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Mischkonsum: Risikoreiches Konsumverhalten mit ungewisser Wirkung

Der Gebrauch einer Droge zieht häufig den Konsum weiterer psychoaktiver Substanzen nach sich. Die Gründe für diesen multiplen Substanzgebrauch sind völlig unterschiedlich. So können einerseits mehrere Suchtmittel gezielt miteinander kombiniert werden, um eine wechselseitige Wirkungsverstärkung zu erreichen oder andererseits neue Wirkungen auszuprobieren. Vielfach wird ein zweiter Wirkstoff auch genutzt, um Entzugserscheinungen zu mildern, um bei einer Toleranzentwicklung die ursprüngliche Wirkung wiederherzustellen oder um das Herunterkommen während eines Rauschzustandes zu verzögern. Das Risiko des kombinierten Drogenkonsums ist immens hoch und kann Körper und Psyche in unterschiedliche Richtungen beeinflussen. Dies führt zu einer hohen Belastung und kann schlimmstenfalls den Tod verursachen.

Was ist Mischkonsum?

Mischkonsum oder auch multipler Substanzgebrauch ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den medizinischen Begriff Polytoxikomanie und bezeichnet den Konsum verschiedener, mindestens drei psychotroper Substanzen. Befragungen zufolge stellt der gleichzeitige Konsum mehrerer Wirkstoffe eher die Regel als die Ausnahme dar. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Art die Wirkstoffe sind, so dass theoretisch alle Substanzkombinationen denkbar sind. Besonders häufig wird Alkohol mit anderen Suchtmitteln kombiniert.

Welche Bevölkerungsgruppen sind hauptsächlich betroffen?

Mischkonsum: Wer ist betroffen?Grundsätzlich macht der missbräuchliche Gebrauch berauschender Mittel vor keiner Bevölkerungsschicht halt. So kann prinzipiell jeder Mensch eine substanzgebundene Sucht entwickeln oder das richtige Maß beim Konsum verlieren. Besonders hoch ist allerdings das Risiko bei Jugendlichen, die in der Partyszene unterwegs sind. Hier ist der Zugang zu Partydrogen und Alkohol vergleichsweise einfach, so dass auch die Gefahr des Mischkonsums steigt. Darüber hinaus können die Neugier und Freude am Experimentieren und ein gewisser Gruppenzwang ein missbräuchliches Konsumverhalten begünstigen. So werden die meisten Todesfälle durch Partydrogen durch multiplen Substanzgebrauch hervorgerufen.

Welchen Mischkonsum gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen folgenden Arten des Mischkonsums:

  • Medikamente und Alkohol
  • Drogen und Medikamente
  • Alkohol und illegale Drogen
  • Unterschiedliche Drogen

Medikamente und Alkohol

Der gleichzeitige Gebrauch von Alkohol und Arzneimitteln erfolgt häufig unbewusst. Nicht immer wird der Beipackzettel sorgfältig gelesen, so dass das Präparat dann aus Unwissenheit mit Alkohol kombiniert wird. Trotz Medikamenteneinnahme wird nach wie vor das Feierabendbier oder das gemeinsame Glas Wein im Freundeskreis “genossen”. Vor der Ersteinnahme eines bestimmten Therapeutikums sollte daher die Verpackungsbeilage sorgfältig gelesen oder von vornherein auf Alkohol verzichten werden.

Im Falle einer Medikamentensucht substituieren sich die beiden Suchtmittel häufig gegenseitig. So wird ein Medikamentenengpass einerseits durch Alkoholkonsum ausgeglichen. Andererseits werden Medikamente eingenommen, wenn ein Alkoholrausch gesellschaftlich unangebracht ist, beispielsweise am Arbeitsplatz oder bei wichtigen gesellschaftlichen Anlässen.

Unabhängig von den Gründen des Mischkonsums kann Alkohol die Wirkungen und Nebenwirkungen des Arzneimittels verstärken oder abschwächen. Umgekehrt verzögern viele Pharmazeutika den Alkoholabbau und setzen toxische Stoffe frei. Besonders risikoreich ist die Einnahme von Ethanol und sogenannten Tetrazyklika, die zu lebensbedrohlichen Blutdruckveränderungen und Herzrhythmusstörungen zu führen können.

Drogen und Medikamente

Werden Medikamente und Drogen miteinander kombiniert, erfolgt dies entweder gezielt zur Wirkungsverstärkung beider Suchtmittel oder zur Aufhebung bzw. Beendigung bestimmter Effekte. So werden bei einer Amphetamin-Abhängigkeit vielfach zusätzlich Tranquilizer konsumiert, um nach dem Amphetamin-Rausch überhaupt wieder zur Ruhe kommen zu können. Es kommt zu einem wechselseitigen Gebrauch von Uppern und Downern, d. h. dem abwechselnden Konsum eines stimulierenden und beruhigenden Wirkstoffs.

Alkohol und Drogen

Die Mischung von Alkohol und Drogen ist weit verbreitet, hochgefährlich und wird von vielen Konsumenten bewusst zur Wirkungsverstärkung der Substanzen eingesetzt. Die gesundheitlichen Folgen und negativen Effekte werden dabei billigend in Kauf genommen. Bei Jugendlichen wird der riskante Mix oft unüberlegt konsumiert, weil es gerade in ist oder weil andere es genauso machen.

Abhängig von den konsumierten Drogen fallen die körperlichen Reaktionen völlig unterschiedlich aus oder lassen sich überhaupt nicht vorhersagen. Schließlich spielen neben den verschiedenen Substanzen auch die Konsummenge, das Alter, das Geschlecht und das Gewicht des Konsumenten eine große Rolle für die jeweilige Wirkungsweise.

Unterschiedliche Drogen

Vielfach werden auch mehrere illegale Drogen kombiniert, um eine stärkere oder andere Wirkung zu erzielen. Manche Substanzkombinationen haben sich bei den Konsumenten “durchgesetzt” oder sind zumindest so geläufig, dass sie eigene Bezeichnungen tragen. Typische Beispiele hierfür sind der Candyflip (Kombination von Ecstasy (MDMA) und LSD) oder der Speedball (Mischung aus Kokain und Heroin). Darüber hinaus gibt es folgende Kombinationen:

  • Cannabis (Weed) und Ecstasy (MDMA)
  • Cannabis und Speed (Amphetamin)
  • Weed und Crystal Meth (Methamphetamin)
  • Cannabis und Kokain
  • Cannabis und LSD
  • Ecstasy (MDMA) und Speed (Methamphetamin) / Kokain
  • Kokain und Speed (Amphetamin) / Crystal Meth (Methamphetamin)
  • Speed (Amphetamin) und LSD

Candyflip: Ecstasy und LSD

Der als Candyflip bekannte Mix aus MDMA und LSD führt zu einer starken Serotonin-Konzentration im Gehirn und verändert auf diese Weise den gesamten Serotoninstoffwechsel. Dadurch kann es zu Angstzuständen, Panikattacken oder unangenehmen Halluzinationen bis hin zum gefürchteten Horrortrip kommen. Die Körpertemperatur steigt und es besteht die Gefahr, einen Hitzschlag oder Kreislaufkollaps zu erleiden.

Mischkonsum: Unterschiedliche DrogenSpeedball: Kokain und Heroin

Die Mischung aus Kokain und Heroin kombiniert zwei eigentlich gegensätzliche Wirkungsweisen: den aufputschenden Effekt des Kokains und die sedierende Wirkung des Heroins. Da das Kokain eine schnellere Halbwertszeit besitzt als Heroin, lässt die Wirkung jedoch schneller nach als bei Heroin. Als Folge kann eine gefährliche Hypoventilation hervorgerufen werden, bei der sich die Atmung verlangsamt und unzureichend wird. Der Sauerstoffgehalt im Blut fällt ab und das Kohlenstoffdioxid steigt, so dass das Blut übersäuert wird. Aufgrund dieser Wirkungsweise haben Speedballs bereits zahlreiche Todesopfer gefordert, darunter auch zahlreiche prominente Personen.

Cannabis (Weed) und MDMA / Cannabis und Speed / Cannabis und LSD

Wird Cannabis mit Ecstasy, Speed oder LSD kombiniert, wird einerseits eine Stimulation und andererseits eine Sedierung hervorgerufen. So verzögert Weed nach dem Konsum von Ecstasy, Speed oder LSD das Herunterkommen. Der sogenannte Hangover wird verstärkt und es kommt zu Angstzuständen, Unsicherheit und Halluzinationen.

 

 

Cannabis und Kokain

Die gleichzeitige Einnahme von Cannabis und Kokain bedeutet für den Körper eine hohe Kreislaufbelastung. Sie kann vor allem unter Stress zu einer massiven Erhöhung von Puls und Blutdruck führen. Es kann zu Angst- und Panikzuständen und bei längerfristigem Konsum zu einer Angsterkrankung oder Psychosen kommen.

Ecstasy und Speed / Ecstasy und Kokain

Die Kombination aus Ecstasy und Speed oder Ecstasy und Kokain verstärkt den aufputschenden Effekt der einzelnen Wirkstoffe in unbekanntem Ausmaß. Für das Herz-Kreislauf-System bedeutet dies eine starke Überbeanspruchung, die durch den substanzbedingten erhöhten Flüssigkeitsverlust noch verstärkt wird. Es besteht das Risiko einer Überhitzung, Vergiftung und Überdosierung. Die Wahrscheinlichkeit irreversibler Hirnschäden ist groß.

Kokain und Speed / Kokain und Crystal

Durch den Konsum von Kokain und Speed oder Kokain und Crystal Meth erhöht sich die Dopamin-Konzentration im zentralen Nervensystem, so dass das Herz-Kreislaufsystem enorm strapaziert wird. Es kommt zu einem gefährlich hohen Herzschlag und Blutdruck und auch die Atmung kann beeinträchtigt werden.

Speed und LSD

Die Wirkmechanismen dieser Substanzkombination sind völlig unberechenbar. Es kann sein, dass durch das Amphetamin die LSD-Wirkung komplett verloren geht oder aber auch massiv verstärkt wird und es zu mehrtägigen Horrortrips oder einer drogeninduzierten Psychose kommt.

Welche weiteren Gefahren bestehen beim Mischkonsum?

Neben den gesundheitlichen Risiken durch den Konsum verschiedener Drogen kommt es meist zu einer absoluten Fahruntüchtigkeit, so dass die Unfallgefahr massiv ansteigt. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko, eine Mehrfachabhängigkeit zu entwickeln. Diese ist umso gefährlicher, da der Körper gleich durch mehrere schädliche Substanzen belastet wird. Auch der Entzug ist deutlich schwieriger und langwieriger als bei einer „einfachen“ Abhängigkeit. Dennoch lässt sich eine Mehrfachabhängigkeit mit professioneller Unterstützung erfolgreich beenden.

Wie wird eine Mehrfachabhängigkeit behandelt?

Der erste Schritt für einen erfolgreichen Entzug ist immer das Eingeständnis der Sucht und die Motivation, diese zu beenden. Aufgrund der höheren Risiken und der unangenehmen Begleiterscheinungen ist allerdings von einem kalten Entzug unbedingt abzuraten. Vielmehr sollten sich die Betroffenen und deren Angehörige sorgfältig über die Möglichkeiten der Suchttherapie informieren und sich erst danach für eine passende Einrichtung bzw. Behandlung entscheiden. Aufgrund der Abhängigkeit von mehreren Wirkstoffen sollte unbedingt ein stationärer Entzug mit anschließender Entwöhnung angestrebt werden. Hierzu bieten sich öffentliche Einrichtungen oder private Suchtkliniken an, bei denen jedoch in der Regel gravierende Unterschiede bestehen. Während der Drogenentzug in einer öffentlichen Institution meist mit langen Wartezeiten verbunden ist, ist die Aufnahme in eine privat geführte Entzugsklinik in der Regel sofort oder sehr zeitnah möglich. Während in einer staatlichen Klinik der Entzug und die Entwöhnung zwei separate und zeitlich getrennte Behandlungsblöcke sind, schließt sich die Entwöhnungstherapie in einer Privatklinik unmittelbar an den körperlichen Entzug an und bietet durch die Komplexität ihrer Therapien die deutlich höheren Erfolgschancen.

Abhängige Patienten werden durchgehend von denselben Ärzten und Therapeuten behandelt und setzen sich im geschützten Rahmen der Klinik konstruktiv mit ihrer psychischen Abhängigkeit auseinander. Die Suchtursachen werden in Einzel- und Gruppenbehandlungen therapeutisch aufgearbeitet. Ebenso werden alternative Lösungsstrategien zum missbräuchlichen Konsumverhalten entwickelt, so dass die Betroffenen lernen, im Alltag auch ohne Suchmittel zurechtzukommen. Um die Abstinenz dauerhaft zu stabilisieren, erfolgen am Ende der Entzugstherapie eine umfassende Rückfallprävention und die Erstellung eines tragfähigen Nachsorgekonzepts.

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