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Zolpidem: Guter Schlaf mit Risiko

Schnell einschlafen, endlich durchschlafen – das versprechen die sogenannten Z-Substanzen. Zu den Schlafmitteln aus dieser Gruppe zählt auch der Wirkstoff Zolpidem. Dieser kann bei schweren Schlafstörungen und Schlaflosigkeit durch den Arzt verordnet werden, wenn die Lebensqualität des Patienten stark eingeschränkt ist. Vielfach wird der Wirkstoff auch nach akuten Traumata eingesetzt. Aufgrund seiner zahlreichen Nebenwirkungen und der hohen Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit sollte die Einnahme jedoch spätestens nach zwei Wochen beendet werden. Umso wichtiger ist es, die Ursachen der Schlaflosigkeit zu behandeln und diese nicht nur durch ein Schlafmittel zu unterdrücken. Dies gilt besonders für Betroffene, die bereits eine längere Zeit an Schlafstörungen leiden.

Welche Darreichungsformen von Zolpidem gibt es?

Der Wirkstoff, ist unter seinem Eigennamen, aber auch unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich. Dazu zählen beispielsweise Stilnox®, Bikalm und Zoldem. Das Schlafmittel wird in der Regel als Filmtabletten, Retardtabletten mit langer Wirkdauer oder Sublingualtabletten verordnet. Tabletten der letzten Darreichungsform müssen nicht im Ganzen geschluckt werden, sondern werden unter die Zunge gelegt und lösen sich binnen weniger Sekunden im Mundraum auf. Besonders geeignet sind Sublingualtabletten daher für Patienten mit Schluckbeschwerden. Da es sich bei Zolpidem um ein starkes Schlafmittel handelt, das abhängig machen kann, muss der Zolpidem-Wirkstoff durch einen Arzt verordnet werden. Das gilt nicht nur für Zolpidem, sondern auch für andere Z-Drugs wie Zopiclon und Zaleplon.

Wie und in welcher Dosierung wird Zolpidem eingenommen?

Das Medikament wird abends unmittelbar vor dem Zubettgehen mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Da das Arzneimittel bei älteren Patienten das Sturz-Risiko erhöht, sollte es von diesen nach Möglichkeit im Bett eingenommen werden. Die übliche Zolpidem-Dosierung liegt bei einer Tablette von 10 mg. Menschen mit Leberschäden oder ältere Personen nehmen meist eine halbe Tablette, das heißt 5 mg. Die vom Arzt verordnete Dosis sollte auch bei einer Toleranzentwicklung auf keinem Fall überschritten werden. Kommt es dennoch zu einer Überdosis, kann sich diese durch starke Sehstörungen, eine ausgeprägte Verwirrtheit, Schwindel und Bewusstlosigkeit bemerkbar machen. Sofern ein Verdacht auf Überdosierung durch Z-Drugs besteht, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Generell sollte das Schlafmittel lediglich über einige Tage hinweg eingenommen werden. Die maximale Einnahmedauer beträgt zwei Wochen.

Wann und wie wirkt der Zolpidem-Wirkstoff?

Der Wirkstoff aus der Gruppe der Z-Substanzen hat eine schlaffördernde Wirkung und wirkt innerhalb weniger Minuten. Als GABA-Agonist verkürzt er die Einschlafzeit, indem er im Gehirn an speziellen Bindungsstellen, dem sogenannten GABA-Rezeptor-Komplex, andockt und dadurch den Einstrom des beruhigenden Botenstoffes GABA in das zentrale Nervensystem fördert. Als Folge kommt der gesamte Organismus zur Ruhe und wird schläfrig. Ebenso schnell wie das Arzneimittel aufgenommen wird, wird es allerdings auch abgebaut. So beträgt die Halbwertszeit der Substanz ca. zwei bis vier Stunden. Die in der Leber abgebauten Stoffwechselprodukte (Metaboliten) sind für den Körper unwirksam und werden durch Urin und Stuhl ausgeschieden. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit ist eine Tagesmüdigkeit am nächsten Tag relativ unwahrscheinlich.

Welche Zolpidem-Nebenwirkungen können auftreten?

Der Zolpidem-Wirkstoff sorgt nicht immer nur für Beruhigung und gesunden Schlaf, mitunter können auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Typische Stilnox®- oder Zolpidem-Nebenwirkungen sind:

  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden
  • Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)
  • Sehstörungen (zum Beispiel Doppeltsehen)
  • Atemstörungen
  • Muskelschwäche

Bei einigen Patienten kommt es überdies zu Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Depressionen, Halluzinationen und Schlafwandeln. Auch paradoxe, dem Wirkstoff eigentlich widersprechende, Zolpidem-Nebenwirkungen können sich einstellen. Dazu zählen Unruhe und Zittern, Reizbarkeit und Aggressionen, sowie Alpträume und Psychosen. Diese Reaktionen können insbesondere bei älteren Personen auftreten.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen sind bekannt?

Wechselwirkungen zwischen Z-Substanzen und anderen Arzneimitteln sorgen dafür, dass sich die Wirkung des Schlafmittels verstärkt oder abschwächt. Zu den verstärkenden Substanzen gehören Alkohol und Neuroleptika, aber auch bestimmte Antidepressiva und Antibiotika. So wurde eine abgeschwächte Wirksamkeit von Zolpidem beobachtet, wenn zeitgleich Medikamente gegen Epilepsie eingenommen wurden. Dazu zählen Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital. Außerdem sollte der Konsum von Grapefruitsaft während der Einnahme vermieden werden.
Durch die gleichzeitige Gabe narkotisierender Substanzen kann eine euphorisierende Wirkung mit hohem Abhängigkeitspotenzial entstehen. Gefährlich ist weiterhin die zeitgleiche Einnahme von Schlafmitteln und Opioiden (= synthetisches Morphium), die schlimmstenfalls zu Koma oder Tod führen kann. Zur Sicherheit der Betroffenen sollten daher bei einer Zolpidem-Verordnung alle eingenommenen Medikamente im ärztlichen Gespräch thematisiert werden. Schließlich können Wechselwirkungen auch mit in der Packungsbeilage nicht aufgeführten Medikamenten auftreten.

Gibt es Patienten, die den Zolpidem-Wirkstoff nicht einnehmen dürfen?

Z-Substanzen dürfen nicht angewendet werden, sofern eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder zusätzliche Inhaltsstoffe besteht. Auch Patienten mit dem Schlafapnoe-Syndrom (nächtliche Atemaussetzer) und Menschen mit Myasthenia gravis sind von der Einnahme ausgeschlossen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten ebenso auf die Anwendung von Zolpidem verzichten wie Schwangere und stillende Mütter.

Liegt eine eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion vor, ist ebenfalls Vorsicht geboten und die Rückfrage beim Arzt dringend erforderlich. In geringer Dosis ist hier eine Einnahme aber unter Umständen möglich. Das gilt ebenso für Menschen mit Atemschwäche oder einem Alkoholmissbrauch in der Vergangenheit. Bei einer bestehenden Alkoholabhängigkeit allerdings sollte auf die Einnahme des Präparats unbedingt verzichtet werden. Engmaschige Kontrollen bei der Einnahme des Wirkstoffs sind bei älteren Menschen ab 65 Jahren vorgesehen.

Wie macht sich eine Zolpidem-Abhängigkeit bemerkbar?

Bereits nach vier bis sechs Wochen dauerhafter Einnahme kann eine Zolpidem-Abhängigkeit auftreten. Dabei erfolgt eine Abhängigkeit von Z-Substanzen schleichend und vom Patienten häufig unbemerkt. Warnzeichen sind das Gefühl, ohne das Medikament nicht mehr einschlafen zu können, sowie eine eigenmächtige Steigerung der Dosierung infolge einer Toleranzentwicklung, die dafür sorgt, dass die ursprüngliche Dosis keine Wirkung mehr zeigt und erhöht werden muss. Ebenso treten nach einem plötzlichen Absetzen des Medikaments meist sogenannte Rebound-Phänomene auf, d. h. die Schlaflosigkeit des Betroffenen und die Ängste, gar nicht mehr schlafen zu können, verstärken sich.

Wie erfolgt die Behandlung einer Zolpidem-Abhängigkeit?

Menschen, die von der Substanz Zolpidem abhängig sind, hilft in der Regel nur ein fraktionierter Zolpidem-Entzug. Um Schlafstörungen und andere Entzugserscheinungen so niedrig wie möglich zu halten, dürfen die Tabletten nicht abrupt abgesetzt werden, sondern müssen sukzessive ausgeschlichen werden. Empfehlenswert ist daher ein ärztlich und therapeutisch betreuter Entzug in einer speziellen Suchtklinik, in der Stilnox® und Co nicht nur sanft und langsam aus dem Körper ausgeschlichen, sondern auch die Ursachen der Medikamentenabhängigkeit durch Gesprächsgruppen und eine intensive Einzelbetreuung behandelt werden. Ebenso trainieren die Patienten verschiedene Entspannungstechniken und einen besseren Umgang mit ihrer Schlaflosigkeit. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Betroffenen das Schlafen über die erworbene Schlafhygiene neu erlernen. Auch die Angehörigen werden in der Regel in die Therapie einbezogen, so dass sie nach dem Medikamentenentzug wertvolle Stützen im Alltag des Patienten sind und ihn gemeinsam mit einer ambulanten Nachsorge in seiner Abstinenz bestärken.

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