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Tavor®: Die Pille, die Gelassenheit verspricht

Einschlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Panikattacken – immer mehr Menschen leiden heutzutage unter psychischen Erkrankungen, die nicht selten durch Stress und Überbelastung ausgelöst werden. Eine Psychotherapie kann Hilfe versprechen. Allerdings sind Therapien meist langwierig und die Terminsuche nach einem fähigen Arzt ist häufig mit viel Wartezeit verbunden. Deshalb nehmen zahlreiche Betroffene lieber ein Medikament, das eine sofortige Linderung der Symptome verspricht. In vielen Fällen ist dies das Benzodiazepin Tavor®, das den Wirkstoff Lorazepam enthält und bereits wenige Minuten nach seiner Einnahme Gefühle von Ruhe und Gelassenheit aufkommen lässt. Doch der Preis ist hoch, denn das Potenzial für eine Medikamentenabhängigkeit, die in einer privaten Suchtklinik wie der My Way Betty Ford Klinik behandelt werden muss, ist enorm. Worin bestehen die Gefahren des Medikaments Tavor® und warum ist das Suchtpotential schon bei wenigen Milligramm als Tagesdosis so groß?

Was ist Tavor®?

Tavor® gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und zählt zu den Schlaf- und Beruhigungsmitteln, den sogenannten Tranquilizern. Das Medikament reduziert Panikattacken, Angstzustände und Schlafstörungen, so dass sich die Patienten entspannter und losgelöst von ihren Sorgen und Ängsten fühlen. Der Wirkstoff des Arzneimittels ist Lorazepam, das 1963 vom Pharmaunternehmen Wyeth patentiert wurde und heute von der Firma Pfizer verkauft wird.

Wo bekomme ich Tavor®?

Neben dem Markenprodukt Tavor® sind mittlerweile viele Generika auf dem Markt erhältlich, die den Wirkstoff Lorazepam zu einem niedrigeren Preis anbieten, beispielsweise von Arzneimittelherstellern wie ratiopharm oder Merck dura. Das Arzneimittel ist ausschließlich auf Rezept eines Arztes erhältlich. Neben der medizinisch indizierten Anwendung werden Lorazepam und weitere Benzodiazepine mit Vorliebe in der Drogenszene konsumiert oder bei substituierten Patienten teilweise als Heroinersatz genutzt.

Fällt Tavor unter das Betäubungsmittelgesetz?

Ob das Arzneimittel unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, hängt von der Dosierung ab. So sind Verordnungen bis zu einer Wirkstoffmenge von 2,5 mg auf Kassenrezept des behandelnden Arztes möglich. Bei höheren Dosierungen fällt das Präparat unter das Betäubungsmittelgesetz und erfordert ein BtM-Rezept.

Wo wird Tavor® eingesetzt?

Das Arzneimittel ist vor allem für die folgenden Wirkungsweisen bekannt:

  • anxiolytisch (angstlösend)
  • sedierend (beruhigend)
  • hypnotisch (schlaffördernd)

Psychische Erkrankungen sind jedoch nicht die einzigen Anwendungsgebiete des Wirkstoffs. Zusätzlich wird das Medikament zur Sedierung von Patienten vor einem operativen oder diagnostischen Eingriff verwendet. Weiterhin wirken sich die antikonvulsiven und muskelrelaxierenden Eigenschaften des Arzneimittels positiv auf die Behandlung epileptischer Erkrankungen aus. Bei psychiatrischen Notfällen wie etwa Mutismus oder Stupor ist die Gabe von Lorazepam bzw. Tavor® erforderlich.

Welche Wirkung hat Tavor®?

Die spezielle Tavor®-Wirkung beruht auf der Fähigkeit des Wirkstoffs Lorazepam an spezifischen GABA-A Rezeptoren im Gehirn anzudocken. So überwindet das Medikament die Blut-Hirn-Schranke und verstärkt die hemmende Wirkung des Neurotransmitters GABA. Dadurch wird die Weiterleitung von Reizen und Signalen an diesen Rezeptoren umfassend geblockt oder zumindest gedämpft. Die Erregung, die sich ohne das Medikament bei Betroffenen beispielsweise als Gefühl der Angst oder als Panikattacke manifestiert, wird dadurch nur noch schwach oder gar nicht mehr übertragen.

TAVOR®: Wie schnell wirkt es?

Lorazepam besitzt eine mittlere Halbwertszeit sowie eine mehrstündige Wirkungsdauer. Wie schnell und wie lange das Arzneimittel wirkt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So spielen die Größe und das Körpergewicht, aber auch der Mageninhalt zum Einnahme-Zeitpunkt und die Toleranz eine Rolle. Normalerweise ist von einer Wirkungsdauer von bis zu neun Stunden auszugehen. Die Halbwertszeit kann bis zu achtzehn Stunden umfassen. Die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente kann – ebenso wie der Konsum von Alkohol oder Drogen – zu Wechselwirkungen führen und das Einsetzen der Wirkung beschleunigen oder verlangsamen.

Tavor®: Was beachten?

Die Hinweise zur Anwendung des Medikaments auf der Packungsbeilage des Herstellers sind umfassend, und das aus gutem Grund. So sollte das Medikament nur kurzfristig und nach Anweisung des Arztes eingenommen werden. Wichtig ist es, bereits zu Beginn der Therapie einen Folgetermin mit dem behandelnden Arzt zu vereinbaren, in dem die weitere Behandlung besprochen wird. Auch die empfohlene Dosis und die Zeitabstände zwischen den einzelnen Einnahmen sollten streng eingehalten werden. Keineswegs sollte das Benzodiazepin ohne ärztliche Konsultation von anderen Personen entgegen- und eingenommen werden. Dasselbe gilt auch umgekehrt.

Wie Tavor® einnehmen?

Lorazepam wird meist in Form von Tabletten oder Schmelztabletten (Expidet) eingenommen. Abhängig von der individuell festgelegten Dosierung kann von 0,25 mg bis 5,0 mg als Tagesdosis ausgegangen werden. Theoretisch kann Lorazepam auch intravenös oder intramuskulär verabreicht werden. Das geschieht zum Beispiel, wenn Patienten diesen Wirkstoff aufgrund eines akuten epileptischen Anfalls injiziert bekommen.

TAVOR®: Welche Stärken gibt es?

Die üblicherweise in Apotheken erhältlichen Dosierungen sind Tabletten mit Wirkstoffmengen von 0,5 mg, 1,0 mg, 2 mg und 2,5 mg. Welche Wirkstoffkonzentration vorliegt, lässt sich an der Farbe und Form des Arzneimittels erkennen.

TAVOR®: Wann einnehmen vor Flug?

Zahlreiche Menschen leiden an Flugangst und versuchen, ihre Angst vor dem Fliegen durch ein Medikament zu lindern. Da das Benzodiazepin in erster Linie für seine angstlösende Wirkung bekannt ist, stellen sich die Betroffenen vielfach die Frage, ob der Wirkstoff auch zur Behandlung der Flugangst geeignet ist. Aufgrund der starken Nebenwirkungen und dem hohen Abhängigkeitspotenzial sollte allerdings von einer Einnahme abgesehen werden und stattdessen auf pflanzliche Mittel zur Beruhigung zurückgegriffen werden. Die Wahl geeigneter Präparate besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Hilft Tavor® bei Prüfungsangst?

Auch zur Bewältigung von Prüfungsangst sollte nicht auf die Substanz zurückgegriffen werden. Schließlich macht diese neben den bereits genannten Risiken müde und schläfrig und kann somit kontraproduktiv für einen guten Prüfungsabschluss sein.

Tavor®: Wann wieder Autofahren?

Aufgrund der stark dämpfenden Wirkung des Medikaments ist eine Verkehrstüchtigkeit keinesfalls gegeben und die Reaktionsfähigkeit der Betroffenen massiv eingeschränkt. Dasselbe gilt für das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten in der Höhe. Während der Einnahme des Benzodiazepins sollte daher auf das Autofahren unbedingt verzichtet werden. Um sicherzugehen, dass der Wirkstoff vollständig abgebaut ist, sollte nach der Beendigung der Einnahme noch einige Tage auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr verzichtet werden.

Wie Tavor absetzen?

Bei der regelmäßigen Anwendung des Arzneimittels ist schon nach wenigen (zehn bis vierzehn) Tagen mit den ersten Entzugserscheinungen zu rechnen. Daher muss bei Beendigung der Einnahme ein plötzliches Absetzen unbedingt vermieden werden. Stattdessen sollte die Dosis sukzessive verringert, d. h. wie in einer privaten Suchtklinik ausgeschlichen werden, so dass sich der Körper nach und nach an einen niedrigeren Wirkstoffspiegel gewöhnen kann. Besteht noch keine Abhängigkeit, hilft es in den meisten Fällen, mit dem zuständigen Arzt einen Plan zur schrittweisen Dosis-Reduktion zu erstellen und sich intensiv um sich selbst zu kümmern, beispielweise durch Sport oder das Erlernen eines neuen Hobbys.

Wie schnell macht Tavor® abhängig?

Wie schnell macht Tavor® abhängig?Wie viele andere Benzodiazepine auch, birgt das Medikament eine hohe Suchtgefahr, die vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Schließlich wird die Behandlung mit Lorazepam vom Arzt verordnet und ist regelhaft medizinisch indiziert. Dennoch können die kleinen Pillen sogar bei einer ordnungsgemäßen Anwendung zeitnah süchtig machen. Wer die Tavor®-Tabletten nicht mehr nimmt, hat plötzlich das Gefühl, dass die Ängste und Sorgen noch schlimmer werden und schafft es schon allein deshalb nicht, das Medikament dauerhaft abzusetzen. Aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials ist das Beruhigungsmittel lediglich für eine Kurzzeitbehandlung von maximal drei Wochen geeignet.

Welche Risiken sind mit der Einnahme von Tavor® verbunden?

Neben dem hohen Abhängigkeitspotenzial bringt die Einnahme von Lorazepam eine schnelle Toleranzbildung mit sich, sodass die Patienten bei regelmäßiger Einnahme immer mehr Milligramm Tavor® (Lorazepam) benötigen, um die intendierte Wirkung zu spüren. Das Suchtpotenzial bzw. die Abhängigkeitserscheinungen verstärken sich dadurch noch. Ein Dauerkonsum kann neben akuten psychischen und physischen Folgen überdies langfristige Schäden mit sich bringen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Tavor® auftreten?

Zu den typischen Tavor®-Nebenwirkungen gehören:

  • Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit,
  • ein eingeschränktes Reaktionsvermögen,
  • depressive Verstimmungen
  • und eine Abnahme des Sexualtriebs.

Weitere Symptome können sein:

  • Übelkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Erinnerungslücken und
  • gegensätzliche (paradoxe) Reaktionen.

Nach der Anwendung über eine längere Zeit sind Konzentrationsstörungen und generell eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit sehr häufige Folgeprobleme. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Schlafmitteln oder Antidepressiva und in Kombination mit opioidergen Schmerzmitteln wie Tilidin können unvorhersehbare Wirkungsverstärkungen auftreten.

Warum kann Tavor Traurigkeit verstärken?

Ein geringer Teil aller Patienten reagiert unerwartet auf die Einnahme des Medikaments und entwickelt paradoxe Reaktionen. So kann die Angst stärker werden und bereits bestehende Depressionen können sich verschlimmern. Sollten Sie solche Nebenwirkungen wahrnehmen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Grundsätzlich wirkt Tavor® zwar angstlösend und beruhigend, ist aber in der Regel nicht als alleiniges Mittel zur Behandlung einer Depression geeignet. Zusätzlich sollte der Patient eine antidepressive Therapie erhalten.

Welche Gegenanzeigen / Kontraindikationen gilt es zu beachten?

Wie jedes andere Medikament, besitzt auch Lorazepam einige Gegenanzeigen, bei denen das Mittel nicht eingenommen werden sollte. Dazu zählen u. a.

  • eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Lorazepam,
  • das Schlafapnoe-Syndrom,
  • Alkoholsucht & Drogensucht,
  • akute Alkoholintoxikationen,
  • niedriger Blutdruck und die gleichzeitige Anwendung von Beta-Blockern,
  • eine schwere Leber- oder Niereninsuffizienz,
  • Myasthenia Gravis und
  • obstruktive Atemwegserkrankungen.

Kann Alkohol die Wirkung von Tavor® verstärken?

Alkohol oder Drogen sollten niemals mit dem Benzodiazepin Lorazepam kombiniert werden, da die im Körper wirksamen Substanzen sich gegenseitig verstärken können. So kann der gleichzeitige Konsum von Tavor und Alkohol schlimmstenfalls zu einer gefährlichen Atemdepression mit Todesfolge führen.

Für wen ist eine Behandlung mit Lorazepam nicht geeignet?

Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Lorazepam bei Kindern und älteren Patienten empfohlen. So kommt es durch die Anwendung bei Senioren zu erhöhter Sturzgefahr und vermehrt zu paradoxen Reaktionen wie Angst oder Panik. Bei Kindern kann Lorazepam Wut und Aggressivität hervorrufen. Treten solche Nebenwirkungen auf, sollte das Medikament in Absprache mit dem behandelnden Arzt ausgeschlichen werden.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf eine Behandlung mit Tavor®-Tabletten oder Tavor® Expidet gänzlich verzichtet werden. Bei der Anwendung am Ende der Schwangerschaft kann sich beim Neugeborenen die Muskelspannung verringern. Ebenso kann es zu einer Senkung von Körpertemperatur und Blutdruck, flacher Atmung und Trinkschwäche kommen. Da der Wirkstoff in die Muttermilch übergehen kann, ist auch eine Einnahme in der Stillzeit nicht zu empfehlen.

Welche Alternativen zu Tavor® gibt es?

Gerade weil Arzneimittel wie Lorazepam das Risiko einer psychischen Abhängigkeit sowie viele unerwünschte Nebenwirkungen in sich bergen, wird Lorazepam inzwischen seltener und nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung von behandelnden Ärzten verschrieben. Antidepressiva sind mittlerweile die Arzneimittel erster Wahl, wenn es darum geht, das seelische Gleichgewicht medikamentös wiederherzustellen. Zusätzlich sollte stets eine umfassende Psychotherapie in Angriff genommen werden, die bei Betroffenen nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursache der jeweiligen Erkrankung bekämpft.

Wie wird eine Tavor®-Abhängigkeit behandelt?

Wer süchtig nach Tavor® bzw. dem Wirkstoff Lorazepam ist und unter den Folgen des Konsums leidet, muss in einem ersten Schritt seine Erkrankung anerkennen. Dies dürfte für die betroffenen Patienten mitunter der schwierigste Schritt sein, da den meisten ihre Tavor®-Abhängigkeit nicht einmal bewusst ist. Der Entzug des Wirkstoffs sollte am besten in einer qualifizierten Suchtklinik durch eine schrittweise Verringerung der Dosis erfolgen. Von einem kalten Lorazepam-Entzug ist auf jeden Fall abzuraten, da die Entzugssymptome sehr lange (deutlich über die letzte Einnahme hinaus) andauern können und mitunter auch gefährlich sind (insbesondere durch entzugsbedingte Grand-Mal-Krampfanfälle).

Zusätzlich ist es wichtig, den Tavor®-Entzug des Patienten durch individuell abgestimmte therapeutische Maßnahmen zu begleiten. Dabei konzentrieren sich die Behandlungen nicht nur auf den körperlichen Entzug, sondern auch auf die zugrundeliegenden Probleme und Schwierigkeiten, die zur Einnahme des Benzodiazepins geführt haben. Diese haben schließlich überhaupt erst dazu geführt, dass der Betroffene das Medikament Tavor® eingenommen hat. Ebenso wichtig ist die Einbeziehung der Angehörigen, so dass der Tavor®-Abhängige während und nach seiner Suchtbehandlung entsprechende Unterstützung erhält und in ein stabiles Umfeld zurückkehrt.

Was passiert nach dem Absetzen von Tavor?

Auch nach einem erfolgreichen Entzug des Medikaments ist die Stabilisierungsphase durch die Entwicklung des Suchtgedächtnisses noch lange nicht abgeschlossen. Wichtig ist es, an einer ambulanten Psychotherapie teilzunehmen und eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Suchtkranke auch in Krisensituationen nicht allein ist und schnell umfassende Hilfe erhält. Weitere Informationen zur Behandlung einer Benzodiazepin-Abhängigkeit erhalten Sie in der My Way Betty Ford Klinik: Unsere Ärzte und Suchtmediziner helfen Ihnen gerne weiter.

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