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Zopiclon: Endlich wieder gut schlafen

Schlaflos seit Tagen, Wochen oder Monaten – viele Menschen sind von quälenden Ein- oder Durchschlafstörungen betroffen. Ein guter Schlaf und erholsame Nächte sind oftmals nur per Medikament möglich. Vielen Betroffenen, die aufgrund ihres Schlafmangels einen Arzt aufsuchen und um Hilfe bitten, begegnet dabei der verschreibungspflichtige Wirkstoff Zopiclon. Dieser ist für eine Kurzzeitbehandlung von schweren Schlafstörungen durchaus geeignet, kann jedoch schnell abhängig machen und gravierende Nebenwirkungen mit sich bringen. Bei uns erfahren Sie mehr über den Wirkstoff und seine Risiken.

Was ist Zopiclon und wofür wird es eingesetzt?

Der Wirkstoff Zopiclon gehört zu den sogenannten Z-Substanzen oder auch Z-Drugs, die in den 1990er Jahren als Alternative zu den Benzodiazepinen und Barbituraten entwickelt wurden. Die Substanz beschleunigt durch ihre dämpfende Wirkung den Einschlafprozess und fördert das Durchschlafen. Bei innerer Unruhe kommt sie nur ausnahmsweise zum Einsatz. In niedriger Dosis wirkt das Arzneimittel schlafanstoßend, in hoher Dosierung sogar schlaferzwingend. Ebenso wird dem Mittel eine anxiolytische, antikonvulsive und schwach muskelrelaxierende Wirkung zugeschrieben. Zopiclon gehört zu den häufig verschriebenen Schlafmitteln, beruhigt und entspannt und rückt dass allabendliche Gedankenkarussell betroffener Patienten in den Hintergrund. Die wohl bekanntesten Handelsnamen sind ZOPI® und Ximovan®.

Wie genau und wie schnell wirkt Zopiclon?

Als GABA-Rezeptor-Agonist beeinflusst Zopiclon im zentralen Nervensystem die gleichen Rezeptoren wie der körpereigene Neurotransmitter GABA, erhöht den GABA-Spiegel im Gehirn und fördert auf diese Weise die Schläfrigkeit. Seine Wirkung entfaltet der Stoff etwa 10 bis 30 Minuten nach der Einnahme und erreicht nach rund einer Stunde die maximale Plasmakonzentration, d. h. die höchste Konzentration im Blut. Daher sollte die vom Arzt empfohlene Dosis, die meist eine Tablette beträgt, mit ausreichend Flüssigkeit unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Für ältere und geschwächte Patienten empfiehlt es sich, das Medikament bereits im Bett einzunehmen, da nach der Einnahme schnell eine Gangunsicherheit auftreten kann. Im Vergleich zu vielen anderen Schlafmitteln – beispielsweise aus der Gruppe der Benzodiazepine – besitzen Z-Substanzen allerdings eine relativ kurze Wirkdauer, so dass bereits nach rund 5 Stunden mit einer nachlassenden Wirkung zu rechnen ist.

Was gilt es bei der Einnahme zu beachten?

Der Wirkstoff Zopiclon wird als Tablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Bei der Einnahme sollte durch einen korrekten Einnahmezeitpunkt sichergestellt werden, dass anschließend eine ausreichende Schlafdauer gegeben ist. Diese sollte mindestens sieben bis acht Stunden betragen. So kann das Risiko eines “Hangover-Effekts”, also einer folgenden Tagesmüdigkeit, gesenkt werden. Dies ist umso wichtiger, da das Arzneimittel durch seine sedierende Wirkung das Reaktionsvermögen und die Verkehrstüchtigkeit erheblich einschränken kann.
Eine Überdosierung des Arzneimittels ist in der Regel nicht lebensbedrohlich. Dennoch sollte die empfohlene Zopiclon-Dosierung von 7,5 mg bei gesunden Erwachsenen und 3,75 mg bei älteren Menschen nicht überschritten werden. Dies gilt auch dann, wenn sich der Körper bereits an die Substanz gewöhnt und eine Toleranz entwickelt hat. Ist es dennoch zur Einnahme einer zu hohen Dosis gekommen, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Zu den typischen Vergiftungserscheinungen einer Überdosierung gehören:

  • Muskelschwäche
  • starke Benommenheit
  • Bewusstlosigkeit
  • Atemnot

Wie schnell macht Zopiclon abhängig?

Ähnlich wie Benzodiazepine können Z-Substanzen bereits in geringer Dosierung körperlich und psychisch abhängig machen. Daher sollte Zopiclon nur bei schweren Schlafstörungen verordnet und die Einnahme auf eine Dauer von maximal 2 Wochen beschränkt werden. In der Regel verringert sich danach die Wirkung des Medikaments, so dass es bei einer Fortführung der Einnahme zu einer Toleranzentwicklung mit hohem Abhängigkeitsrisiko kommen würde.
Die größte Gefahr einer Medikamentensucht besteht darin, dass die Betroffenen diese Entwicklung meist erst dann bemerken, wenn das Medikament abgesetzt wird und körperliche und psychische Entzugserscheinungen auftreten. Vielfach verschlimmert sich durch das Absetzen die Grundproblematik. Die Patienten schlafen noch schlechter und haben das Gefühl, ohne die Tablette gar nicht mehr zur Ruhe kommen zu können. So ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Betroffenen häufig erneut zum Wirkstoff greifen und die Tablette nicht selten sogar vorbeugend einnehmen.

Wie wird die Zopiclon-Abhängigkeit behandelt?

Da ein kalter Entzug, d. h. das abrupte Absetzen des Wirkstoffs, zu schweren Entzugserscheinungen führt, wird Zopiclon in einer professionellen Suchtklinik meist durch ein Benzodiazepin mit mittlerer Halbwertszeit substituiert und dann kleinschrittig und zustandsgerecht ausschleichend abgesetzt. Andernfalls würden durch die kurze Wirkdauer von Zopiclon starke Wirkstoffschwankungen und Entzugssymptome hervorgerufen werden.

Parallel dazu werden die Ursachen für die Schlaflosigkeit ermittelt. Vielfach liegen die Auslöser im psychischen Bereich und werden durch unbewältigte Krisen, Stressoren oder schwelende Konflikte bedingt. Gleichzeitig werden mögliche Begleiterkrankungen wie Burnout, Ängste oder Depressionen behandelt, die oftmals mit Schlafstörungen Hand in Hand gehen. Die Patienten erlernen in Einzel- und Gruppengesprächen alternative Lösungsansätze, trainieren Entspannungsmethoden und eine bessere Schlafhygiene und können so dem abendlichen Einschlafprozess gelassen und ohne medikamentöse Einschlafhilfe entgegensehen. Darüber hinaus werden die Betroffenen durch Rückfallprävention und ein umfassendes Nachsorgekonzept auf das Leben nach dem Medikamentenentzug vorbereitet.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie viele andere hochwirksame Arzneimittel, kann Zopiclon neben dem ersehnten Schlaf auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Erinnerungslücken beim Aufwachen
  • Schläfrigkeit und Benommenheit, auch am nächsten Tag
  • Störungen des Geschmacksempfindens (metallischer Geschmack, trockene Mundschleimhaut)

Gelegentlich treten überdies folgende Nebenwirkungen in Erscheinung:

  • Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel und Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen
  • Verwirrtheit und Halluzinationen
  • Muskelschwäche
  • Gangstörungen
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen

In seltenen Fällen kommt es auch zu paradoxen Reaktionen, die der Einnahme dann widersprechen. So werden die Patienten nach der Einnahme des Medikaments unruhig, aufgeregt und aggressiv.

Wann darf das Medikament nicht verordnet werden?

Kontraindikationen sind eine bestehende oder bereits überwundene Suchterkrankung, Leber- oder Atemfunktionsstörungen, das Schlafapnoe-Syndrom und eine krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis). Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind ebenso von der Einnahme ausgeschlossen wie Schwangere und stillende Patientinnen. So können bei längerer Behandlung in der Schwangerschaft beim Neugeborenen nach der Geburt Entzugserscheinungen auftreten. Wird Zopiclon am Ende der Schwangerschaft angewendet, kann es darüber hinaus beim Kind zum Floppy-infant-Syndrom kommen.

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Substanzen können auch bei Z-Drugs auftreten. So verstärken Medikamente, die den Zopiclon-Abbau hemmen, die sedierende Wirkung des Arzneimittels. Dazu gehören u. a. Cimetidin gegen Sodbrennen und die Makrolidantibiotika Erythromycin und Clarithromycin. Eine Abschwächung ist hingegen möglich, wenn beispielsweise Antiepileptika wie Carbamazepin oder aber auch Johanniskraut zeitgleich zum benannten Schlafmittel eingenommen werden. Ebenso sollte während der Anwendung der Konsum von Alkohol konsequent vermieden werden.

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