24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2019
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 8 klimatisierte Zimmer und Therapieräume
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung

Diazepam: Angstfrei auf Rezept

Jeder Mensch besitzt seine eigene Strategie, um die Belastungen des Alltags zu bewältigen. Wenn diese Strategien versagen, reagiert der Körper meist mit verschiedenen Signalen. So treten bei vielen Menschen unter psychischem Stress Angst, Unruhe oder Schlafstörungen auf. Diazepam ist ein Arzneistoff, der innere Erregungs- und Unruhezustände verschwinden lässt. Doch die beruhigende Wirkung ist an verschiedene Nebenwirkungen gekoppelt und birgt die Gefahr einer Abhängigkeit. Tropfen und andere Arzneimittel mit dem Wirkstoff sollten deshalb nur mit Bedacht eingenommen werden.

Was ist Diazepam?

Diazepam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, die als Substanzen einen erheblichen Einfluss auf die Psyche des Betroffenen ausüben. Der prägnanteste Effekt einer Behandlung mit Benzodiazepinen im Allgemeinen und Diazepam im Speziellen ist die angstlösende (anxiolytische) Wirkung. In diesem Sinne wirkt Diazepam als Beruhigungsmittel, welches die unterschiedlichsten Ängste und die damit einhergehenden Symptome beseitigt. Dazu zählen hauptsächlich eine große innere Unruhe, Schweißausbrüche oder Herzrasen. Sämtliche Medikamente, die den Wirkstoff Diazepam enthalten, sind ausnahmslos auf Rezept zu bekommen. Das bekannteste Medikament mit dem Arzneistoff ist Valium®.

Wie sieht die Diazepam-Wirkung aus?

Diazepam-Tropfen oder Diazepam-Tabletten werden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt. Neben den angstlösenden und beruhigenden Effekten wird besonders die krampflösende und muskelentspannende Wirkung geschätzt. So gilt Diazepam als Mittel erster Wahl zur Linderung epileptischer Grand-mal-Anfälle und zur Behandlung von Fieberkrämpfen und wird auch bei Tetanus-Vergiftungen angewendet. Zur Beseitigung von Schlafstörungen wird das Arzneimittel in der Regel nur dann genutzt, wenn zugleich eine beruhigende und entspannende Wirkung am Tag erzielt werden soll.

Seine beruhigende Wirkung erzielt der Arzneistoff, indem er direkt auf die körpereigenen Neurotransmitter einwirkt, die für die Signalübertragung von Erregungszuständen verantwortlich sind. Genauer gesagt, bindet er sich im zentralen Nervensystem an die Neurotransmitter (GABA-A-Rezeptoren) und sorgt auf diese Weise dafür, dass die Erregungszustände nicht mehr übertragen werden. Da Arzneimittel mit Diazepam die Blut-Hirn-Schranke schnell überwinden, ist der Wirkungseintritt bei einer Injektion in die Vene bereits nach einer Minute zu spüren. Bei der oralen Einnahme und der Injektion in einen Muskel dauert es rund eine Stunde, bis der Patient die entspannende Wirkung von Diazepam verspürt.

Das Benzodiazepin besitzt eine relativ lange Halbwertszeit und wird in der Leber zu den Abbauprodukten Nordiazepam, Temazepam und Oxazepam verstoffwechselt. Diese wirken deutlich länger als Diazepam und sorgen daher am Tag nach der Einnahme für Hangover-Effekte und die sogenannte Tagesmüdigkeit. Aufgrund ihrer langen Wirkdauer werden die Metaboliten auch als eigenständige Wirkstoffe angewendet.

Was ist die richtige Diazepam-Dosierung?

Das Arzneimittel ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. So gibt es Diazepam-Tropfen, Diazepam-Tabletten oder Diazepam-Zäpfchen. Auch Injektionen mit dem Benzodiazepin sind möglich, wobei diese eher selten für den Hausgebrauch eingesetzt werden.

Tropfen und Tabletten enthalten jeweils unterschiedliche Dosierungen, die in Abhängigkeit vom individuellen Krankheitsbild von einem Arzt verschrieben werden. Diazepam-Tabletten sind in der Regel mit 10 mg Wirkstoff und mit 5 mg Wirkstoff erhältlich. Bei den Tropfen wiederum kommt es auf die Anzahl der Tropfen an, die bei einer Anwendung eingenommen werden. Aufgrund des hohen Suchtrisikos, das bereits bei einer kurzzeitigen Einnahme besteht, empfiehlt es sich, bei einer möglichst niedrigen Dosierung zu bleiben. Wer eine hohe Dosis des Arzneimittels einnimmt, vergrößert nicht nur das Risiko für eine Abhängigkeit, sondern muss zudem mit stärkeren Nebenwirkungen rechnen.

Nach längerer Behandlung mit dem Benzodiazepin kann es zu einer Verringerung oder einem Verlust der Wirkung kommen. In diesem Zusammenhang spricht man von einer Toleranzentwicklung, die ein erstes Zeichen einer Abhängigkeit sein kann. Falls die vom Arzt gewählte Dosierung des Medikaments keine ausreichend gewünschte Wirkung mehr zeigt, sollte eine eigenmächtige Steigerung der mg-Dosierung dennoch unbedingt vermieden werden.

Welche Diazepam-Nebenwirkungen gibt es?

Wenngleich die Diazepam-Wirkung vielen Patienten mit einer Angststörung dabei helfen kann, ihren Alltag und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, bringt das Medikament gleichzeitig einige Nebenwirkungen mit sich. Wer die Tropfen oder Tabletten einnimmt, muss in fast allen Fällen damit rechnen, dass eine oder mehrere der folgenden Nebenwirkungen auftreten:

  • Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit
  • Schwindelgefühle
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Undeutliches Sprechen (bei hohen Dosen und längerer Anwendung)

Teilweise kann es nach der Einnahme des Medikaments auch zu paradoxen Reaktionen kommen. Anstatt innere Unruhe und Ängste zu beseitigen, kehrt sich die Wirkung ins Gegenteil um und die Patienten werden noch unruhiger. Vor allem bei einer längeren Behandlung und älteren Menschen kann es zusätzlich zu Muskelerschlaffung und Bewegungsstörungen (Ataxien) kommen.

Welche Risiken sind mit der Einnahme von Diazepam verbunden?

Wer ein Medikament mit dem Wirkstoff Diazepam in hoher Dosierung oder über längere Zeit gegen seine Angststörung einnimmt, riskiert eine Medikamentenabhängigkeit sowie eine Verstärkung der Nebenwirkungen. Daher ist eine umfangreiche Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit dem Arzt unumgänglich. Diazepam sollte stets nur kurzfristig in einer Zeitspanne von bis zu vier Wochen eingenommen werden. Doch selbst bei einem bestimmungsgemäßen Gebrauch kann eine Abhängigkeit entstehen, die enorme gesundheitliche und psychische Schäden nach sich ziehen kann. Von Wesensveränderungen über Gedächtnisverluste bis hin zu Halluzinationen sind verschiedene Folgeerkrankungen möglich.

Welche Gegenanzeigen / Kontraindikationen gibt es bei Diazepam?

Genauso wie die meisten anderen Medikamente sollten auch Arzneimittel mit Diazepam als Wirkstoff nicht wahllos mit anderen arzneilich wirksamen Substanzen kombiniert werden. So können psychoaktive Arzneimittel, die parallel eingenommen werden, einen wechselseitigen Einfluss ausüben. Dazu gehören unter anderem Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Schlafmittel oder aber bestimmte Schmerzmittel. Zudem sollte Diazepam nicht mit Alkohol konsumiert werden, weil auch hier unvorhersehbare gegenseitige Beeinflussungen mit teilweise lebensbedrohlichen Nebenwirkungen auftreten können. Im schlimmsten Fall kommt es zur gefürchteten Atemdepression, die eine sofortige notfallmedizinische Behandlung erforderlich macht.
Ebenso raten Mediziner und Ärzte von einer Behandlung mit Diazepam ab, wenn

  • eine aktuelle oder vergangene Suchterkrankung besteht
  • eine Überempfindlichkeit auf Benzodiazepine bekannt ist
  • der Patient an Myasthenia gravis, d. h. einer schweren Muskelschwäche leidet
  • ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt
  • es zu einer schweren Leberinsuffizienz gekommen ist
  • eine Schwangerschaft besteht

Wie wird eine Diazepam Abhängigkeit behandelt?

Der Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine kann als gravierende Nebenwirkung eine Medikamentensucht hervorrufen, die beim Absetzen des Medikaments oder bei einer Verringerung der mg-Dosis mit physischen und psychischen Entzugserscheinungen verbunden ist. So haben die Betroffenen nach dem Absetzen des Wirkstoffs das Gefühl in ein tiefes Loch zu fallen, fühlen sich mut- und antriebslos und scheinen dem Alltag ohne das Medikament nicht mehr gewachsen zu sein. Weitere unangenehme Nebenwirkungen eines Diazepam-Entzugs sind Schwitzen, Zittern, Stimmungsschwankungen, Wahrnehmungsstörungen oder epileptische Anfälle.

Um die Entzugserscheinungen so gering wie möglich zu halten, findet ein Medikamentenentzug immer fraktioniert statt, d. h. das Medikament wird in einer spezialisierten Suchtklinik im Rahmen einer Therapie langsam ausgeschlichen und durch ein Benzodiazepin mit mittlerer Halbwertszeit substituiert. Von einem eigenmächtigen Absetzen der Tropfen oder Tabletten wird aufgrund der teils gravierenden Entzugserscheinungen abgeraten. Zeitgleich zur Entgiftung findet eine Entwöhnung statt, in der sich die Abhängigen mit den psychischen Ursachen ihrer Sucht auseinandersetzen und lernen, auch ohne das Medikament bzw. ohne Benzodiazepine durchs Leben zu kommen. Oft ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, Familienangehörige in die Therapie einzubinden.

Nach dem Entzug gilt es, die Abstinenz durch eine konsequente ambulante Nachsorge zu stabilisieren. Dazu gehören regelmäßige psychologische Gespräche mit einem Nachsorgetherapeuten und der Besuch eine Selbsthilfegruppe.

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern





Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.