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Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst

Komorbiditäten und Sucht gehen Hand in Hand

Bad Brückenau, September 2017 – Etwa der Hälfte aller Suchterkrankungen liegen psychiatrische Störungen zu Grunde. In erster Linie sind das Persönlichkeits-, Angst- und affektive Störungen, wobei die auslösende Erkrankung meist Einfluss auf die Wahl der konsumierten Substanz hat. In manchen Fällen liegt eine genetische Prädisposition vor, so dass die von einer psychischen Störung Betroffenen verstärkt auf die Wirkung bestimmter Substanzen reagieren. Insbesondere im familiären Umfeld oder Freundeskreis kann frühzeitig auf Warnsignale reagiert werden, um die Gefahr des Abdriftens in die Sucht zu verringern. Die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik haben es sich zur Aufgabe gemacht, über Abhängigkeit und den Umgang mit der Sucht aufzuklären und die Öffentlichkeit für diese Krankheit zu sensibilisieren.

Die Motivation, zu Alkohol oder Drogen zu greifen, ist je nach Krankheitsbild unterschiedlich. Grundsätzlich kann man Patienten mit einer Abhängigkeitserkrankung in zwei Gruppen einteilen. Auf der einen Seite sind die Menschen zu finden, die sich über die Substanz Erleichterung verschaffen (relief consumption), auf der anderen Seite diejenigen, die sich mit dem Substanzkonsum belohnen (reward consumption). Eine große Zahl von Patienten mit einer – diagnostizierten oder unerkannten – psychiatrischen Störung verordnet sich selbst eine Substanz statt professionelle Hilfe zu suchen. Wer sein Heil zunächst in einer frustranen dysfunktionalen Selbstmedikation sucht, will häufig die Schmerzen aus einer somatischen Grunderkrankung erträglicher machen, Schlafstörungen überwinden, das Gefühl von Angst oder Einsamkeit mindern oder seinen Selbstwert stärken. Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wollen vor allem die primären Krankheitssymptome bekämpfen.

Im Bereich der Persönlichkeitsstörungen erkranken eher Männer an dissozialen Persönlichkeitsstörungen, die sich unter anderem durch das Missachten sozialer Normen und ein als rücksichtlos empfundenes Durchsetzen der eigenen Ziele äußern. Die Schwelle zu aggressivem oder gewalttätigem Verhalten ist bei den Betroffenen oft niedrig. Bei Frauen ist die Borderline-Störung häufiger zu beobachten, gekennzeichnet durch rasche Stimmungswechsel und ein gestörtes Bindungsverhalten. Die Patienten fühlen sich unfähig, ihre inneren gefühlsmäßigen Zustände zu kontrollieren. Die daraus resultierenden Spannungszustände werden nicht selten als so unerträglich empfunden, dass Borderline-Patienten Drogen konsumieren, um die Gefühle aushalten zu können. Bei vielen Suchtkranken liegt nicht nur eine einzelne Grunderkrankung vor. Angesichts der Fülle an begleitenden Krankheitsbildern ist daher kein einheitlicher Verlauf der Sucht auszumachen. Die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik konstatieren bei Suchtverhalten eine umso schlechtere Prognose für dauerhafte Abstinenz, je höher die Rate der Komorbiditäten ist.

Die Veranlagung, an einer gewissen psychiatrischen Störung zu erkranken und zu einer bestimmten Substanz zu greifen, kann genetisch verankert sein. So haben Angst und Sucht – neben der auslösenden Prägung durch das soziale Umwelt – oft gemeinsame genetische Faktoren. Die dissoziale Persönlichkeitsstörung und Sucht haben eine enthemmende Prädisposition, folglich empfinden diese Patienten ein starkes Bedürfnis   enthemmende Substanzen zu nehmen. Patienten mit ADHS greifen überraschend vielfach zu Kokain, weil die Droge eine beruhigende Wirkung auf sie hat. „Koks“ flutet den Körper mit Dopamin, was die Leistungsfähigkeit und den Selbstwert kurzfristig enorm steigert und auch sexuell stimulierend wirkt. Die gegenteilige Wirkung bei ADHS wird in einer zu Grunde liegenden Dopamin-Transport-Störung vermutet, was die beruhigende Wirkung von Kokain erklären könnte.

Selbstverständlich droht nicht jedem von einer psychiatrischen Störung Betroffenen ein Abgleiten in die Sucht. Betroffene und ihr Umfeld sollten sich jedoch darüber bewusst sein, dass das die Anfälligkeit für einen missbräuchlichen Substanzkonsum in dieser Personengruppe aus den geschilderten Gründen um ein Vielfaches höher ist als bei Gesunden. Insbesondere Partner, Familienmitglieder und enge Freunde können auf frühe Warnsignale achten und folgende Fragen beantworten: Zeigt der oder die Betroffene Verhaltensänderungen? Kapselt er sich ab oder ist eine Form von sozialem Rückzug zu beobachten? Zeigt er eine höhere Oberflächlichkeit in der Interaktion? Weist er vegetative Veränderungen auf wie verstärktes Schwitzen oder ein groberes Hautbild? Ist ein Leistungsknick wahrzunehmen? Hat ein Raucher einen höheren Zigarettenkonsum als bisher? Auch dies kann ein Indiz für eine Suchtentwicklung sein, da der Suchtdruck häufig mit einem anderen Suchtmittel kompensiert wird. Es können filigrane Anzeichen sein, die auf einen Substanzmissbrauch schließen lassen.

Falls sich der Betroffene in ärztlicher Behandlung befindet, so wird der Arzt auf die beschriebenen äußerlichen und vegetativen Hinweise achten. Außerdem kommt die Auswertung von Blutbild und Laborwerten zum Tragen. CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) ist ein sensitiver Parameter im Blutbild und wird nur in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum ausgeschüttet. Der behandelnde Arzt kann auch den sogenannten CAGE-Test durchführen. Fühlt sich der Patient häufig – insbesondere nach Konsum – niedergeschlagen (C – cut-down), auf Fragen zum Konsum genervt oder leicht reizbar (A – annoyed), fühlt er sich hinsichtlich des Konsums schuldig (G – guilty) oder braucht er letztlich die Substanz um morgens „in die Gänge“ zu kommen (E – eye-opener)? Wenn eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, sind dringend weitere Nachforschungen empfohlen.

Angehörige können sich jederzeit mit Fragen an eine Suchtberatungsstelle wenden. Auch die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik bieten Angehörigengespräche an. Aus ihrer täglichen Arbeit verfügen sie über sehr viel Erfahrung gerade auch im Umgang von Suchtpatienten mit Komorbiditäten und geben wichtige Tipps und Unterstützung im Umgang mit den Betroffenen.

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