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Tramadol: Ohne Schmerzen dank Tropfen und Tabletten

Bei Kopf-, Glieder- oder Rückenschmerzen greifen die meisten Menschen zu Paracetamol oder Ibuprofen. Doch was, wenn diese klassischen Mittel gegen den Schmerz nicht mehr helfen? Wenn die Beschwerden chronisch werden, verschreiben Ärzte häufig sogenannte opioide Analgetika. Zu diesen gehört auch das in Deutschland entwickelte Tramadol. Tramadol ist ein Arzneistoff, der den menschlichen Körper auf dieselbe Weise wie Morphium beeinflusst und als Schmerzstiller mit einer hohen Wirksamkeit überzeugt. Doch der positive Effekt ist risikoreich, denn Tramadol bringt eine ganze Reihe unangenehmer Nebenwirkungen mit sich und kann zudem in eine körperliche und psychische Abhängigkeit führen. Um sich vor dieser zu schützen bzw. den Weg aus einer Tramadol-Sucht herauszufinden, ist es wichtig, die Wirkungsweise und die Gefahren des Medikaments genauer zu verstehen.

Was ist Tramadol?

Tramadol ist ein Opioid-Analgetikum, das zuallererst als Präparat mit dem Namen Tramal® auf den Markt gebracht wurde. Hierfür war der Konzern Grünenthal verantwortlich, dessen Mitarbeiter das Medikament in den 1960er und 1970er Jahren entdeckt und zur Marktreife gebracht haben. Chemisch betrachtet ist Tramadol genauso wie Morphium, Tilidin oder Methadon ein Opioid. Es besitzt eine bedeutsame schmerzstillende Wirkung, die rund einem Zehntel der analgetischen Potenz von Morphium entspricht. Demnach sind Tramal® und seine Generika in der von der WHO herausgegebenen Stufenskala auf der zweiten Ebene einzuordnen. Ganz oben auf diesem dreistufigen Ebenen-System stehen starke Opioide wie Morphin oder Oxycodon.
Das Arzneimittel ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Auf Rezept können Patienten in der Apotheke entweder Tropfen, Tabletten (verschiedene Varianten), Suppositorien (Zäpfchen) oder Brausetabletten erhalten. Zusätzlich existieren verschiedene Retardtabletten, beispielsweise Tramal® long. Diese geben den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum ab und werden vor allem bei einer langfristigen Einnahme empfohlen. Darüber hinaus gibt es Kombinationsmedikamente, bei denen der Wirkstoff Tramadol mit Paracetamol verbunden wird.

Was genau bewirkt Tramadol?

Die Tramadol-Wirkung setzt im Gehirn des Patienten ein, wo sie die Wahrnehmung des Schmerzes blockiert. Nach der Einnahme von Tabletten oder Tropfen verschwinden selbst starke Schmerzen entweder vollständig oder lassen zumindest in der Intensität deutlich nach. Dafür ist die besondere Struktur des Pharmawirkstoffs Tramadol verantwortlich. Im menschlichen Organismus befinden sich sogenannte Opioid-Rezeptoren. Diese gehören zu einer Art körpereigenem schmerzstillenden System, welches beispielsweise in Stresssituationen genutzt wird, um Schmerzen zu unterdrücken. Medikamente wie Tramal® setzen genau an diesen Rezeptoren an und aktivieren so gezielt das körpereigene schmerzstillende System.
Auf der anderen Seite bringt die Tramadol-Wirkung aber noch weitere Effekte mit sich. Der Wirkstoff hemmt die zuverlässige Wiederaufnahme bestimmter Neurotransmitter (Serotonin und Noradrenalin) und erhöht dadurch den Serotonin-Spiegel im Körper. Das Arzneimittel wirkt dadurch nicht nur analgetisch, sondern zudem noch antidepressiv und angstlösend. Wird Tramadol über einen längeren Zeitraum eingenommen, können zusätzlich euphorisierende Gefühlszustände erlebt werden. Gerade diese Nebeneffekte tragen auf lange Sicht dazu bei, eine Tramadol-Abhängigkeit auszulösen oder zumindest zu begünstigen.

Wofür wird Tramadol angewendet?

Wer Tramal® Tropfen oder Tabletten vom Arzt erhält, der leidet in der Regel unter starken Schmerzen. Die Präparate werden unter anderem als schmerzstillendes Arzneimittel bei Operationen verabreicht, können in einer vom Arzt verordneten mg-Dosierung aber auch zuhause eingenommen werden. Normalerweise beträgt die vorgesehene Dosis weniger als 400 mg pro Tag. Eingesetzt wird das Medikament bei chronischen Schmerzpatienten, die beispielsweise unter Bandscheibenvorfällen oder rheumatischen Erkrankungen leiden. Auch bei wiederkehrenden Kopfschmerzen, Zahnschmerzen oder Gelenkschmerzen wird das Pharmazeutikum verschrieben. Darüber hinaus gibt es weitere sogenannte Off-Label-Anwendungen, bei denen Patienten Tramal® oder seine Generika außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete einnehmen. Hierzu gehört u. a. die Behandlung eines vorzeitigen Samenergusses und des Restless-Legs-Syndroms. Aufgrund der großen Gefahr von Tramadol abhängig zu werden, sind derartige Einnahmen des Schmerzmittels kritisch zu betrachten. Darüber hinaus wird der Wirkstoff vielfach missbräuchlich eingesetzt. So wurde beim Doping im Radsport in entsprechenden Untersuchungen nachgewiesen, dass der Wirkstoff die sportliche Leistung steigern kann. Zudem wird das Arzneimittel häufig auch als Rauschmittel eingenommen und häufig mit Alkohol oder Drogen kombiniert.

Wie schnell wirkt Tramadol?

Patienten, die Tramal® Tabletten oder Tropfen einnehmen, um schmerzfrei durch den Tag zu gelangen, hoffen auf eine rasch einsetzende und möglichst lang andauernde Wirkung. Wie schnell der Effekt des Medikaments spürbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Darreichungsform bzw. Art der Einnahme
  • Tramadol-Dosierung
  • Schmerzintensität

Wird der Wirkstoff gespritzt, setzt die intendierte Wirkung normalerweise binnen weniger Minuten ein. Etwas langsamer geht es bei Tropfen oder Schmelztabletten, die ohne Flüssigkeit eingenommen werden. Auch bei Tramal® Tabletten (Kapseln) ist normalerweise nach 30 bis 60 Minuten eine Schmerzlinderung festzustellen. Eine kontinuierlich anhaltende Wirkung nehmen Patienten nach der Einnahme von Retard-Tabletten wahr. Diese geben die pharmazeutisch wirksamen Inhaltsstoffe erst nach und nach ab und sind in der Wirksamkeit meist etwas weniger stark. Dafür hält der Effekt aber umso länger an. Bei anderen Tabletten und Tropfen lässt die Wirkung normalerweise spätestens nach sechs Stunden nach.
Die vom Arzt verordnete mg-Dosis sollte wegen unerwünschter Nebenwirkungen und möglicher gesundheitlicher Schäden keinesfalls eigenmächtig geändert werden. Patienten, die der Meinung sind, ihre mg-Dosis wäre nicht ausreichend, sollten sich stattdessen an ihren Arzt wenden und um eine alternative Medikation bzw. mg-Dosierung bitten. Auch die kombinierte Einnahme von Tramal® mit anderen Schmerzmitteln für einen schnelleren oder stärkeren Effekt sollte aufgrund unvorhersehbarer Kontraindikationen unterlassen werden.

Wie lange sollte man Tramadol einnehmen?

Tramadol ist kein Medikament, das die Ursachen einer Krankheit bekämpft, sondern wirkt als Analgetikum lediglich gegen die Symptome. Wer beispielsweise unter chronischem Kopfschmerz leidet, wird diesen durch die Einnahme von Tramal® und ähnlichen Präparaten nicht ursächlich beseitigen, sondern kann lediglich schmerzfreie Phasen hervorrufen oder die Schmerzintensität dämpfen. Hinsichtlich der Länge der vorgeschriebenen Einnahme ist die individuelle Entscheidung des behandelnden Arztes entscheidend. Grundsätzlich raten Experten jedoch dazu, Tramal® Tabletten oder Tramal® Tropfen stets nur so kurz wie möglich einzunehmen.

Wo erhält man Tramadol?

Mittel wie Tramal®, die das analgetisch wirkende Opioid enthalten, gibt es ausschließlich in Apotheken. Dies gilt unabhängig von der mg-Dosis, die das Präparat enthält. Eine Aushändigung ist ausschließlich mit einem Rezept möglich. Allerdings fällt der Wirkstoff nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, sodass kein spezifisches BtM-Rezept benötigt wird.

Welche Risiken sind mit der Einnahme verbunden?

Tramal® Tropfen oder Tramal® Tabletten bergen wie die meisten anderen Opioide die Gefahr, in eine Abhängigkeit zu geraten. Diese wird umso größer, je länger Betroffene das Medikament einnehmen. Insbesondere durch die zusätzlich euphorisierende Wirkung, die vor allem Tropfen des Präparats als Nebenwirkung hervorrufen können, steigt das Risiko, an einer Sucht zu erkranken. Bei längerem Gebrauch kann zudem die Schmerztoleranz der Betroffenen sinken. Das führt dazu, dass der Leidensdruck ohne die Einnahme des Arzneimittels noch größer wird.

Wie schnell macht Tramadol abhängig?

Bestimmte Arzneimittel können bereits ab der ersten Anwendung ein hohes Suchtrisiko mit sich bringen. Hierzu gehört beispielsweise Tavor, ein rezeptpflichtiges Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Andere Arzneimittel, zu denen unter anderem Tramadol Retardtabletten, Tropfen und andere Darreichungsformen gehören, haben ein nicht ganz so bedeutsames Abhängigkeitspotential. So stellt sich eine Tramadol-Abhängigkeit meist nicht von heute auf morgen, sondern langsam ein. Insbesondere ein dauerhafter Gebrauch des Medikaments über mehrere Wochen oder Monate hinweg steigert die Gefahr einer psychischen und physischen Abhängigkeit. Ein erhöhtes Risiko an einer Tramadol-Sucht zu erkranken, haben jedoch Konsumenten, die das Medikament missbräuchlich in Kombination mit Drogen oder als eigenständiges Rauschmittel einnehmen.

Welche Tramadol-Nebenwirkungen können auftreten?

Die Liste der Nebenwirkungen ist lang, da das erhöhte Serotonin-Niveau im Körper eine Vielzahl an Symptomen hervorrufen kann. Hier spricht man auch vom sogenannten Serotonin-Syndrom oder einem serotonergen Syndrom. Zu den häufigsten Tramadol-Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit, Erbrechen & Verstopfung
  • Verstärktes Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Tremor
  • Benommenheit & Verwirrung
  • Müdigkeit & Erschöpfungszustände
  • Verschwommene Sicht & vermindertes Reaktionsvermögen
  • Stimmungsschwankungen
  • Juckreiz & allergische Reaktionen

Aufgrund von Benommenheit, unklarer Sicht und einem verminderten Reaktionsvermögen, sollten Personen, die schwere Maschinen bedienen oder ein Fahrzeug führen, nach Möglichkeit von der Einnahme des Präparats absehen.

Welche Gegenanzeigen / Kontraindikationen sind zu beachten?

Tramadol Tropfen und Tabletten dürfen nicht eingenommen werden, wenn bestehende Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber dem Wirkstoff oder den sonstigen Bestandteilen bekannt sind. Zudem sollte auf eine Anwendung verzichtet werden, wenn eine noch nicht kontrollierte epileptische Erkrankung vorliegt oder sogenannte MAO-Hemmer als Antidepressiva eingenommen werden. Weiterhin sollten Menschen mit folgenden Merkmalen beim Einsatz des Medikaments vorsichtig sein:

  • Bekannte Suchterfahrung mit Schmerzmitteln
  • Auftreten einer akuten Bewusstseinsstörung (Ohnmacht)
  • Schockzustand
  • Atemschwierigkeiten
  • Leber- oder Nierenschäden

Grundsätzlich nicht geeignet ist das Medikament für Schwangere und stillende Mütter. Kinder zwischen einem und zwölf Jahren dürfen das Präparat unter Vorbehalt nehmen, allerdings sollten die Eltern die vom Arzt empfohlene Dosierung unbedingt einhalten.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen gibt es?

Bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen. So sollte Tramadol nicht eingenommen werden in Kombination mit:

  • Carbamazepin
  • Buprenorphin, Pentazocin, Nalbuphin
  • Ondansetron

Auch andere Medikamente aus der Gruppe der Beruhigungs- und Schlafmittel sollten nicht gemeinsam mit dem Analgetikum angewendet werden. Andernfalls sind gegenseitige Wirkungsverstärkungen sowie das Auftreten zusätzlicher, bisweilen gar lebensbedrohlicher Nebenwirkungen – beispielsweise einer Atemdepression – möglich. Auch vom Konsum von Alkohol und anderen Drogen im Rahmen einer Tramadol-Behandlung ist abzuraten.

Wir wird eine Tramadol-Abhängigkeit behandelt?

Wie bei allen Medikamentensüchten ist es auch bei der Tramadol-Abhängigkeit wichtig, Körper und Psyche langsam und kontrolliert durch die Entgiftung zu begleiten. Empfohlen wird der fraktionierte Tramadol-Entzug in einer Entzugsklinik, bei dem das Schmerzmittel schleichend abgesetzt und bei Bedarf durch substituierende Medikamente ersetzt wird. Die Entzugserscheinungen wie Zittern, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Depressionen werden so auf ein Minimum reduziert. Essenziell neben dem körperlichen Entzug sind auch die psychische Entwöhnung und die Behandlung der Grunderkrankung, die den Einsatz des Schmerzmittels überhaupt erst notwendig macht. Nach dem stationären Aufenthalt sollte die individuelle Therapie ambulant fortgeführt werden. Sinnvoll ist es auch, das private Umfeld des Betroffenen einzubeziehen.

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