylcypromin wirken stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebssteigernd und aktivierend. In Kombination mit Alkohol kann es zu einer Steigerung des Blutdrucks und Herzrhythmusstörungen, innerer Unruhe, Kreislaufproblemen und Schlafstörungen kommen.

Welche besonderen Probleme treten im Falle einer Alkoholabhängigkeit auf?

Antidepressiva und Alkohol: Welche besonderen Probleme treten auf?Viele Alkoholiker entwickeln während ihrer Abhängigkeit eine Depression. Umgekehrt greifen zahlreiche depressive Personen irgendwann zu alkoholischen Getränken und werden von ihnen abhängig. Beide Erkrankungen können sich so auf die eine oder andere Weise bedingen und treten deshalb häufig zusammen auf (Komorbidität). Besonders unheilvoll ist diese Kombination, weil die betroffenen Patienten einerseits nicht ohne sedierende Medikamente auskommen, andererseits aber auch nicht auf Alkoholika verzichten können. In diesem Fall ist es wichtig, die Augen für die Problematik zu öffnen und langfristig sowohl einen Alkoholentzug als auch ein fundiertes Medikamentenschema anzustreben. Kurzfristig sollte mit dem behandelnden Arzt über den Alkoholkonsum gesprochen und eine möglichst risikoarme Medikation gewählt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung einer Alkoholsucht mit gleichzeitiger Depression ist nicht einfach, aber mit ärztlicher Unterstützung zu schaffen. So sollte die Behandlung beider Erkrankungen während eines stationären Aufenthalts zeitgleich und aufeinander abgestimmt erfolgen. Aufgrund der hohen Rückfallgefahr aufgrund der oftmals engen Verzahnung beider Krankheiten ist es nicht sinnvoll, zuerst die eine und im Anschluss die andere Krankheit behandeln zu wollen. Die größten Behandlungserfolge werden in einer professionellen Suchtklinik erzielt, die neben der Alkoholtherapie auch auf Begleiterkrankungen bzw. Mehrfachabhängigkeiten spezialisiert ist.

Hier werden neben der körperlichen Alkoholentgiftung zugleich auch die psychischen Suchtursachen durch eine intensive psychologische Therapie bearbeitet und durch alternative Verhaltensweisen ersetzt. Der Patient lernt, bei möglichen Konflikten nicht zur Flasche oder zur Tablette zu greifen, sondern sich konstruktiv mit der Situation auseinanderzusetzen. Unbewältigte Traumata werden aufgelöst und soziale Unstimmigkeiten durch ein offenes Gespräch geklärt. Am Ende des Entzugs wird gemeinsam mit dem Betroffenen ein tragfähiger Nachsorgeplan erstellt, der die Abstinenz auch im Alltag nachhaltig stabilisiert.

Wie schwer sind die körperlichen Entzugserscheinungen?

Viele Suchtpatienten schrecken vor einer Therapie zurück, weil sie die Entzugserscheinungen fürchten und Angst haben, das Leben ohne das Antidepressivum und Alkoholika nicht aushalten zu können. Dabei mindern gerade Antidepressiva und Alkohol die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit in hohem Maße, so dass die Energie zur Alltagsbewältigung schon allein durch den Substanzkonsum fehlt. Nach einem erfolgreichen Entzug sind die Betroffenen in der Regel auch ohne “Droge” stark und stabil und erleben das Leben deutlich intensiver. Ebenso müssen die Entzugssymptome nicht gefürchtet werden, da sie durch Medikamente und sanfte Therapien wie NES und Akupunktur gelindert werden können.

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